Autolampen im Test – nur Markenlampen überzeugen
Schlechte Sicht ist eine der häufigsten Unfallursachen. Umso wichtiger: Optimales Autolicht – und das beginnt mit präzise arbeitenden Autolampen.
Doch häufig halten Scheinwerferlampen nicht, was die Verpackung verspricht. Das ist das Ergebnis eines umfangreichen Tests am Lichttechnischen Institut der Universität Karlsruhe. Dort wurde die Qualität von 100 Halogenlampen für gebräuchliche H7-Scheinwerfer nach den verbindlichen Zulassungskritierien der Economic Comission for Europe (ECE) geprüft. Und eigentlich darf es in Deutschland keine Lampen im Handel geben, die diese Anforderungen nicht erfüllen.
Fazit der Prüfer: Qualität fährt vor – nur Markenlampen wurden mit „gut“ bewertet, nur Qualitätslampen sind sicher.
Testergebnis „mangelhaft“
Während die Markenlampen aus deutscher Produktion die Mindestanforderungen im Test deutlich übertrafen, schnitten die getesteten No-Name-Produkte schlecht ab. Bei den Nicht-Markenlampen lag die Fehlerquote bei 81 Prozent. Prüfergebnis: „mangelhaft“.
Die Testergebnisse für Nicht-Markenlampen im Überblick:
- Fehlerquote ingesamt = 81 Prozent
- Sie sind zu dunkel:
Die schwächsten Fahrzeuglampen lieferten im Test gar nur 60 Prozent der vorgeschriebenen Lichtleistung. Unter den Lampen mit schwachen Ergebnissen schnitten Produkte mit blau getöntem Glas besonders schlecht ab, die die Lichtfarbe des teuren Xenon-Lichts imitieren sollen.
- Sie lenken das Licht ungenau:
zu tief oder zu hoch, zu weit nach rechts oder nach links
- Sie leuchten die Straße nicht richtig aus.
Die Folge: Der Fahrer erkennt Gefahren und Hindernisse nicht oder zu spät.
- Sie blenden den Gegenverkehr.
Einige minderwertige Lampe erzeugen zu viel Streulicht – mitunter soviel, dass ihr Licht sogar dem Fernlicht ähnelt.
- Sie verbrauchen zu viel Strom:
Manche Testkandidaten überschritten die zulässige Leistungsaufnahme in Watt. Das kann zu starker Hitzeentwicklung führen und auch die Scheinwerfer beschädigen.
Prüfkriterien entsprechend der Zulassung
Die Lichttechniker prüften jeweils vier Exemplare gleichen Typs, gekauft in verschiedenen Gebieten Deutschlands. Damit entsprach die Anzahl der Prüfmuster in etwa jenen fünf Testmustern, die auch für ein Zulassungsgutachten erforderlich sind. Neben den Testkriterien Lichtmenge – entscheidend für die Helligkeit auf der Straße – und Leistung in Watt stand auch die Lage der Glühwendel und damit die Geometrie der Lampe auf dem Prüfstand. Denn sie bestimmt in hohem Maß die Güte des Scheinwerferlichts. Ergebnis: 52 von 100 Testkandidaten fielen schon bei der Geometrieprüfung durch. Die Lampen mit zu niedrigem Lichtstrom hinzugerechnet, ergab eine Fehlerquote von 81 Prozent.
Einige Lampen sind nach Meinung der Prüfer derart schlecht, dass sie vom Markt genommen werden müssten. Das Labor hat die Ergebnisse dem Kraftfahrtbundesamt gemeldet.
Umfassend informiert der Fachjournalist Fritz Lorek in seiner Broschüre „Minderwertige Autolampen gefährden die Sicherheit“.
Eine kurze Zusammenfassung gibt der Flyer „Gutes Licht = mehr Sicherheit", herausgegeben von der ZVEI-Initiative „Sicheres Autolicht" und dem Automobilclub von Deutschland (AvD).



