Die Energieeinsparverordnung (EnEV)

Ein wichtiges Instrument der deutschen Energie- und Klimaschutzpolitik ist die Energieeinsparverordnung der Bundesregierung. Den Weg zur Einhaltung der Mindestanforderungen für den effizienten Betrieb von Beleuchtungsanlagen ebnen LED-Technologie und modernes Lichtmanagement.


Die deutsche Umsetzung der europäischen Gebäudeeffizienz-Richtlinie EPBD (European Performance of Buildings Directive) ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Ziel der EnEV ist ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050. Die Verordnung regelt daher den maximal zulässigen Gesamtenergiebedarf von Nichtwohngebäuden inklusive der Beleuchtung, der im Energieausweis dokumentiert wird. Vor Neubau oder Sanierung muss demnach der Energiebedarf ermittelt werden, der zur sachgemäßen Nutzung des Gebäudes erforderlich ist.

Aktuell gilt die EnEV 2014. Zuletzt wurde der energetische Standard für Neubauten 2016 angepasst: Der erlaubte Jahres-Primärenergiebedarf für Neubauten wurde damit um durchschnittlich 25 Prozent gesenkt.

Grundlage der Berechnung

Das nach EnEV 2014 anzuwendende Berechnungsverfahren ist in der Norm DIN V 18599 „Energetische Bewertung von Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung" beschrieben. Teil 4 behandelt den Nutz- und Endenergiebedarf für die Beleuchtung. Hierbei werden statistisch ermittelte Daten für die Energieeffizienz der eingesetzten Technologien sowie der Beleuchtung verwendet.

Novellierung steht an

Eine Überarbeitung der EnEV ist geplant. Zudem sollen die derzeit noch parallel laufenden Bestimmungen zum Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in ein gemeinsames Regelwerk – das GebäudeEnergieGesetz (GEG) – zusammengeführt werden. Hintergrund war u. a. die EU-Gebäuderichtlinie, die ab 2019 den Niedrigstenergie-Standard für Neubauten fordert.

Beleuchtung: Hohe Effizienzsteigerungen

Somit würden Beleuchtungssysteme künftig unabhängig bewertet. Mit gutem Grund: Kein anderes technisches Gebäudesystem kann auf vergleichbar hohe Effizienzsteigerungen verweisen. Die weiteren Effizienzsteigerungen der LED zusammen mit der Digitalisierung des Lichts (z. B. Connectivity, Monitoring etc.) steigert die Energieeffizienz von Beleuchtungssystemen auch in Zukunft.

Ein weiteres zentrales Anliegen für mehr Effizienz ist die fachgerechte Planung. Sie beinhaltet nicht nur die Erfüllung der lichttechnischen Qualitätsanforderungen nach DIN EN 12464-1, sondern auch die Erstellung eines Wartungsplans. Dieser legt z. B. auch die Reinigungsintervalle fest. Werden Leuchten häufiger gereinigt, kann die Systemleistung der Leuchte reduziert werden.

Wartungspläne haben erheblichen Einfluss auf die Energieeffizienz eines Gebäudes. Zur besseren Wirtschaftlichkeit sollten Wartungszyklen für Beleuchtung mit der schon heute regelmäßig notwendigen Wiederholungsprüfung der jeweiligen elektrischen Anlagen nach DGUV-Vorschrift A3 zusammenfallen.

Das 2016 erschienene Positionspapier des ZVEI „Berücksichtigung der Beleuchtung bei der Novellierung der Energiesparverordnung" behandelt das Thema umfassend.

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