Reflexblendung vermeiden

Störungsfreies Sehen setzt voraus, dass Kontraste – also Leuchtdichteunterschiede – vorhanden sind. So ist zum Beispiel ein Text am Computer nur dann gut lesbar, wenn zwischen den Buchstaben und dem Bildschirmhintergrund ein deutlicher Kontrast besteht.

Spiegelt sich jedoch das Licht von Leuchten oder Fensterflächen auf glänzenden Oberflächen, führt dies zu einer Kontrastminderung und mit zunehmenden Leuchtdichten zu Reflexblendung. Die Folge: Die Augen leisten Schwerstarbeit und ermüden rasch; die Konzentration lässt nach, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle  können auftreten.

Blendung reduzieren

Reflexblendung lässt sich durch entsprechende Maßnahmen vermeiden oder wirkungsvoll reduzieren:

  • Richtige Auswahl und Anordnung von Lichtquellen und Leuchten.
  • Richtige Anordnung von Arbeitsplätzen, sodass Licht hauptsächlich von der Seite auf den Schreibtisch fällt.
  • Einrichtung von Innenräumen mit vorzugsweise matten hellen Oberflächen.

Zur Beurteilung der Reflexblendung auf horizontalen glänzenden Flächen (Lese- und Schreibvorlagen) wird der Kontrastwiedergabefaktor CRF (contrast rendering factor) verwendet, der mit entsprechender Software berechnet werden kann. Bei üblichen Büroarbeiten ist ein Mindestwert von CRF = 0,7 ausreichend; bei Arbeiten mit hochglänzenden Materialien ist ein höherer Wert erforderlich.

Bildschirmarbeitsplätze

Die Werte für Leuchtdichten, die sich in Bildschirmen spiegeln und dort Reflexionen verursachen können, hängen von den verwendeten Bildschirmen ab. Moderne Bildschirme mit hohen Hintergrundleuchtdichten und guter Entblendung erlauben deutlich höhere Leuchtdichtegrenzwerte.

Die Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen muss nach DIN EN 12464-1 so geplant werden, dass sie allen Sehaufgaben am Arbeitsplatz gerecht wird. Moderne Bildschirme mit Leuchtdichten L ≥ 200 cd/m2 können auch relativ hohe Leuchtdichten bis 3.000 cd/m2 verkraften. Allerdings sollten Planer Art und Anordnung der Leuchten so auswählen, dass keine störenden Reflexionen entstehen.

Der Grenzwert für Leuchtdichten bei üblicherweise verwendeten Bildschirmeinstellungen beträgt 1.500 cd/m2 oberhalb eines Ausstrahlungswinkels g von 65°. Bildschirme mit hochglänzenden Oberflächen sind allerdings kritisch, da sich darin schon ein weißes Hemd spiegelt. Sie sollten im Büro nicht verwendet werden. Weiterhin gilt: Büroräume mit Bildschirmarbeitsplätzen müssen über einen verstellbaren Blendschutz am Fenster verfügen.

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