02.12.2021

Antworten zur DIN EN 12464-1

Neue Arbeitsstättennorm erleichtert die Lichtplanung

licht.de hat ihrem Vorsitzenden Peter Dehoff vier Fragen zur neuen Arbeitsstättennorm DIN EN 12464-1 gestellt, an der er aktiv als Vorsitzender der Arbeitsgruppe beim Europäischen Komitee für Normung CEN mitgewirkt hat. Wir wollten wissen: Was ist neu? Für wen ist das gut? Und wie gehen Lichtplanende mit der neuen Richtlinie um?
 

Warum gibt es einen neuen ersten Teil der Norm und was hat sich geändert?
„Die Norm war zehn Jahre alt und bedurfte einer Bearbeitung. Zudem wollte die CEN-Arbeitsgruppe neue Erkenntnisse einbringen – etwa zur nicht-visuellen Wirkung des Lichts. Die Norm DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“ ist eine der am meisten genutzten Richtlinien, die wir in Europa kennen. Wir wollten sie nicht von Grund auf verändern oder neue Werte definieren, sondern sie besser lesbar und verständlicher machen. Die wesentlichen Werte sind nun in einer Tabelle leicht sichtbar und zugänglich.“

Uns fragte ein Lichtplaner: Warum legt die Richtlinie eigentlich so hohe Beleuchtungsstärken fest?
„Wie bisher gibt die Norm einen Mindestwert an, der sich gegenüber der alten Norm nicht verändert hat. Der zweite Wert zu den Beleuchtungsstärken erweckt den Anschein, er sei neu – ist er aber gar nicht. Es gab auch bislang die Möglichkeit oder Notwendigkeit, das Beleuchtungsniveau zu erhöhen, etwa wenn eine höhere Produktivität gefragt ist oder die Mitarbeiter älter sind und mehr Helligkeit brauchen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Beleuchtungsstärke, der Leistungsfähigkeit und dem Wohlbefinden der Menschen. Das drückt der zweite, modifizierte Wert nun aus.“

Wie geht der Lichtplaner mit der Norm um?
„Für konkrete Hilfestellungen haben wir ein neues Kapitel eingefügt. Es beschreibt Maßnahmen zur Planung von Beleuchtungsanlagen und umfasst alle Aspekte von der Sehaufgabe bis zur Beleuchtung des Raumes und befasst sich dann mit der Variabilität der Beleuchtung, Steuerung, Tageslicht und Wartungsfaktoren. Der Planer erfährt, welche Kriterien zu berücksichtigen sind, und kann die Norm leichter anwenden.“

Werden wir also in Zukunft alle bei besserem Licht arbeiten?
„Ich bin überzeugt davon, dass wir durch diese Ansätze den Planern ein noch viel besseres Instrument an die Hand geben, um qualitätsvolle, gute und zukunftsorientierte Beleuchtungsanlagen zu entwickeln, die dem Nutzer die bestmögliche Umgebung bieten – und damit für bessere Arbeitsplätze sorgen.“
 

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