22.11.2021

20 Jahre Zentrum für Internationale Lichtkunst

Zum Jubiläum ziehen drei raumgreifende Installationen ein

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna feiert 20-jähriges Bestehen. Die nach eigenen Angaben weltweit einzige Museumssammlung ausschließlich für Lichtkunst wurde 2001 gegründet und bezog wenig später 3.000 Quadratmeter in der ehemaligen Lindenbrauerei. Wo zuvor Gärbecken und Lagerräume waren, entstand eine faszinierende Dauerausstellung mit eigens für diese Räume geschaffenen Lichtkunstwerken renommierter Künstler – wie James Turrell, Olafur Eliasson, Mario Merz oder Christian Boltanski. Regelmäßig kommen Wechselausstellungen hinzu. Die Jubiläumsschau „Faszination Licht“ ist noch bis zum 24. April 2022 zu sehen.

Installation 1 – Licht macht Chaos im Kopf
Die texanische Künstlerin Adela Andea ist bekannt für ihre kinetischen Leuchtskulpturen. Mithilfe von industriellen Elektronikbauteilen, Leuchten, Kunststoff und weiteren industriell gefertigten Objekten erschafft sie futuristische Ökosysteme, die sich fließend zwischen organischen Formen und leuchtenden technischen Strukturen bewegen. Mit der Installation „Chaos Incarnate“ kreiert Andea extra für Unna einen Raum, durch den Chaos in unsere Realität dringt: Farbige Leuchtkörper bilden an den alten Steinwänden unregelmäßige und unterschiedliche lineare Strukturen, die sich kreuzen und den Betrachter verwirren.

Installation 2 – ein begehbarer Wald
„Plane Scape“ ist der Titel des zweiten Raumwerks. Die Gemeinschaftsarbeit der vier Künstler Wolfgang Bittner (Deutschland), Lyndsey Housden (Großbritannien), Yoko Seyama (Japan) und Jeroen Uyttendaele (Belgien) untersucht Zusammenhänge von Bild, Klang und Raum. Mit weißen Gummibändern, die vom Boden bis zur Decke reichen, wird ein begehbarer Wald geformt – darauf wird das Bild einer sich bewegenden, abstrakten Landschaft projiziert, atmosphärisch begleitet das eine Sechs-Kanal-Ton-Komposition. Das Werk löst die Distanz zwischen Leinwand, Projektion und Zuschauer auf.

Installation 3 – Farben als Bestandteil des Lichts
„Spectrum“ des französischen Künstlers Olivier Ratsi konfrontiert den Besucher mit farbig leuchtenden LED-Rahmen, die im Raum zu schweben scheinen. Ratsi ließ sich für diese Arbeit von Isaac Newtons Lichtforschung inspirieren. Newton entdeckte, dass Sonnenlicht Farben enthält. Jede Farbe entspricht einer Wellenlänge. Die Lichtkomposition in Unna ändert ihre Farben – sie pulsieren wie eine Welle auf den Betrachter zu und von ihm weg. Alle drei Installationen sind durch die Themen Konstruktion und Dekonstruktion verbunden und beziehen die Besucher aktiv ein.

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