09.11.2021

Mit dem Rad sichtbar und sicher durch Herbst und Winter

Akkufahrradbeleuchtung braucht ein Prüfzeichen und darf nicht blenden

Im Herbst ist der richtige Zeitpunkt für einen Licht-Check am Fahrrad. Denn wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, kann gutes Licht Leben retten. Fahrradbeleuchtung ist notwendig, um selbst gut zu sehen und von anderen Verkehrsteilnehmern nicht übersehen zu werden. Heute gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen. Aber nicht alle Radfahrenden dürfen auch alles nutzen. Hier hilft eine Übersicht der verschiedenen Leuchten und Lichteinstellungen.

Akkulicht
Akkubeleuchtung an Fahrrädern ist seit 2013 erlaubt, sie muss jedoch vom Kraftfahrt-Bundesamt zugelassen sein – entsprechend trägt die Leuchte das Wellensymbol und die Kennzeichnung „K“, gefolgt von einer Nummer. Wichtig: Die Hell-Dunkel-Grenze muss im Fahrbetrieb erkennbar und eine Ladestandanzeige muss vorhanden sein. Akkulichter dürfen auch als Zusatzlicht zum Dynamoscheinwerfer und Rücklicht genutzt werden. Das Gleiche gilt für Batterielichter. Oft fehlt jedoch eine Ladestandanzeige. Diese Modelle sind dann nicht für den Straßenverkehr in Deutschland zugelassen und gelten lediglich als Zusatzbeleuchtung.

Praktisch an der Ampel: Akkubeleuchtung leuchtet auch im Stand weiter, während Nabendynamobeleuchtung ausgeht. Dann helfen Scheinwerfer mit Standlicht, die mit integriertem Kondensator arbeiten.

Anhängerlicht
Für die Beleuchtung von Fahrradanhängern gibt es eine Faustregel: Sind mindestens 50 Prozent der Rad-Schlussleuchte verdeckt, braucht der Anhänger zusätzlich eine rote Schlussleuchte. Außerdem sind zwei weiße Reflektoren vorne und zwei rote hinten zu montieren.

Blinklicht
Blinkende Lichter ziehen die Blicke auf sich. An Fahrrädern ist der Blinkmodus jedoch verboten. Erlaubt sind dagegen zusätzliche Rück- oder Vorderlichter, die am Körper getragen werden.

Dynamoscheinwerfer
Klassiker der Radbeleuchtung ist der Seitenläuferdynamo. Inzwischen wird die Beleuchtung an modernen Rädern von einem wartungsarmen Nabendynamo gespeist. Die Scheinwerfer – heute meist mit leistungsstarken LEDs – leuchten die Fahrbahn gut aus.

Pedelecs
Stromrichter versorgen spezielle E-Bike-Scheinwerfer mit Energie. Sie erzielen eine bessere Leistung als Dynamoscheinwerfer. Das Fernlicht am Elektrofahrrad kann außerhalb von Ortschaften zugeschaltet werden. Wie immer dabei gilt: Der Gegenverkehr darf nicht geblendet werden. Kleinkrafträder brauchen ein beleuchtetes Kennzeichen.

Das Kurvenlicht ist eine neue Form der Fahrradbeleuchtung, aktuell noch ausschließlich für E-Bikes. Eine bewegliche Halterung sorgt dafür, dass sich die Scheinwerfer den Lenkbewegungen anpassen und Kurven besser ausgeleuchtet sind.

Hell-Dunkel-Grenze
Bei der Einstellung von LED-Fahrradbeleuchtung spielt die Hell-Dunkel-Grenze eine wichtige Rolle. Sie muss bei jedem Scheinwerfer sichtbar sein. Bei richtig eingestellten LED-Leuchten ist sie auf der Straße zu sehen. Ist der Neigungswinkel aber zu niedrig, fällt der Lichtkegel direkt vor das Rad – der weitere Streckenverlauf dann ist nur unzureichend ausgeleuchtet. Ist der Neigungswinkel dagegen zu groß, besteht die Gefahr, andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Rücklicht
Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) brauchen Fahrräder und Pedelecs ein rotes Rücklicht. Größe und Gestaltung sind variabel: Kleine Modelle werden etwa am Schutzblech oder der Kettenstrebe befestigt, größere besser am Gepäckträger. Seit 2018 kann der Z-Rückstrahler auch direkt im Rücklicht verbaut sein. Alternativ kann ein Akkulicht am Schutzblech angebracht werden.

Tagfahrlicht
Für mehr Sichtbarkeit haben einige Scheinwerfer ein Tagfahrlicht. Es leuchtet mit zwei Lux in der Grundeinstellung. Sensoren erkennen die veränderten Lichtverhältnisse bei Dämmerung und Dunkelheit und wechseln in den Abblendmodus mit Hell-Dunkel-Grenze.

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