Bewohnerzimmer

Seniorenappartements und die privaten Bewohnerzimmer in Pflegeheimen sollen eine wohnliche Atmosphäre ausstrahlen. Sie sind der private Rückzugs- und Regenerationsort. Mehrere Leuchten gliedern den Raum in unterschiedliche Zonen und stehen für ein gelungenes Lichtkonzept.


Senioren halten sich länger in Innenräumen auf als Jüngere. Dabei ändern sich ihre Lichtbedürfnisse im Tagesverlauf mehrfach. Die Beleuchtung sollte entsprechend flexibel sein – und das funktioniert am besten mit mehreren unterschiedlichen Lichtquellen im Zimmer.

Für die Allgemeinbeleuchtung sieht DIN EN 12464-1 mindestens 100 Lux vor. Ein Mix aus direktem und indirektem Licht durch Decken-, Wand-, Steh- und Tischleuchten sorgt für Wohnlichkeit. Bei dementen Bewohnern empfiehlt licht.de, aufgrund des Verletzungsrisikos auf Stehleuchten zu verzichten. Licht in warmen Farbtönen (2.700 bis 3.500 Kelvin) strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus.

Lichtsteuersysteme bieten über die funktionale Beleuchtung hinaus individuelle Lichtszenarien und abwechslungsreiche Lichtstimmungen. Damit Dynamik und Flexibilität jedoch auch genutzt werden können, muss die Beleuchtung einfach und intuitiv zu bedienen sein: Seniorengerechte Fernbedienungen mit großen Tasten sind die richtige Wahl. Auch Tastschalter sollten ausreichend groß und eindeutig gekennzeichnet sein.

Leseleuchte und Untersuchungslicht

Aufgrund der oft eingeschränkten Mobilität bietet es sich an, eine flexibel verstellbare Leseleuchte mit einer Beleuchtungsstärke von 300 Lux zu installieren. Vom Pflegepersonal kann sie auch als Untersuchungslicht für einfache Handgriffe genutzt werden. Sofern die Zimmer auch eine intensivere Pflege zulassen, sollte in Anlehnung an DIN 5035-3zusätzlich eine lichtstarke Leuchte mit mindestens 1.000 Lux vorhanden sein.

Orientierungsbeleuchtung

In der Nacht sollte in Seniorenräumen eine Orientierungsbeleuchtung mit einer Stärke von fünf Lux zur Verfügung stehen. Sie sorgt für schnelle Orientierung, z. B. beim Gang zur Toilette. Im unteren Drittel des Raumes angebracht, wird der Schlafende davon nicht unnötig gestört. Das nächtliche Vorhandensein von Licht kann Ängsten und Orientierungslosigkeit vorbeugen – insbesondere bei dementen Bewohnern.

Badbeleuchtung

Das angegliederte Badezimmer sollte blendungs- und schattenfrei ausgeleuchtet sein. Das gilt vor allem für die Beleuchtung des Spiegels: Große, stabförmige Leuchten an den Seiten des Spiegels oder eine direkt-indirekte Beleuchtung oberhalb des Spiegels vermeiden Schatten unter Kinn und Nase, wie sie oft durch Deckenleuchten entstehen. LEDs mit warmen Farbtönen hinter satiniertem Glas bieten ein gleichmäßiges Licht und vermeiden Blendung.

Normen

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