Ganglienzellen / ipRGC

Retinale Ganglienzellen – auch dritter Fotorezeptor oder ipRGC genannt – sind Nervenzellen in einem Ganglion (= Nervenzellknoten), die visuelle Informationen der Netzhaut über den Sehnerv ins Gehirn weiterleiten. IpRGC ist die Abkürzung für intrinsic photosensitive Retinal Ganglion Cells. Es gibt neben den zum Sehen notwendigen Fotorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) in der Netzhaut auch Ganglienzellen, welche die Signale dieser Fotorezeptoren aufnehmen und an den Sehnerv weiterleiten. Etwa 2 bis 3 % aller Ganglienzellen in der Netzhaut enthalten darüber hinaus das Photopigment Melanopsin und sind damit selbst (intrinsisch) lichtempfindlich – insgesamt nur etwa 2.000 pro Auge.

Diese Zellen leiten somit nicht nur dann Signale weiter, wenn sie diese Information von anderen Fotorezeptoren erhalten, sondern reagieren aus sich selbst heraus auf Licht. Diese Reaktion ist die wesentliche Grundlage für nicht-visuelle bzw. melanopische Wirkungen des Lichts auf den Menschen. IpRGC sind immer an den biologischen Wirkungen beteiligt, selbst wenn manche Wirkungen auch von anderen Fotorezeptoren beeinflusst werden.

Siehe dazu auch die Rubrik „Nicht-visuelle Lichtwirkungen“, „Licht taktet die innere Uhr

2002 entdeckten Wissenschaftler spezielle Ganglienzellen auf der Netzhaut, die nicht dem Sehen dienen. Sie sind im nasalen und unteren Bereich der Netzhaut besonders empfindlich. Die Zapfen und Stäbchen sind für das Sehen verantwortlich.
Die Ganglienzellen des dritten Lichtrezeptors sind im nasalen und unteren Bereich der Netzhaut am empfindlichsten. Damit hat sich das Auge an die natürlichen Lichtverhältnisse angepasst, denn Tageslicht erreicht das Auge aus dem oberen Halbraum.

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