Direktblendung begrenzen

Blendung verschlechtert die Sehbedingungen und führt auf Dauer zu Ermüdung und nachlassender Konzentration. Um Fehler und Unfälle an Arbeitsplätzen und im Straßenverkehr zu vermeiden, ist es wichtig, Blendung zu begrenzen.

Experten unterscheiden zwischen zwei Arten von Blendung:

  • Physiologische Blendung setzt direkt das Sehvermögen herab, etwa beim Blick in einen Scheinwerfer.
  • Psychologische Blendung bezieht sich auf Störempfindungen. So können helle Fenster oder Leuchten sehr störend wirken, ohne dass die Sehleistung unmittelbar beeinträchtigt ist. Allerdings erzeugt psychologische Blendung vor allem bei längeren Aufenthalten im Raum ein unangenehmes Gefühl. Die Folge: Der Mensch ermüdet vorzeitig, allgemeines Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit lassen nach.

Physiologische Blendung, die in der Straßenbeleuchtung z. B. durch entgegenkommen­de Fahrzeuge verursacht werden kann, gibt es in der Innenraumbeleuchtung eher selten. Hier spielt die psychologische Blendung eine Rolle. Diese ist in DIN EN 12464-1 als Direktblendung gekennzeichnet und über einen UGR-Blendwert begrenzt.

  • Direktblendung wird unmittelbar durch Leuchten oder leuchtende Flächen hervorgerufen.
  • Reflexblendung entsteht durch Spiegelungen auf glänzenden Oberflächen.

Lichtquellen sind durch Raster und spezielle Reflektoren abgeschirmt bzw. durch Linsen und Mikroprismen abgedeckt und bieten damit Blendschutz; Fenster sollten verschattet werden können.

Abschirmung und Leuchtdichte

Blendungsbewertung nach dem UGR-Verfahren

In der Innenraumbeleuchtung wird die psychologische Blendung nach der europäischen Norm DIN EN 12464-1 nach einer Blendformel beurteilt, dem vereinheitlichten UGR-Verfahren (Unified Glare Rating). Diese berücksichtigt alle Leuchten der Anlage, die zu einem Blendeindruck beitragen. Dank moderner Planungsprogramme kann der UGR-Wert für bekannte Standorte im Raum und unterschiedliche Blickrichtungen berechnet werden. Für überschlägige Berechnungen, ob eine Beleuchtungsanlage blenden könnte, eignet sich die UGR-Tabelle, die von Leuchtenherstellern in Katalogen oder Datenbanken zur Verfügung gestellt wird. Das UGR-Verfahren kann auch bei LED-Leuchten herangezogen werden, sofern die einzelnen LEDs gut abgeschirmt sind.

Das TI-Verfahren in der Straßenbeleuchtung

Jeder Autofahrer weiß, wie gefährlich Blendung im Straßenverkehr sein kann. Die wirksame Begrenzung der physiologischen Blendung dient der Sicherheit und ist ein wichtiges Kriterium guter Beleuchtung im Außenraum.

In der Straßenbeleuchtung wird die physiologische Blendung nach dem TI-Verfahren (Threshold Increment) bewertet. Bei der Blendungsbewertung wird von einer vorgegebenen Blickrichtung des Verkehrsteilnehmers ausgegangen. Der TI-Wert gibt an, um wie viel Prozent die Sehschwelle durch Blendung erhöht wird. Diese Sehschwelle ist der Leuchtdichteunterschied, bei dem ein Objekt gerade noch vor seinem Hintergrund erkannt wird. DIN EN 13201 nennt Richtwerte. Die prozentuale Schwellenwerterhöhung TI wird nach folgender Formel berechnet:

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