Normen: DIN EN 12665:2002 Licht und Beleuchtung, Grundlegende Begriffe und Kriterien für die Festlegung von Anforderungen an die Beleuchtung


Zusammenfassung der Norm

In der Norm DIN EN 12665:2002 werden die gebräuchlichen Begriffe für viele Anwendungen definiert. Die folgende Zusammenfassung gibt die wichtigsten Begriffe, Definitionen, Kurzzeichen und Maßeinheiten wieder.

AUGE und SEHEN

 

Begriff

Definition 

Adaption

Anpassung des Sehorgans an Lichtreize (auch: Adaptation)

Akkomodation 

Anpassung der Brennweite der Augenlinse

Sehschärfe 

Fähigkeit, dicht nebeneinander liegende Punkte oder Linien getrennt wahrnehmen zu können

Helligkeit 

Merkmal einer Gesichtsempfindung

Kontrast 

Unterschied zweier aneinandergrenzender oder zeitlich folgender Gesichtseindrücke

Helligkeitskontrast 

Subjektive Bewertung des Helligkeitsunterschiedes

Farbkontrast 

Subjektive Bewertung des Farbunterschiedes

Blendung 

Unangenehmer Sehzustand durch ungünstige Leuchtdichteverteilung oder zu hohe Kontraste

Flimmern 

Lichtreize mit zeitlicher Schwankung der Leuchtdichte oder spektrale Verteilung

Gesichtsfeld 

Vom Auge gesehene Fläche

Sehleistung 

Leistung des visuellen Systems

Sehkomfort 

Subjektives Wohlbefinden

 

LICHT und FARBE

 

Begriff 

Kurzzeichen 

Maßeinheit 

Definition 

Lichtstrom 

φ

lm

Von einer Lichtquelle abgegebene Strahlungsmenge im sichtbaren Bereich

Lichtstärke 

Ι

cd 

Menge des Lichts, die in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird

Leuchtdichte 

L

cd/m2

Lichttechnische Grundgröße, die vom Auge wahrgenommen wird (Helligkeitseindruck)

Wartungswert der Leuchtdichte 

cd/m2

Wert der mittleren Leuchtdichte, der nicht unterschritten werden darf

Leuchtdichtekontrast 

 

 

Leuchtdichteverhältnis

Beleuchtungsstärke 

E

lx

Menge des Lichtstroms, die auf bestimmte Fläche auftritt

Mittlere Beleuchtungsstärke 

lx

Gemittelte Beleuchtungsstärke

Wartungswert der Beleuchtungsstärke 

lx

Wert, unter den die mittlere Beleuchtungsstärke nicht sinken darf

Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke 

 

 

Minimale Beleuchtungsstärke / mittlere Beleuchtungsstärke

Physiologische Blendung 

 

 

Blendung mit Herabsetzung der Sehfunktion

Psychologische Blendung 

 

 

Blendung mit unangenehmen Gefühl

Schleierreflexion 

 

 

Spiegelreflexionen, die Einzelheiten verschleiern

Farbwiedergabe 

 

 

Auswirkung einer Lichtart auf den Farbeindruck von Objekten

Allgemeiner Farbwiedergabe-Index CIE 1974 

Ra

 

Mittelwert für einen festgelegten Satz von 8 Testfarben

Farbtemperatur 

Tc

K

Temperatur des Planckschen Strahlers

Reflexionsgrad 

ρ

1

Zurückgeworfener Lichtstrom / auffallenden Lichtstrom

Transmissionsgrad 

τ

1

Durchgelassener Lichtstrom / auffallenden Lichtstrom

Absorptionsgrad 

α

1

Absorbierter Lichtstrom / auffallenden Lichtstrom

Photometrie 

 

 

Messung von Strahlungsgrößen

 

BELEUCHTUNGSMITTEL

 

Begriff 

Definition 

Lampe 

Quelle optischer Strahlung, meist im sichtbaren Bereich

Vorschaltgerät 

Vorrichtung zur Betreibung von Entladungslampen

Leuchte 

Gerät zur Betreibung von Lampen und Verteilung des Lichtes

Lichtausbeute einer Strahlungsquelle 

η = Ausgesandter Lichtstrom / verbrauchte Leistung, Einheit: lm/W

Betriebswirkungsgrad 

Gesamter Lichtstrom Leuchte / Summe Lampenlichtströme

Beleuchtungswirkungsgrad 

Summe Lichtstrom auf Bezugsfläche / Summe Lichtstrom Einzellampe

Raumwirkungsgrad 

Summe Lichtstrom auf Bezugsfläche / Summe Gesamtlichtstrom Einzelleuchte

Leuchten-Wartungsfaktor 

Betriebswirkungsgrad Leuchte zu Zeitpunkt X / Betriebswirkungsgrad der fabrikneuen Leuchte

Abschirmung 

Mittel zur Verringerung der Blendung

Abschirmwinkel 

Winkel, aus der Flächen hoher Leuchtdichte gerade nicht sichtbar sind

 

BELEUCHTUNGSANLAGEN

 

Begriff 

Definition 

Allgemeinbeleuchtung 

Gleichmäßige Beleuchtung eines Raumes

Arbeitsplatzbeleuchtung 

Zusätzliche Beleuchtung zur Allgemeinbeleuchtung für eine spezielle Sehaufgabe

Notbeleuchtung 

Beleuchtung, die bei Störung der Stromversorgung wirksam wird

Direkte Beleuchtung 

Anteil des Lichtstroms direkt auf der Nutzebene beträgt: 90 - 100 %

Vorwiegend direkte Beleuchtung 

Anteil des Lichtstroms direkt auf der Nutzebene beträgt: 60 - 90 %

Gleichförmige Beleuchtung 

Anteil des Lichtstroms direkt auf der Nutzebene beträgt: 40 - 60 %

Vorwiegend indirekte Beleuchtung 

Anteil des Lichtstroms direkt auf der Nutzebene beträgt: 10 - 40 %

Indirekte Beleuchtung 

Anteil des Lichtstroms direkt auf der Nutzebene beträgt: 0 - 10 %

Gerichtete Beleuchtung 

Beleuchtung erfolgt aus bestimmter Richtung

Diffuse Beleuchtung 

Beleuchtung erfolgt aus keiner bestimmten Richtung

Flutlicht Beleuchtung 

Beleuchtung einer Szene oder eines Objektes, um dessen Beleuchtungsstärke zur Umgebung zu erhöhen

Stroboskopischer Effekt 

Scheinbare Änderung der Bewegung oder Erscheinungsbildes eines Objektes

Elektrischer Anschlusswert 

Maximaler Leistungsbedarf der Beleuchtungsanlage pro Flächeneinheit; Einheit: W/m2 (für Flächen), kW/km (für Straßenbeleuchtung)

Wartungsfaktor 

Mittlere Beleuchtungsstärke einer Beleuchtungsanlage / mittlere Beleuchtungsstärke der Neuanlage

Wartungszyklus 

Wiederholzyklus von Lampenwechsel und Reinigung

Wartungsplan 

Anweisung zur Festlegung von Zyklus und Wartungsverfahren