21.02.2019

Licht für die Wechselschicht

Studie Ilights bestätigt nicht-visuelle Wirkung künstlichen Lichts

Nicht nur das Sonnenlicht hat Einfluss auf den menschlichen Körper. Auch der blaue Bereich des Spektrums künstlicher Lichtquellen erzeugt nicht-visuelle Effekte und hat somit Auswirkungen auf den circadianen Rhythmus. Wer wie Schichtarbeiter die Nacht zum Tag macht, stresst seinen Körper. Lange Phasen künstlicher Lichtexposition können den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander und die innere Uhr bringen.

Forschende vom Fraunhofer Umsicht und Schlafforscher des Krankenhauses Porz am Rhein haben die LED-Technologie mit dem Ziel untersucht, die Beleuchtungssituation für Arbeitnehmer in der Wechselschicht zu verbessern. Zu den untersuchten Parametern zählten unter anderem das Schlafverhalten, die kognitive Leistungsfähigkeit sowie die Tagesschläfrigkeit. Die Studie wertet fünf Lichtphasen mit unterschiedlichen Einstellungen für Farbtemperatur, melanopischen und visuellen Beleuchtungsstärke aus.

Positive Auswirkungen auf den Schlaf-Wach-Rhythmus
Die statistische Untersuchung der Fitnessdaten zeigte erwartungsgemäß keine signifikanten Veränderungen in der Frühschicht. In der Spätschicht zeichnete sich jedoch der Trend ab, dass kühlweißes bis neutralweißes Licht positiv auf den Rhythmus wirkt. Auch das generelle Wohlbefinden fiel unter kühlweißem Licht mit hoher visueller und melanopischer Beleuchtungsstärke positiv aus.

Nun sollen Langzeitstudien, die auch den individuellen Lichtkonsum außerhalb der Arbeitsstätte berücksichtigten, folgen. „Potenzial könnte ein biodynamisches Licht mit Einbeziehung von Lichtkomponenten aus den Lichtphasen mit neutral- und kaltweißem Licht bei moderater bis hoher melanopischer und visueller Beleuchtungsstärke haben", heißt es in der Pressemitteilung des Instituts.  

Das Verbundprojekt Ilights lief von Mitte 2016 bis Ende 2018 und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die Studienergebnisse stellt das Fraunhofer Umsicht bei einem Workshop am 11. April 2019 in Oberhausen vor.

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