Beleuchtungsanlagen messen und überprüfen

Zur Bewertung einer Straßenoberfläche wird die Leuchtdichte L der Straßenoberfläche/Fahrbahn mit dem Leuchtdichtemesser gemessen.
Horizontale Beleuchtungsstärken werden auf der Arbeitsfläche oder im Allgemeinen 0,75 Meter über dem Boden und maximal 0,1 Meter über dem Boden von Verkehrswegen, Straßen und Plätzen gemessen.

Für die Überprüfung von Beleuchtungsanlagen stehen Architekten und Lichtplanern professionelle Verfahren zur Verfügung. Häufigste Anwendung in der Praxis sind Messungen der Beleuchtungsstärke. Messgeräte simulieren dabei die Empfindlichkeit des menschlichen Auges. 

Messungen werden vorgenommen, um

  • die Qualität neuer Beleuchtungsprojekte zu überprüfen,
  • den Ist-Zustand bestehender Beleuchtungsanlagen zu untersuchen, um Hinweise auf Wartungs- oder Instandsetzungsbedarf zu erhalten,
  • verschiedene Beleuchtungsanlagen zu vergleichen.

Wichtige Messgrößen

In den Normen und Vorschriften:

  • die Beleuchtungsstärke E (zum Beispiel als horizontale Beleuchtungsstärke Eh, als halbzylindrische Beleuchtungsstärke Ehz), vertikale Beleuchtungsstärke Ev, als zylindrische Beleuchtungsstärke Ez oder
  • der Reflexionsgrad ρ (zum Beispiel für Decke, Wände, Boden bei Arbeitsstätten in Innenräumen und bei Sporthallen),
  • die Reflexionseigenschaften von Fahrbahnoberflächen (zum Beispiel in der Straßen- und Tunnelbeleuchtung),
  • die Netzspannung U und/oder die Umgebungstemperatur ta (bei Beleuchtungsanlagen mit Lampen, deren Lichtstrom von der Betriebsspannung und/oder der Raum- bzw. Umgebungstemperatur abhängig sind).
Drei Klassen geben Auskunft darüber, wie exakt Lichtmessgeräte arbeiten.

Vorbereitung der Messung

Für Messungen der Beleuchtungsstärke sind Messgeräte erforderlich, die an den spektralen Hellempfindlichkeitsgrad V(λ) des menschlichen Auges angepasst sind. Zudem müssen Luxmeter schräg einfallendes Licht cosinusgetreu bewerten. Messungen mit Smartphone-Apps zeigen in der Praxis eine Fehlerquote von bis 50 Prozent und sind somit häuftig ungenau.

Vor jeder Messung muss Folgendes festgestellt werden:

  • geometrische Maße der Beleuchtungsanlage,
  • Art des Raumes und der Tätigkeit,
  • zu messende Größen und Lage der Messpunkte,
  • allgemeiner Zustand der Anlage (zum Beispiel Alter, Zeitpunkt der letzten Reinigung, letzter Lampenwechsel, Grad der Verschmutzung).

Weiterhin müssen die Lampen einer Anlage ausreichend eingebrannt sein. Vor der Messung sind außerdem Netzspannung und Umgebungstemperatur zu prüfen. Auch sollen Einflüsse durch Fremdlicht ausgeschlossen (zum Beispiel Tageslicht bei der Innenbeleuchtung oder Kraftfahrzeugbeleuchtung bei der Außenbeleuchtung) und störende Einflüsse durch Hindernisse oder Abschattungen durch messende Personen vermieden werden. Ist dies nicht möglich, muss die Beleuchtungsstärke bei eingeschalteter und unmittelbar danach nochmals bei ausgeschalteter Anlage gemessen werden. Die Differenz der Messwerte entspricht der Beleuchtungsstärke des künstlichen Lichts.

Messraster anlegen

Zur Messung der Beleuchtungsstärken wird die Grundfläche der Anlage, die beurteilt werden soll, aufgeteilt. Gleich große, möglichst quadratische Teilmessflächen dienen als Messraster. Es darf nicht mit dem Rastermaß der Leuchtenanordnung übereinstimmen. Andernfalls würden zum Beispiel direkt unter den Leuchten jeweils nur Maximalwerte gemessen. Symmetrieeigenschaften von Beleuchtung und Raum (beziehungsweise Flächen im Freien) können den Messumfang jedoch sinnvoll reduzieren. Vorgaben zum Messraster enthalten DIN EN 12464 und DIN EN 12193.


Grundsätzlich sollte zu jeder Untersuchung ein Messprotokoll erstellt werden. Es enthält neben den Messwerten auch Angaben zum Umfeld, zu Lichquellen, Leuchten und Geometrie der Beleuchtungsanlage.

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