Tagfahrlicht nachrüsten

Ab dem 7. Februar 2011 müssen alle Neuwagen in der Europäischen Union mit Tagfahrlicht ausgestattet sein. Schon heute gilt indes bereits in zwanzig Ländern der EU: Das Autolicht muss auch tagsüber eingeschaltet sein. Denn wer mit Tagfahrlicht unterwegs ist, gewinnt nachweislich an Sicherheit – und vermeidet überdies haftungsrechtliche Nachteile im Fall eines Unfalls.

Fahrer älterer Autos können das Plus an Sicherheit ganz einfach nachrüsten: Die deutsche Lichtindustrie hat in den vergangenen Jahren innovative und sparsame Lampen speziell für das Tagfahrlicht entwickelt. Zur Nachrüstung gibt es zahlreiche Universal-Sets, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Tagfahrlicht (englisch: Daytime running lights, DRL) kann generell in zwei Varianten umgesetzt werden:

  • mit speziellen Tagfahrleuchten oder
  • mit Fahrlichtschaltungen.

Tagfahrleuchten

Nachrüstbare Tagfahrleuchten sind eine sinnvolle Investition: Nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Tagfahrleuchten sind mit lichtschwachen und verbrauchsarmen Lampen ausgestattet, die weniger Leuchtkraft haben als das Abblendlicht – und deshalb sparsamer sind –, aber viermal intensiver leuchten als das Standlicht. Sie sind in der Regel nur nach vorne gerichtet. So ist das Fahrzeug gut sichtbar für andere Verkehrsteilnehmer, die Straße aber wird nicht ausgeleuchtet.

Generell gilt: Tagfahrleuchten dürfen nur allein leuchten, nicht in Kombination mit dem Abblendlicht. Wird der Zündschlüssel aktiviert, schaltet sich das Tagfahrlicht automatisch ein; wird das Abblendlicht eingesetzt, schaltet es sich aus. Tagfahrleuchten werden betrieben mit

  • Glühlampen in speziellen Ausführungen mit verlängerter Lebensdauer bis zu 4.000 Stunden oder mit
  • weißen LEDs mit einer Lebensdauer von etwa 10.000 Stunden.

Der maximale Energieverbrauch dieser Nachrüstlösungen liegt zwischen 10 und 42 Watt für beide Lampen – ist am Kraftstoffverbrauch also kaum messbar.

Fahrlichtschaltungen

Alternativ wird das Tagfahrlicht mit Fahrlichtschaltungen realisiert. Sowie der Fahrer den Zündschlüssel dreht, werden die Scheinwerfer mit verminderter Lichtstärke eingeschaltet. Je nach technischer Ausführung werden entweder nur die Frontscheinwerfer mit Strom versorgt oder zugleich Begrenzungs- und Rücklicht sowie Kennzeichen- und Armaturenbeleuchtung aktiviert.

Bei dieser Variante darf die Lichtstärke – anders als bei Tagfahrleuchten – nicht auf den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 400 Candela gedimmt werden, sondern nur innerhalb der engen Toleranzen, die für das Abblendlicht gelten.

Fahrlichtschaltungen werden realisiert mit Lampen, die für das Abblendlicht geeignet sind:

  • Halogenlampen, die in speziellen Ausführungen mit verlängerter Lebensdauer die gewohnten Wechselintervalle der Lampen gewährleisten,
  • Xenon-Lampen, die mit optimierter Schaltungstechnik betrieben werden, und vereinzelt auch schon mit
  • LED-Lampen

Durch den Gebrauch der Abblend-Scheinwerfer für das Tagfahrlicht erhöhen sich die Spritkosten bei dieser Variante zwar geringfügig (zwischen 0,1 und 0,2 Liter Kraftstoff pro 100 km). Aber: Fahrten mit geöffnetem Seitenfenster oder Dachgepäckträger verbrauchen mehr Sprit – und ein Unfall mit Blechschaden kommt sehr viel teurer.