Lichtverteilung im Raum und Beleuchtungsstärke

Das natürliche Tageslicht bietet ideale Voraussetzungen, die innere Uhr des Menschen im Gleichgewicht zu halten. Eine biologisch wirksame Beleuchtung (Human Centric Lighting) muss sich folglich an den Vorgaben der Natur orientieren – mit optimaler Lichtverteilung und wechselnden Beleuchtungsstärken.

Licht von oben und von vorne

Die sensibelsten melanopsinhaltigen Ganglienzellen sind im nasalen und unteren Bereich des Auges angeordnet. Damit ist das menschliche Auge perfekt an die natürlichen Lichtverhältnisse angepasst, denn das natürliche Tageslicht fällt von oben und von vorne in das Auge. Ebenso muss auch eine künstliche Beleuchtung das Licht lenken, wenn sie biologisch wirksam sein soll.

Licht hat visuelle und nicht-visuelle Wirkungen. Eine intelligent geplante Beleuchtung kann heute die funktionalen, emotionalen und auch die biologischen Bedürfnisse des Menschen unterstützen.

Großflächige Lichtverteilung

Untersuchungen haben gezeigt, dass der Rezeptor im Auge einen Sättigungszustand erreichen kann. Ziel ist also, möglichst viele Rezeptoren im Auge anzusprechen, denn die biologische Wirkung von Licht nimmt mit der sichtbaren Fläche der Lichtquelle zu. Besonders effizient sind deshalb Beleuchtungskonzepte, die Wandfächen und Decken als reflektierend helle Flächen einbeziehen.

Gut geeignet sind zum Beispiel flächige Leuchten, die zu Lichtdecken kombiniert werden können, oder Pendelleuchten, die einen Teil des Lichts indirekt gegen die Decke und an das obere Drittel der Wände abstrahlen. Auch Wallwasher und Deckenfluter, die ihr Licht ausschließlich indirekt verteilen, lassen sich wirkungsvoll integrieren. Weniger gut geeignet sind Lichtquellen mit punktförmigem Lichtaustritt. 

 

Beleuchtungsstärken

Tageslicht ist mehrere tausend Lux stark. Untersuchungen zeigen jedoch, dass bereits Beleuchtungsstärken zwischen 500 und 1.500 Lux biologisch wirksam sind. Voraussetzung ist, dass das Licht viele Rezeptoren in der Netzhaut des menschlichen Auges erreicht – Licht also nach dem Vorbild des Himmels großflächig im Raum verteilt ist.

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