Human Centric Lighting für Zuhause

Human Centric Lighting (HCL) kann auch im Privatbereich viel zu Wohlbefinden und Gesundheit beitragen. Als Komplettlösung sind sie derzeit noch eher selten zu finden.

Lichttherapie für Zuhause

Viele Menschen leiden in der dunklen Jahreszeit unter Lichtmangel. Sie sind müde und antriebslos, leiden unter Stimmungsschwankungen, die sich zu einer saisonal abhängigen Depression (SAD) entwickeln können. 

SAD kann mit speziellen Lichttherapiegeräten gut auch zu Hause behandelt werden. Sie geben großflächig kaltweißes Licht im kurzwelligen blauen Bereich ab. Die Farbtemperatur von etwa 6.500 Kelvin entspricht dem Tageslicht und gibt dem Körper das biologische Signal für den Tagesbetrieb. 

Licht mit Blauanteilen macht munter

Licht mit hohen Blauanteilen wirkt aktivierend – und vertreibt die Müdigkeit nach dem Aufstehen. Wirkungsvoll sind zum Beispiel spezielle Lichtwecker, die biologisch wirksames Licht bereitstellen. 30 Minuten vor der eingestellten Weckzeit erhöht der Wecker nach und nach die Beleuchtungsstärke im Raum und simuliert einen Sonnenaufgang. Der Mensch erwacht auf natürliche Weise, fühlt sich frisch und startet energiegeladen in den neuen Tag. 

Lichtwecker bieten bis zu 300 Lux starkes dimmbares Licht und können individuell eingestellt werden. Bei SAD-Patienten hat sich die morgendliche Stimmung damit vergleichbar zum Effekt einer medikamentösen Behandlung verbessert. Auch der Cortisol-Spiegel – wichtig für die Leistungskraft – ist deutlich höher als ohne Lichtwecker. Positiver Nebeneffekt: Mit Lichtwecker stehen Anwender durchschnittlich schon nach neun Minuten auf. Ohne das Licht des Weckers dauert es bis zu 25 Minuten. 

Aktivierendes Licht am Morgen, warmweißes Licht am Abend

Lichtwecker für messbar sanftes Aufwachen: 30 Minuten vor der Weckzeit erhöht er nach und nach die Beleuchtungsstärke, simuliert so einen Sonnenaufgang.

Versuche im Schlaflabor der Psychiatrischen Universitätsklinik der Berliner Charité haben gezeigt, dass schon bei Verwendung herkömmlicher Leuchtstofflampen mit tageslicht- oder kühlweißem Licht (zum Beispiel Lichtfarbe 840) die Abgabe des Hormons Melatonin innerhalb von zehn Minuten deutlich abnimmt – das Schlafsignal bleibt aus.

So sorgt aktivierendes Licht am Morgen, zum Beispiel als großflächige Allgemeinbeleuchtung im Badezimmer oder in der Küche beim Frühstück, für einen guten Start in den Tag. Der Frischekick über die Beleuchtung verhilft zum Beispiel Schulkindern oder passionierten Langschläfern zu mehr Konzentration. 

Am Abend ist dagegen warmweißes Licht gefragt, das weniger stark in den Hormonhaushalt eingreift und eine gute Nachtruhe ermöglicht. 

Wer auch zu Hause den Biorhythmus des Körpers unterstützen möchte, braucht:

 

  • Leuchten, die das Licht großflächig abgeben, 
  • Lampen mit höheren Blauanteilen (zum Beispiel tageslichtweiße Leuchtstofflampen mit Lichtfarbe 965 oder entsprechende LED-Lampen) und Lampen, die warmweißes Licht abgeben (zum Beispiel Lichtfarbe 835 bei Leuchtstofflampen) und dimmbar sind, sowie eine 
  • entsprechende Lichtsteuerung

Komfortabel und schnell einsatzbereit sind zum Beispiel Pendelleuchten oder Stehleuchten, die ihr Licht gleichzeitig direkt und indirekt abgeben. Mit zwei unterschiedlichen Lichtquellen bestückt, können diese individuell gesteuert werden. So lässt sich die Farbtemperatur von Warmweiß bis zu Tageslichtweiß variieren – und damit auch die biologische Wirkung des künstlichen Lichts der Tageszeit anpassen.

Gutes Licht für Zuhause

Viele Ideen, Anregungen und Informationen für die richtige Beleuchtung in Wohnung, Haus und Garten finden Sie in der Rubrik „Licht für Zuhause“ sowie in den Heften licht.wissen 14 „Ideen für Gutes Licht zum Wohnen“ sowie licht.wissen 15 „Gute Beleuchtung rund ums Haus“.

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