10.03.2020

Tipps zum Schutz der Nacht

Anforderungen an eine nachhaltige Außenbeleuchtung

Die Erhellung der Nachtlandschaften durch künstliche Beleuchtung steigt global im Jahr um etwa zwei bis sechs Prozent. Deutschland macht hier keine Ausnahme. So nahm die nächtliche Beleuchtung zwischen 2012 und 2016 in Hamburg um 29 Prozent und in Bayern sogar um 35 Prozent zu – mit Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Neuer Leitfaden erschienen
Wie es Kommunen gelingen kann, Lichtimmissionen zu reduzieren, beschreibt die Publikation „Leitfaden zur Neugestaltung und Umrüstung der Außenbeleuchtung“. Die Schrift ist eine gemeinsame Veröffentlichung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und der Universität Münster. Er richtet sich an Kommunen, Licht-, Stadt- und Regionalplanende sowie Gerichte. Behandelt wird vorrangig die öffentliche Straßenbeleuchtung, aber auch ein Blick auf gewerbliche und private Außenbeleuchtungen geworfen.

Maßnahmen einfach und kostengünstig umsetzbar
„Eine gute Beleuchtung ist effizient und senkt den Stromverbrauch, erhöht gleichzeitig die Sichtbarkeit und Sicherheit. Sie ist ästhetisch und begrenzt Umweltbelastungen auf ein Mindestmaß. Viele der im Handlungsleitfaden vorgestellten Maßnahmen sind zudem einfach und kostengünstig umsetzbar“, so IGB-Forscher und Studienleiter Dr. Franz Hölker in der Pressemitteilung des Instituts.

Die Schrift gibt konkrete Handlungsempfehlungen für eine flächendeckende, naturschutzfreundlichere und nachhaltigere Lichtgestaltung: Kommunen sollten etwa Leuchten verwenden, die kein Licht nach oben abstrahlen. Die Beleuchtungsstärke sollte bedarfsgerecht geplant und damit zu hohe Beleuchtungsstärken vermieden werden. Lichtimmissionen in Zeiten, in denen weniger oder kein Beleuchtungsbedarf besteht, lassen sich durch den Einsatz steuerbarer Beleuchtung reduzieren. Die innere Uhr, das sogenannte zirkadiane System, von höheren Wirbeltieren und Menschen reagiert auf blaues Licht besonders empfindlich. Die Verwendung von warmweißem Licht kann die negativen Auswirkungen auf viele Organismen mildern und wird von Menschen als angenehm wahrgenommen.

Heller als nötig
Der Leitfaden weist auch auf Fehlinterpretationen, z. B. bei der Handhabung der DIN EN 13201, hin. Denn vielfach werden Mindestanforderungen überschritten, um Schadensersatzansprüche – etwa bei Verkehrsunfällen – auszuschließen. Aktuell sei eine an ökologischen und technischen Gegebenheiten ausgerichtete Lichtplanung in Städten und Kommunen noch die Ausnahme.

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