Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke sind dynamisch: Auch im Büro unterstützt biologisch wirksames Licht den Menschen. Es aktiviert, motiviert und erzeugt Stimmungen.
Am frühen Nachmittag mobilisiert kaltweißes Licht Reserven: Es aktiviert, fördert die Konzentration und hilft so, die müde Phase nach dem Mittagessen zu überbrücken.
Am späten Nachmittag stimmen warmweiße Lichtfarben auf den Feierabend ein.

Human Centric Lighting im Büro

Eine biologisch wirksame Bürobeleuchtung (Human Centric Lighting = HCL) sorgt vor allem in tageslichtärmeren Bereichen dafür, dass sich Mitarbeiter wacher fühlen und produktiver sind. Dies ist das Ergebnis einer Studie in einem Großraumbüro. Die Angestellten arbeiteten dabei über je vier Wochen bei unterschiedlichen Lichtstimmungen.

Lichtstimmungen im Tagesverlauf

Für die Deckenbeleuchtung wurden Elemente aus jeweils drei Einzelleuchten ausgewählt, die ihr Licht sowohl direkt als auch indirekt abstrahlen. Die erste Lichtstimmung entsprach mit 500 Lux Beleuchtungsstärke und 4.000 Kelvin Farbtemperatur einer normgerechten Beleuchtung. Einziger Unterschied: Die Lichtrichtung veränderte sich im Tagesverlauf. Wie die Sonne strahlte das Licht morgens direkt, wurde gegen Mittag diffuser und nachmittags wieder direkter.

In Lichtstimmung 2 sind die direkt strahlenden Leuchten mit 3.000 Kelvin warmweißer Lichtfarbe ausgerüstet, die indirekt strahlenden dagegen mit kaltweißen 8.000 Kelvin. Das Licht wird dynamisch gesteuert: Anregendes Morgenlicht bis zur warmen, gedämpften Lichtstimmung am Abend. Zum Leistungstief am frühen Nachmittag steigt die Beleuchtungsstärke auf bis zu 1.000 Lux, gleichzeitig  erhöht sich die Farbtemperatur zwischen 13.15 und 14.45 Uhr auf etwa 8.000 Kelvin; der warmweíße Lichtanteil sinkt.

Mitarbeiter fühlen sich wacher und wohler

Die Ergebnisse der Studie – Schlafprotokolle und Reaktionstests der Wissenschaftler – sowie die subjektiven Wahrnehmungen der Teilnehmer belegen die positive Wirkung einer biologisch wirksamen Beleuchtung.

  • Die Mitarbeiter fühlen sich wacher.
  • Sie sind messbar leistungsfähiger.
  • Punktuell höhere Beleuchtungsstärken und dynamisch veränderte Lichtfarben wirken sich positiv auf die Konzentration aus – nachhaltig über den ganzen Tag.

Elektronische Steuerung im Büro

Einige Bürogebäude sind bereits komplett mit dynamischer Beleuchtung ausgestattet. So steuert in einem Hamburger Unternehmen die Beleuchtungsanlage elektronisch über den Tag voreingestellte Lichtstimmungen, die den circadianen Rhythmus des Menschen sinnvoll unterstützen.

Großflächige Leuchten, ausgerüstet mit tageslichtweißen und warmweißen Leuchtstofflampen, erzeugen stufenlos jede gewünschte Lichtfarbe zwischen 3.000 und 5.500 Kelvin in verschiedenen Beleuchtungsstärken. Zudem lassen sich einzelne Arbeitsplätze individuell beleuchten.

Eine solche Komplettlösung benötigt etwa 30 Prozent mehr Energie als ungeregelte, nicht farbveränderliche Beleuchtungsanlagen mit elektronischen Vorschaltgeräten. Im gleichen Maß stieg in Hamburg allerdings die Produktivität der Mitarbeiter: Sie sind konzentrierter und fühlen sich motiviert.

Richtige Beleuchtung im Büro

Mehr Informationen über gute Bürobeleuchtung gibt es in den Lichtanwendungen für Profis. Dort finden Sie Praxisbeispiele zu relevanten Beleuchtungsaufgaben im Büro. Auf 56 Seiten informiert Heft licht.wissen 04 „Licht im Büro, motivierend und effizient“ mit vielen praktiven Anwendungsbeispielen über gute Beleuchtung in Büro und Verwaltung. 

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