08.07.2020

Straßenbeleuchtung – das Rückgrat der Smart City

Neue Beleuchtungssysteme passen Lichtintensität dem Verkehrsaufkommen an

Mastleuchten sorgen in der Innenstadt für eine besonders gleichmäßige Lichtverteilung und bieten bei hoher Effizienz auch eine gute Entblendung. (Foto: licht.de/WE-EF, Fotografie: Frieder Blickle)

(licht.de) Moderne LED-Lichtpunkte ermöglichen dynamische Straßenbeleuchtung, vernetzte Überwachungstechnologie, digitale Ladeinfrastruktur zur Versorgung von E-Mobilität und intelligente Parksysteme.

Straßenbeleuchtung ist eine allgegenwärtige Infrastruktur, Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Neben den Kosteneinsparungen durch LED-Technologie werden durch Vernetzung und präzise Steuerung heute viele weitere Kilowattstunden gespart. Die Lichtintensität und damit der Energieverbrauch orientieren sich idealerweise am tatsächlichen Bedarf. Es werden Dimmprofile für einzelne Leuchten oder Leuchtengruppen festgelegt. Diese Programme laufen dann Nacht für Nacht, können jedoch verändert oder dem Kalender angepasst werden. Systeme, die auf ihre Umgebung reagieren, gehen einen Schritt weiter.

Daten per Sensoren
Fortschrittliche Systeme bedienen sich an den Informationen von Sensoren. Die arbeiten mit Infrarot, Radar oder optischen Technologien. Registriert ein Sensor Fahrzeuge oder Personen, steuert die Beleuchtungsanlage in diesem Bereich auf maximale Leistung. Ohne Frequenz bleibt das Lichtniveau auf minimalen Level bei geringem Energieverbrauch und reduziert unnötige Lichtimmissionen. Davon profitieren nicht nur der natürliche Biorhythmus des Menschen, auch Flora und Fauna werden geschont. Hochwertige Optiken vermeiden unnötiges Streulicht und erhöhen die Effizienz.

Leuchten teilen ihre Daten mit Sensoren und untereinander. Auch Verkehrsdaten, etwa von Ampeln, Induktionsschleifen und Verkehrskameras, werden einbezogen, um die Lichtintensität dem Bedarf anzupassen. So kann auf zusätzliche Sensoren verzichtet und das Investitionsbudget geschont werden.

Mehrwerte im öffentlichen Raum

Im Zusammenhang mit Digitalisierung und der Entwicklung zur Smart City kommt der kommunalen Beleuchtung eine noch höhere Bedeutung zu. Denn Masten sind flächendeckend vorhanden und mit Strom versorgt. Ideal, um Mehrwerte in den öffentlichen Raum zu bringen. Multifunktionale Lichtmaste fungieren als  Ladestationen für Elektrofahrzeuge, WLAN, Sicherheitssysteme, Verkehrs- und Luftqualitätsmessungen und unterstützen autonom fahrende Fahrzeuge.

Für optimale Lösungen bei Sanierungsprojekten ist eine professionelle Beratung und Planung unverzichtbar. Denn was mancherorts funktioniert, muss nicht immer das Mittel der Wahl in anderen Gemeinden und Städten mit ihren unterschiedlichen Anforderung und örtlichen Gegebenheiten sein. Mit geregelten LED-Leuchten sparen Kommunen, Energieversorger und Unternehmen bis zu 80 Prozent des verbrauchten Stroms im Vergleich zu veralteten Halogen-Metalldampflampen. Für weitere Spareffekte sorgt eine vorausschauende, datenbasierte Wartung. Dabei werden Serviceleistungen, beispielsweise in Form von Ferndiagnosen, Störungsüberwachung, Fernwartung oder Software-Updates, erbracht.

Förderung nutzen
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt Kommunen und Akteure beim Umstieg auf energieeffiziente LED-Beleuchtung mit Steuer- und Regelungstechnik. Kommunen können neuerdings ganzjährig Fördergelder über die Kommunalrichtlinie beantragen: Unterstützt wird die Umrüstung von Außen- und Straßenbeleuchtung auf hocheffiziente Beleuchtungstechnik in Kombination mit der Installation einer Regelungs- und Steuerungstechnik zur zonenweisen zeit- oder präsenzabhängigen Schaltung sowie für eine adaptive Nutzung der Beleuchtungsanlage.

Weitere Informationen gibt es in den Heften der Schriftenreihe licht.wissen:
•    licht.wissen 03 „Straßen, Wege und Plätze“
•    licht.wissen 12 „Lichtmanagement“
•    licht.wissen 17 „LED: Grundlagen – Applikation – Wirkung“

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