Lichtplanung: Wartungswert und Wartungsfaktor

Für Innenräume und bestimmte Anwendungsfälle in der Außenbeleuchtung nennen Normen den Wartungswert der Beleuchtungsstärke. Wartungswert und Wartungsfaktor müssen bei der Lichtplanung beachtet werden.

Entscheidend für die Sehleistung ist das erforderliche Beleuchtungsniveau. Es wird durch die Beleuchtungsstärke – in der Straßenbeleuchtung ist die Leuchtdichte L die maßgebliche Größe – und die Reflexionsgrade der beleuchteten Fläche beeinflusst.

Dabei gilt: Je geringer die Reflexionsgrade und je schwieriger die Sehaufgabe, desto höher muss die Beleuchtungsstärke sein.

Der Wartungswert kennzeichnet den Wert, den die Beleuchtungsstärken während der Betriebszeit einer Anlage nicht unterschreiten dürfen; im Beispiel beträgt das Wartungsintervall drei Jahre.

Wartungswert

Der Wartungswert (Ēm) beschreibt den Mittelwert der Beleuchtungsstärke, der nicht unterschritten werden darf. Bei Projektierung einer Beleuchtungsanlage muss berücksichtigt werden, dass Leuchten, Lichtquellen und Räume im Laufe der Zeit altern und verschmutzen. In der Folge nimmt die Beleuchtungsstärke ab. Um diesen Verlust zu kompensieren, muss jede Neuanlage mit höheren Beleuchtungsstärken ausgerüstet sein (= Neuwert).

 


Der Lichtplaner erfasst diese Abnahme mit dem Wartungsfaktor:
Wartungswert = Wartungsfaktor x Neuwert.


Beispiele

Verkehrsflächen 100 lx
Büro 500 lx
Operationsfeld bis 100.000 lx  

Wartungsfaktor

Der Wartungsfaktor ist abhängig von der Art der eingesetzten Lichtquellen und Leuchten, von Staub- und Schmutzbelastung des Raumes bzw. der Umgebung sowie von Wartungsmethode und Wartungsintervall. Da bei der Planung die betriebsbedingten Einflüsse auf die Beleuchtungsanlage häufig nicht ausreichend bekannt sind, werden bei einem Wartungsintervall von drei Jahren folgende Wartungsfaktoren angesetzt:

  • in sauberen Räumen: Wartungsfaktor 0,67 
  • in schmutzanfälligen Räumen: Wartungsfaktor 0,5

Berechnungsebene ist die Fläche, auf der die Beleuchtungsstärke realisiert werden soll. Empfehlung für Büroarbeitsplätze: 0,75 Meter; für Verkehrsflächen maximal 0,1 Meter über dem Boden.

Die Bestimmung der Leuchtdichte für die Straßenbeleuchtung ist mit einem höheren Planungs- und Messaufwand verbunden: Sie ist abhängig vom Lichtstrom der eingesetzten Lichtquellen, von der Lichtstärkeverteilung der Leuchten, der Geometrie der Beleuchtungsanlage sowie den Reflexionseigenschaften des Straßenbelages.

Normen nennen Wartungswerte

Die erforderlichen Wartungswerte der Beleuchtungsstärke werden für Arbeitsstätten in Innenräumen für verschiedene Räume, Aufgaben oder Tätigkeiten in DIN EN 12464-1 sowie für Arbeitsplätze im Freien von DIN EN 12464-2.

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