30.10.2020

Frischekick für Home-Worker

Biologisch wirksame Beleuchtung erleichtert die Rückkehr ins Home-Office

Morgens wird bim Körper das Hormon Cortisol produziert. Es regt den Stoffwechsel an und programmiert den Körper auf Tagesbetrieb. Das erste Morgenlicht unterdrückt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Eine HCL-Beleuchtung unterstützt zu Beginn der Büroarbeit die Aktivität des Stresshormons Cortisol durch anregendes Kalttonlicht und hohe Beleuchtungsstärken. (Foto: licht.de/Waldmann)

(licht.de) Raus aus dem Home-Office, rein ins Home-Office: Das Coronavirus breitet sich seit Beginn der Erkältungszeit wieder aus. Schon im 2. Quartal 2020 arbeiteten laut Ifo-Institut pandemiebedingt rund 60 Prozent der Deutschen zumindest zeitweise von zu Hause aus. Ein guter Grund, dem heimischen Arbeitsplatz ein Upgrade zu verpassen: mit biologisch wirksamer Beleuchtung. „Licht dient nicht nur dem Sehen, es taktet auch die innere Uhr des Menschen“, erklärt Dr. Jürgen Waldorf, Geschäftsführer der Brancheninitiative licht.de. Eine Beleuchtung, die dem natürlichen Tageslicht nachempfunden ist, wechselt Helligkeit, Lichtfarbe und Dynamik im Laufe des Tages. So unterstützt sie den Biorhythmus, fördert Vitalität und Wohlbefinden.

Moderne LED-Leuchten haben zum Teil schon Programme integriert, die diesen komplexen Ablauf wiedergeben. Gut geeignet fürs Arbeitszimmer sind zum Beispiel Deckenleuchten oder professionelle Stehleuchten, die nach dem Prinzip des Human Centric Lighting (HCL) arbeiten – ein Lichtkonzept, das den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. „Morgens weckt helles, kühles Licht die Lebensgeister und fördert die Konzentration“, so Waldorf. Dafür sorgen hohe Blauanteile im Licht (mindestens 5.300 Kelvin). Gegen Abend wird die Lichtfarbe dann rötlicher, die Beleuchtung gedämpfter (z. B. 2.700 Kelvin). So kann sich der Körper optimal auf die Nachtruhe vorbereiten. Bildschirme sollten dann im Nachtmodus betrieben werden. Das fördert den erholsamen Schlaf.

Anforderungen an Telearbeitsplätze
Die Grundbeleuchtung im Arbeitszimmer hilft, zu starke Kontraste zwischen Arbeitsplatz und Umgebung zu vermeiden und schont die Augen. Zusätzliche und qualitativ hochwertige Leuchten machen bei ständiger Heimarbeit Sinn, denn dann verlangt der auch Gesetzgeber ähnliche Bedingungen wie im Büro (Arbeitsstättenverordnung, kurz ArbStättV, und DIN EN 12464, Teil 1).

Für Leseaufgaben fordert die Norm eine Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux. Dafür kommt eine verstellbare Schreibtischleuchte direkt am Arbeitsplatz zum Einsatz. Der Tipp vom Experten: „Beim Schreiben sollte das Licht bei Rechtshändern von links und bei Linkshändern von rechts kommen, damit kein Schatten stört. Positionieren Sie die Leuchte so, dass keine Reflexe auf Bildschirmen und glänzenden Flächen entstehen“, rät Waldorf.

Tipp zum Leuchtenkauf

In der direkten Umgebung setzt die Norm noch 300 Lux an. Weil wohl die wenigsten Menschen zu Hause mit einem Luxmeter nachmessen, gilt als Faustformel für den Leuchtenkauf: etwa 1.000 Lumen für Schreibtischleuchten und für die angrenzende Umgebung ca. 600 Lumen. LED-Leuchten mit HCL-Funktion haben deutlich mehr Lumen. Da Normen aber stets nur Mindestwerte nennen, ist mehr Licht in vielen Fällen auch die bessere Wahl.  

Mehr über die nicht-visuellen Lichtwirkungen erfahren Sie in Heft licht.wissen 19 „Wirkung des Lichts auf den Menschen“.

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