31.05.2020

Besseres Licht für guten Schlaf

Im Gesundheitswesen unterstützt Human Centric Lighting (HCL) Schlaf-Wach-Rhythmus und Wohlbefinden

Human Centric Lighting stabilisiert den circadianen Rhythmus von Patienten und kann viel zu ihrer Genesung beitragen. Morgens wird die Lichtintensität von neutralweißen zu tageslichtweißen Lichtfarben gesteigert. (Foto: licht.de/Waldmann)

Am Mittag aktivieren Helligkeit und kaltweiße Lichtfarben den Patienten. (Foto: licht.de/Waldmann)

Warme Lichtfarben und eine reduzierte Helligkeit sorgen für einen entspannten Abend. (Foto: licht.de/Waldmann)

(licht.de) Licht wirkt sich unmittelbar auf Wohlbefinden und Gesundheit des Menschen aus. Jeder kennt es: Wird es im Frühling wieder früher hell, fühlen wir uns aktiver, sind besser gelaunt und meist auch konzentrierter. Patienten und ältere Menschen, die wenig oder keine Zeit im Freien verbringen können, sind besonders vom Lichtmangel betroffen. Das Beleuchtungskonzept Human Centric Lighting (HCL) arbeitet nach dem Vorbild des Tageslichts und gibt dem Körper wieder wichtige Impulse, erklärt die Brancheninitiative licht.de. Taktet die Beleuchtung in Innenräumen die innere Uhr, können sich Wohlbefinden und Schlafqualität deutlich verbessern und so die Genesung fördern. Davon profitieren im Gesundheitswesen alle Nutzer: Senioren, Patienten und Personal.

Intelligent gesteuert

Eine variable Lichtfarbe und unterschiedliche Beleuchtungsstärken unterstützen die natürlichen Phasen von Aktivität und Erholung: Am Morgen aktiviert helles Licht mit hohen Blauanteilen und am Abend stimmt warmtoniges, gedämpftes Licht den Organismus auf die Nacht ein. Eine HCL-Lichtplanung erfordert eine hohe Expertise und große Sorgfalt. Neben Helligkeit und Farbtemperatur gilt es auch, den zeitlichen und dynamischen Verlauf zu berücksichtigen und die richtigen Lichtquellen zu wählen. Eine gute Planung kann zudem auch die stärkere Empfindlichkeit von älteren Menschen gegenüber Blendungen ausgleichen. Hinweise zur HCL-Planung gibt DIN SPEC 6700.

Sensoren messen dabei das aktuell einfallende Tageslicht. Über ein Lichtmanagementsystem wird der Lichtbedarf ermittelt und die LED-Beleuchtung sowie andere Gewerke, z. B. die Verschattung, gesteuert. Zusätzliche Leuchten oder Einstellmöglichkeiten berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse, etwa mehr Licht zum Lesen oder bei der Arbeit am Computer.

Lichtkomfort für ältere Menschen

Intelligente Lichtlösungen bieten sich besonders in der Seniorenpflege an, um die nachlassende Sehkraft auszugleichen, die bei älteren Menschen häufig die innere Uhr aus dem Gleichgewicht bringt. In noch höherem Maße gilt das für Demenzkranke, deren Tag-Nacht-Empfinden sich sogar krankheitsbedingt umkehren kann.

Wer nicht gut sieht, bewegt sich zudem unsicherer. So steigt das Risiko zu stürzen. Eine professionelle Lichtgestaltung verhindert Beeinträchtigungen durch Blendung oder Schatten und verbessert die Bewegungssicherheit. Senioren können so wieder aktiv am Leben teilnehmen.

Weiterführende Literatur:

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