Melanopische Wirkung des Lichts

Unter dem Begriff „melanopische Lichtwirkungen“ werden nicht-visuelle Effekte verstanden, die durch melanopsinhaltige Ganglienzellen im Auge des Menschen vermittelt werden. Dieser zuvor unbekannte Fotorezeptor wurde 2001 identifiziert; in der Folge wurden intrinsisch lichtempfindliche Ganglienzellen (ipRCG) nachgewiesen.

Da für diese Ganglienzellen ein eigenes Wirkungsspektrum nachgewiesen wurde, kann Licht im Hinblick auf seine melanopischen Wirkungen nicht wie bisher ausschließlich mit dem in DIN 5031-3 beschriebenen spektralen Hellempfindlichkeitsgrad V(λ) für Tagessehen bewertet werden. Visuelle und die in der DIN SPEC 5031-100 beschriebenen melanopischen Lichtwirkungen beruhen zwar beide auf Lichtreizen; die melanopischen Wirkungen werden in der o.g. DIN SPEC jedoch aufgrund unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeiten, unterschiedlicher Nervenpfade für die Weiterleitung der durch Licht ausgelösten Signale sowie grundsätzlich unterschiedlicher Wirkungen gesondert behandelt. Wechselwirkungen zwischen visuellen und nicht-visuellen Wirkungen sind damit nicht ausgeschlossen. Bekannt ist auch, dass die Fotorezeptoren im Auge, die für visuelle Wirkungen verantwortlich sind, ebenfalls zu nicht-visuellen Wirkungen beitragen.

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