Energieeffizient beleuchten: Tageslicht nutzen

Höchste Einspareffekte bieten Lichtmanagementsysteme, die das einfallende Tageslicht nutzen: Künstliche Beleuchtung wird nur zugeschaltet oder langsam stufenlos zugeregelt, wenn das Tageslicht nicht ausreicht – und kann bei ausreichender Helligkeit auch komplett abgeschaltet werden. 

Ideale Bedingungen für die Nutzung von Tageslicht bieten Dachoberlichter. Sie lenken viel mehr Licht in den Raum als seitliche Fenster. In Neubauten werden deshalb häufig Lichtkuppeln und Lichtbänder eingesetzt, oft auch in Kombination. Professionelle Lichtplanung berücksichtigt Maßnahmen zum Wärme- und Blendschutz.

Natürliches Tageslicht ist kostenlos verfügbar, wirkt positiv auf das Wohlempfinden und wird auch von der Arbeitsstättenregel ASR A3.4 gefordert.

Tageslichtabhängige Steuerung spart Energie: Künstliches Licht wird nach Bedarf geschaltet und gedimmt. Lichtsensoren im Raum oder direkt am Fenster messen die Lichtmenge und regeln das Beleuchtungsniveau entsprechend dem Tageslichteinfall.

So bleibt das Beleuchtungsniveau konstant

Für ein konstantes Beleuchtungsniveau im ganzen Raum werden tageslichtabhängige Regelungen ausgelegt als Summe aus Tageslichtanteil und geregeltem künstlichen Licht. So bleibt die gewünschte Beleuchtungsstärke zum Beispiel auf der Arbeitsfläche im Büro auch dann in etwa gleich, wenn sich der Tageslichteinfall ändert. Das bedeutet: Ist es draußen sehr hell, wird die künstliche Beleuchtung zurückgenommen, ist es draußen dunkel, wird mehr Kunstlicht hinzugeregelt.

Leuchten mit großer Distanz zur Fensterfront müssen mehr künstliches Licht abgeben als jene, die direkt in Fensternähe installiert sind. Für Sehaufgaben, die mehr Licht benötigen, sollte sich der Sollwert zudem manuell variieren lassen.

Automatisierte Regelung

Um eine qualitativ gute, anwendungsgerechte Beleuchtung sicherzustellen, ist es sinnvoll, das Miteinander von Tages- und Kunstlicht zu automatisieren. Das Beleuchtungsniveau wird abhängig vom Tageslichteinfall geregelt über

  • Lichtsensoren an einzelnen Arbeitsplatzleuchten,
  • Lichtsensoren im Raum,
  • Lichtsensoren im Außenbereich.

Sind Bewegungsmelder in das Lichtmanagement integriert, ist eine Präsenzkontrolle möglich: Abhängig von Anwesenheit schaltet sich die Beleuchtung sofort ein und zeitversetzt aus.

Unterschiedliche Ausbaustufen

Tageslichtabhängige Regelungen werden in unterschiedlichen Ausbaustufen realisiert: Die Möglichkeiten reichen von der

  • einfachen Regelung einzelner Leuchten,
  • Regelung von Leuchtengruppen in einem System
  • Einbindung der gesamten Beleuchtung in die Gebäudesystemtechnik.

Komponenten dieser Lichtregelung sind dimmbare elektronische Vorschaltgeräte (EVG) und Signalverstärker mit Lichtsensoren. Jeder Leuchte oder Leuchtengruppe wird ein Sensor zugeordnet, der die aktuelle Lichtmenge im Innen- oder Außenraum erfasst und das künstliche Licht dann automatisch auf das vorab eingestellte Niveau regelt.

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