Human Centric Lighting im Krankenhaus

Biologisch wirksames Licht fördert die Genesung: Ein Klinikaufenthalt bedeutet für gewöhnlich Bettruhe. Patienten kommen nur selten oder überhaupt nicht ins Freie. Nur wenige haben ein Bett am Fenster. Hier kann dann eine biologisch wirksame, dem Tagesverlauf anpasste Beleuchtung zum wichtigen Zeitgeber für die innere Uhr werden. Mit wechselnden Lichtfarben und unterschiedlichen Beleuchtungsstärken unterstützt Human Centric Lighting (HCL) Schlaf- und Wachphasen, das emotionale Empfinden und damit die Regeneration. Das Licht mit nicht-visueller Wirkung nimmt positiven Einfluss auf biologische Prozesse im menschlichen Körper: Patienten fühlen sich besser, Behandlungen sind effizienter.

Morgens kühlweißes, abends warmes Licht

Kühlweißes Licht mit hohen Beleuchtungsstärken bis zu 1.600 Lux wirkt am Morgen aktivierend und fördert die Wachphasen. Großflächige Decken- oder Wandleuchten sorgen dafür, dass das Licht aus dem oberen Halbraum die Augen und damit die Fotorezeptoren im unteren Bereich der Netzhaut erreicht. Die Rezeptoren reagieren sensibel auf die Blauanteile im Licht und regen den Organismus zur Produktion von stimmungsaufhellendem Serotonin an. Abends stimmen dann warme Lichtfarben unter 3.300 Kelvin und reduzierte Helligkeit den Körper auf die Nacht ein. Da Licht auch unterbewusst wahrgenommen wird, eignet sich die circadiane Beleuchtung für normale Patientenzimmer ebenso wie für Intensivstationen und Aufwachräume.

Das Beleuchtungskonzept basiert auf einem intelligent vernetzten, auch individuell zu regelndem System. Für Untersuchungen oder bei Notfällen kann das Klinikpersonal funktionales, blendfreies Licht einschalten und als nächtliches Orientierungslicht etwa indirekte Beleuchtung entlang der Wand regeln. Über ein Steuerungsmodul bedienen Patienten beispielsweise das Licht zum Lesen.

Dynamisches Licht für das Klinikpersonal

Ist der circadiane Rhythmus der Patienten stabil, sind Therapiezeiten und auch der Pflegebedarf geringer. Damit entlastet biologisch wirksames Licht auch das Klinikpersonal. Dynamische Beleuchtungssysteme mit voreingestellten Lichtstimmungen sorgen auch im Schwesternzimmer für Sehkomfort: Licht mit hohen Beleuchtungsstärken und hohen Blauanteilen unterstützen Motivation und Konzentration, Warmtöne begünstigen die Erholung in den Pausen. Basis für die Beleuchtungslösung bilden beispielsweise großflächige Lichtdecken oder Leuchten mit asymmetrischer Lichtverteilung. Das von sogenannten Wallwashern an die Wände gebrachte Licht strahlt in den Raum zurück.

Während in Patientenzimmern und Personalräumen biologisch wirksames Licht sinnvoll ist, erfordern Behandlungsräume einen ausgewogenen Mix aus funktionaler Beleuchtung für Untersuchungen und behaglichem Licht, das dem Kranken das Gefühl gibt, gut aufgehoben zu sein.

Weitere Infos über Licht als Gesundheitsfaktor

Ausführliche Informationen über richtige Beleuchtung im Gesundheitswesen geben die Rubrik „Krankenhaus“ bei den Lichtanwendungen und Heft licht.wissen 07 „Licht im Gesundheitswesen“. Die Broschüre kann als PDF heruntergeladen oder bestellt werden.

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