Licht für lebenswerte Städte

Weltweit stehen Städte vor vielen Herausforderungen: Luftverschmutzung, Verkehrsflut, soziale Spannungen. Moderne Beleuchtung entlastet CO2-Bilanzen und städtische Haushalte. Doch vor allem trägt sie viel zur Lebensqualität der Bewohner bei.


Die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS sind Zeugen eines globalen Trends: Bei Nacht und bei klarer Sicht können sie Städte als beleuchtete Flächen von dunklen unbewohnten Gegenden unterscheiden. Während die dunklen Regionen abnehmen, dehnen sich die beleuchteten Flächen aus – ein Zeichen der fortschreitenden Urbanisierung. In Europa lebten 2018 schon 74,5 Prozent der Einwohner in Städten (Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung), weltweit waren es 55 Prozent. Tendenz steigend.

Der Trend zur Verstädterung birgt viele Probleme: Luftverschmutzung, Wasserverbrauch, Müllberge. Zu den negativen ökologischen Begleiterscheinungen treten wirtschaftliche und soziale Missstände wie Wohnungsmangel oder Armut. Eine Lösung sind „Green City“-Konzepte für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Auf internationaler und lokaler Ebene arbeiten Politik, Wissenschaft und Unternehmen an Plänen, die das städtische Wachstum in geordnete und stabile Bahnen lenken sollen.

Nach der Sanierung mit LED-Leuchten wirkt die Szenerie in der Innenstadt ruhiger, Orientierung wird erleichtert und es herrschen bessere Sehbedingungen. (Foto: licht.de/WE-EF, Fotografie: Frieder Blickle)
Die sehr engstrahlende Lichtverteilung der Bodeneinbauleuchten mit besonderer Schärfe im Randbereich minimiert Streulicht. (Foto: licht.de/WE-EF, Fotografie: Frieder Blickle)
Zahlreiche Künstler haben an der Gestaltung des Jugendstil-Kleinods mitgewirkt. Einbauleuchten über dem Eingangsportal beleuchten eindrucksvoll die drei Gorgonen-Köpfe, die unter der Beleuchtung plastisch hervortreten. (Foto: licht.de/Zumtobel)
Licht lenkt Passantenströme und macht Unebenheiten im Boden erkennbar. Eine gute Wegeführung schützt vor Unfällen. (Foto: licht.de/WE-EF, Fotografie: Frieder Blickle)

Nachhaltiges Licht für die Stadt

Effiziente LED-Leuchten und digitale Lichtsteuerung bilden zunehmend das Fundament einer nachhaltigen Stadtbeleuchtung. Sie senken den Energieverbrauch, entlasten die CO2-Bilanz und verbessern die Lichtqualität. Sinkende Ausgaben für Wartung tragen ebenfalls zur Kosteneffizienz bei.

Vor allem bei der Außenbeleuchtung können sich Städte als „Green City“ profilieren. Beispiel Königsfeld: Die Gemeinde in Baden-Württemberg ist Teil des LED-Netzwerks Schwarzwald. Als „LED-City“ hat Königsfeld die Beleuchtung der Kernstadt fast komplett auf LEDs umgestellt – vom Park bis zum Wohngebiet. Austauschbare Module garantieren, dass immer die neueste LED-Technik zum Einsatz kommt. Mit moderner Steuerungstechnik wurde der Energieverbrauch um 62 Prozent gesenkt. Die EU belohnte das Projekt mit dem „GreenLight Award“ (www.eu-greenlight.org).

Licht für mehr Lebensqualität

Nachhaltige Stadtbeleuchtung lässt sich aber nicht auf Umwelt- und Klimaschutz, Energie- und Kosteneffizienz reduzieren. Ähnlich wie in der Wohnung ist Licht auch in der Stadt als Stimmungsmacher gefordert. Denn Beleuchtung prägt das nächtliche Bild einer Stadt: Licht bringt Sicherheit, schafft Atmosphäre und beeinflusst Lebensumfeld und -qualität der Bewohner.

Interessante Zahlen dazu liefert eine Forsa-Studie aus dem Jahr 2010. Danach ist für 97 Prozent der Deutschen das direkte Umfeld wichtig für die persönliche Lebensführung. Es rangiert noch vor Gehalt oder Urlaub und wird nur vom Faktor Gesundheit übertroffen.

Damit ist klar: Energie- und Kosteneffizienz stehen alleine noch nicht für eine nachhaltige Stadtbeleuchtung. Erst wenn Licht im städtischen Raum auch für Lebensqualität sorgt und die Akzeptanz der Bewohner findet, lässt sich von Nachhaltigkeit in der Beleuchtung sprechen.

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