15.03.2018

Strampler statt Inkubator

Leuchtende Textilien in immer mehr Anwendungsfeldern

Licht emittierende Textilien erobern die Berufs- und Outdoor-Bekleidung. Es gibt aber auch sehr spezielle Anwendungsfälle, bei denen kleine Leuchtdioden künftig eine große Wirkung entfalten können.
 
Kurzwelliges Licht wird zur Behandlung von Säuglingen mit Gelbsucht eingesetzt – bislang zumeist im Brutkasten. Ein neuartiger Pyjama könnte künftig das Licht im Inkubator ersetzen. Dafür entwickelten Materialforscher einen Schlafanzug, in dem optisch leitende Fasern eingewoben sind. Als Lichtquelle für die Licht leitenden Fäden dienen batteriebetriebene LEDs. Die photonischen Textilien sind sogar waschbar und gut hautverträglich. Zusammen mit herkömmlichem Gewebe werden die optischen Fasern zu einem Satinstoff verwoben, der das eingespeiste Licht gleichmäßig über die Stoffbahn verteilt, berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift „Biomedical Optics Express“.
 
Eine Herausforderung bei der Konzeption war der Abstrahlwinkel, damit das blaue Licht im therapeutischen Bereich um 470 Nanometer Wellenlänge die Haut erreicht. Bei der gewählten Webvariante werden die optischen Fasern gebeugt, sodass das Licht gleichmäßig über das Gewebe ausgestrahlt wird.
 
Gelbsucht ist bei Neugeborenen nicht selten, da der Stoffwechsel wenige Tage nach der Geburt nur wenig belastbar ist. Ist die Leber des Kindes beim Hämoglobinabbau überfordert, kommt es zu den namensstiftenden gelben Ablagerungen in der Haut.

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