21.06.2019

Mit Lichtimpulsen fast natürlich hören

Künstliches Hören kann durch Stimulation mit Licht optimiert werden

Das Gehör ermöglicht uns Menschen die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und hilft bei der Orientierung im Alltag. Viele Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen sind auf Prothesen, sogenannte Cochlea-Implantate, angewiesen: Sie regen den Hörnerv mithilfe von elektrischem Strom an. Er breitet sich dabei jedoch nur sehr großflächig in der Hörschnecke (Cochlea) aus, große Abschnitte werden so gleichzeitig aktiviert. Mit dem Ergebnis, dass besonders hohe Töne ungenau wahrgenommen werden.

Licht besser als Strom
Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Göttingen und des Deutschen Primatenzentrums – Leibniz-Institut für Primatenforschung zeigt, dass die künstliche Anregung des Innenohrs mit Licht eine bessere Frequenzauflösung bewirkt als Strom. Denn Licht wird enger gebündelt und der Hörnerv präziser gereizt.

Die Forscher vergleichen in ihrer Studie die optogenetischen Frequenzauflösungen mit elektrischer und akustischer Stimulation. Durch zeitgleiches Aufzeichnen der neuronalen Aktivität im Mittelhirn haben sie erkannt, dass an verschiedenen Orten im Mittelhirn unterschiedliche Frequenzen verarbeitet werden. Eine weitere Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Licht künstliches Hören optimiert. Dafür müssen genetisch kodierte Lichtsensoren in die nicht lichtempfindlichen Nervenzellen des Hörnervs eingebracht werden. Bei geringer Lichtintensität könne sogar eine fast natürliche Hörqualität erreicht werden.

Zurück