Kosten der Beleuchtung – über den Lebenszyklus

Ob Neuanlage oder Sanierung: Grundlage aller Entscheidungen ist eine detaillierte Betrachtung der Beleuchtungskosten – und aller Faktoren, die sie beeinflussen. Dazu zählt bei einer Sanierung auch ein Vergleich zur Altanlage. Der größte Kostenanteil entfällt in der Regel auf den Betrieb.


Moderne und effiziente Technologien wie LED-Leuchten und Lichtmanagement ermöglichen heute nicht nur graduelle, sondern sprunghafte Verbesserungen in der Energieeffizienz. Sie sind der Schlüssel zu massiven Einsparungen, je nach Alter der vorhandenen Anlage bis zu 80 Prozent. Und jedes eingesparte Watt bedeutet bares Geld. Werden z. B. in einer Produktionshalle veraltete Hallenpendelleuchten mit einer Lampenleistung von 250 Watt und einer Systemleistung von 274 Watt durch eine neue LED-Lösung ersetzt, ergibt sich – bei einem Verbrauch von ca. 110 Watt – eine jährliche Einsparung von rund 120 Euro pro Leuchte bei 4.000 Nutzungsstunden pro Jahr und 0,18 Euro/Kilowattstunde.

Das beste Instrument zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Beleuchtungsanlage ist eine Analyse der Kosten über den gesamten Lebenszyklus – von der Produktauswahl über den Betrieb bis zur Entsorgung. Diese Analyse vergleicht nicht nur die Kosten der Anschaffung, sondern bildet alle anfallenden Kosten ab:

  • Investition (Anschaffung, Installation und eventuell anfallende Zinsen),
  • Energieverbrauch,
  • Wartung und Reparaturen sowie
  • Kosten für Demontage und Entsorgung.
Die Grafik zeigt, wie viel Strom- und Wartungskosten bei der Umrüstung auf LED-Leuchten im Vergleich zu einer Altanlage gespart werden kann. Lichtmanagement erhöht die Einsparungen noch.
Eine energieeffiziente Beleuchtung wirkt sich positiv auf die Umweltbilanz eines Unternehmens aus und spart zudem bares Geld.

Energieverbrauch dominiert die Gesamtkosten

Wichtig zu wissen: Im Zeitalter steigender Strompreise und effizienter Beleuchtungslösungen erreichen die

  • Betriebsausgaben für Energie, Wartung und Instandhaltung leicht 80 Prozent der gesamten Lebenszykluskosten;
  • Anschaffung und Installation schlagen dagegen nur mit rund 20 Prozent zu Buche. Die Werte können je nach Anlage sehr unterschiedlich ausfallen und verändern sich insbesondere mit den jährlichen Nutzungsstunden und dem Strompreis pro Kilowattstunde.

Leuchtenhersteller müssen Angaben zur Ausfallquote ihrer Produkte machen. Eventuell anfallende Ersatzinvestitionen sind in der Analyse ebenfalls zu berücksichtigen.

Innerhalb der Betriebskosten dominieren deutlich die Energiekosten: Hier lässt sich also mit dem größten Hebel ansetzen, wenn Ausgaben für die Beleuchtung dauerhaft gesenkt werden sollen – ein überzeugendes Argument für den Einsatz energieeffizienter Beleuchtungstechnik.

Gutes Licht bietet vielfältigen Nutzen

Die Investitionskosten spielen bei Betrachtung der Kosten über die gesamte Lebensdauer meist nur eine untergeordnete Rolle. Der Einsatz moderner Beleuchtungstechnik überzeugt aber im Betrieb durch hohe Effizienz und beste Lichtqualität.

Beleuchtungsanlagen werden häufig primär nach Kostengesichtspunkten bewertet: Finanziert wird, was nötig ist, um die Normwerte für die Sehaufgaben zu erfüllen. Doch eine hochwertige Beleuchtungsanlage schafft vielfältigen Nutzen, für Betreiber wie Investoren, z. B. durch Abschreibungen auf die Investition und durch nachhaltig reduzierte Betriebskosten.

Von niedrigen CO2-Emissionen profitiert die Umwelt, aber auch die Umweltbilanz eines Unternehmens oder einer Kommune. Und schließlich trägt gutes Licht – abgestimmt auf Sehaufgabe, individuelle Sehleistung und Raumumfeld – zu Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz, in der Schule und zu Hause bei.  

Betrachtungszeitraum festlegen

Wichtig in der Lebenszyklusbetrachtung ist die Festlegung eines geeigneten Betrachtungszeitraums. Dieser sollte so gewählt werden, dass er dem wirtschaftlichen Horizont des Endkunden beziehungsweise der Anwendung entspricht. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um ein Projekt in einem Mietgebäude handelt. Hier entsteht ein Investor-/Mieter-Dilemma, da nicht der Investor von der Einsparung profitiert, sondern der Mieter. Um hier einen fairen Interessensausgleich zu schaffen, sollten Modellberechnungen dafür sorgen, dass beide Seiten von den Einsparungen profitieren.

Viele Investoren scheuen sich, den Betrachtungszeitraum auf mehr als fünf Jahre anzulegen, da sie selbst in einer sich schnell ändernden Welt eine Zukunftsprognose für einen sehr langen Zeitraum nicht sicher erstellen können. In diesem Fall empfiehlt es sich, den Betrachtungszeitraum so zu wählen, dass er etwa 30 bis 50 Prozent über der Amortisationsdauer der einfachsten Beleuchtungslösung liegt. Damit ist sichergestellt, dass auch investitionsintensivere Lösungen (z. B. eine Lichtsteuerung) mit höherer Einsparung ihre Wirtschaftlichkeit beweisen und umgesetzt werden können.

Grundsätzlich gilt: Je länger der Betrachtungszeitraum gewählt werden kann, desto eher können optimierte Lösungen gewählt werden.

Spezifisch für die Straßenbeleuchtung sind sehr lange Lebenszyklen: 25 Jahre Betriebsdauer ist ein Richtwert, die nicht selten auch noch deutlich überschritten wird. Ein guter Grund, Entscheidungen über Kosten und Aufwendungen nicht nur auf den Zeitpunkt der Investition zu beziehen, sondern über die gesamte Betriebsdauer.

Gesamteinsparung über den Lebenszyklus

Bei Betrachtung aller Kosten über die Lebensdauer fällt auf, dass Anlagen mit einer höheren Anfangsinvestition und damit auch einer längeren Amortisationszeit auf lange Sicht gleichwohl mehr Kosten sparen können als solche, die sich schneller amortisieren. Die Amortisationszeit als Entscheidungsparameter liefert deshalb in der Regel nur die einfachste Alternative, aber selten auch die beste und langfristig attraktivste Lösung.

So sind hochwertige LED-Leuchten plus Lichtmanagementsystem in der Anschaffung zwar meist teurer, überzeugen aber auf der Langstrecke dank hoher Effizienz und geringen Wartungskosten mit den geringsten Lebenszykluskosten. Zugleich bieten sie eine verlässlich höhere Lichtqualität – ein Plus fürs Wohlbefinden.

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