Straßenbeleuchtung und Sicherheit

Gut beleuchtete Straßen, Wege und Plätze tragen zur Verkehrssicherheit, aber auch zur Prävention von Kriminalität bei. Das zeigt nicht nur die allgemeine Lebenserfahrung, sondern auch eine Vielzahl von Studien. Die Schwächsten – Fußgänger, Radfahrer, Senioren – profitieren dabei am meisten.

Unfälle: Nachts steigt das Risiko

Was umfangreiche Studien der Internationalen Beleuchtungskommission CIE bereits 1993 nahelegten, wird auch durch aktuelle Forschungsergebnisse bestätigt, etwa des niederländischen Instituts für Sicherheit im Straßenverkehr (SWOV): Obwohl nachts weniger Verkehr herrscht, sind Unfälle nachts relativ häufiger und auch schwerer. So fordern Unfälle bei Nacht fast doppelt so viele Todesopfer pro gefahrener Strecke wie bei Tag.

Zwischen den Jahren 2004 und 2014 hat sich die Summe nächtlicher Unfälle in Deutschland positiv entwickelt, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen berichtet: Unfälle mit Personenschaden sind um etwa 20 Prozent und Unfälle mit schwerem Personenschaden, also Schwerverletzten und Todesopfern, um etwa 40 Prozent zurückgegangen. Dies ist wohl hauptsächlich der verbesserten Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge wie ABS, Airbags oder ESP zuzuschreiben. Unverändert wichtig bleibt, dass die Beleuchtung ebenfalls ihren Beitrag zur Senkung des Unfallrisikos leistet.

Sehleistung ist entscheidend

Natürlich sind auch weitere Risiken mit der Unfallrate bei Nacht verknüpft – etwa Müdigkeit oder Alkoholgenuss, dennoch bleibt das nachlassende Sehvermögen bei Dunkelheit die Hauptursache für Unfälle:

  • Die Sehschärfe geht zurück,
  • Entfernungen können schwerer eingeschätzt werden,
  • die Wahrnehmung von Farben ist nachts reduziert
  • und zusätzlich mindert Blendung die Sehleistung.

Die Lösung liegt im angemessenen Ausbau der Straßenbeleuchtung, insbesondere an Gefahrenpunkten wie Kreuzungen oder Fußgängerüberwegen.

Mehr Licht, weniger Unfälle

Nicht nur die Risiken im nächtlichen Straßenverkehr, auch die positiven Auswirkungen von Beleuchtung sind gut erforscht. Aufbauend auf einer weiteren CIE-Analyse von 1993, die eine Senkung der Unfallzahlen durch gute Straßenbeleuchtung von durchschnittlich 30 Prozent, auf Landstraßen, gefährlichen Straßenabschnitten und Kreuzungen sogar um 45 Prozent feststellte, zeigte eine niederländische Metastudie (Elvik et al.) von 2009 beim Vorher-Nachher-Vergleich von unbeleuchteten und beleuchteten Straßen einen Rückgang bei tödlichen Unfällen um ganze 60 Prozent.

Schon 1994 hatte eine Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in sechs deutschen Großstädten gezeigt, dass eine Verdopplung der mittleren Fahrbahnleuchtdichte die Zahl der nächtlichen Unfälle deutlich reduziert: Die Unfallzahl verringerte sich um 28 Prozent. Auch gab es 45 Prozent weniger Verletzte. Insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer profitieren von einer besseren Straßenbeleuchtung. In den untersuchten Fällen sanken die Unfälle, an denen Fußgänger und Radfahrer beteiligt waren, sogar um 68 Prozent.

LED-Umrüstung bringt mehr als Abschalten

Beleuchtung steigert also nachweislich die Verkehrssicherheit. Dennoch kann man bis heute beobachten, dass vereinzelt Kommunen aus Energie- und Kostengründen jede zweite Straßenleuchte in den späten Nachtstunden abschalten.

Dabei gilt für die Nachtabschaltung von Straßenleuchten: Die entstehenden Kontraste und Dunkelfelder überfordern das Adaptationsvermögen des Auges. Nachhaltigeren Erfolg bei der Einsparung von Energie und Betriebskosten verspricht die Umrüstung veralteter Beleuchtungsanlagen auf zeitgemäße LED-Technik. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchten mit Entladungslampen lassen sich hier Lichtmanagementsysteme integrieren, die Lichtanlage also flexibel und bedarfsgerecht steuern. Das bedeutet z. B. mehr Licht bei hohem Verkehrsaufkommen. Untersuchungen zeigen außerdem, dass Verteilung, Lichtfarbe und spektrale Zusammensetzung des LED-Lichtes auch subjektiv zu einem höheren Sicherheitsempfinden bei den Verkehrsteilnehmern führt.

Licht schützt vor Kriminalität

Eine gute Beleuchtung schützt gleichzeitig vor Kriminalität. Körperliche Gewalt, Einbrüche und Diebstähle finden häufiger im Dunkeln und Verborgenen statt: Täter rechnen sich bessere Chancen aus, nicht erkannt zu werden. Und Menschen, die sich im Dunkeln unsicher bewegen, sind leichter angreifbar.

Ein allgemein höheres Beleuchtungsniveau – bei hohem Fußgängeranteil ergänzt um einen hohen Anteil vertikaler Beleuchtungsstärken – verbessert die visuelle Wahrnehmung. Verdächtiges wird aus größerer Entfernung bemerkt, andere Personen und ihre Absichten können so frühzeitig erkannt werden. Das lässt mehr Zeit, auf Gefahren entsprechend zu reagieren.

Wenn das subjektive Sicherheitsgefühl durch eine verbesserte Beleuchtungssituation dazu führt, dass sich beispielsweise Frauen und Senioren wieder häufiger auch bei Dunkelheit auf die Straße trauen, ist bereits viel gewonnen – denn zweifellos ist nichts so wirksam gegen Kriminalität wie ein intaktes soziales Leben im öffentlichen Raum. Mit einer guten Beleuchtung wächst das subjektive Sicherheitsgefühl der Anwohner – Lebensqualität und Wohnwert steigen.

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