Intensivpflege

Flexible Beleuchtung fördert die Heilung

Schwerkranke brauchen Ruhe und unaufdringliches Licht. Dauerüberwachung und Notfallbehandlung erfordern ein höheres Beleuchtungsniveau. Deshalb ist für Aufwachraum, Intensivstation und intermediäre Bettenzimmer ein flexibles Beleuchtungssystem notwendig, mit dem mehrere Helligkeitsstufen geschaltet werden können:

  • Behaglich und damit genesungsfördernd wirkt überwiegend indirektes Licht mit einer Beleuchtungsstärke von 100 Lux.

  • Zusätzliches direkt strahlendes Licht mit 300 Lux Beleuchtungsstärke ermöglicht einfache Untersuchungen und Behandlungen am Patientenbett. Bei Bedarf kann der Patient sie auch als Lesebeleuchtung nutzen. Um Zimmernachbarn nicht zu stören, ist der Einsatz einer flexiblen Leseleuchte empfehlenswert.

  • 1.000 Lux Beleuchtungsstärke stellen im Notfall sicher, dass Ärzte und Pflegekräfte jedes Detail gut und sicher erkennen können.

Die Notfallbeleuchtung wird entweder mit zuschaltbaren Leuchten realisiert oder indem in dreilampigen Leuchten statt einer Lampe für 300 Lux alle Lichtquellen eingeschaltet werden. Als Lichtfarbe eignet sich am besten Neutralweiß mit einer Farbtemperatur zwischen 3.800 und 5.300 Kelvin. Lichtquellen müssen den Farbwiedergabe-Index Ra ≥ 90 haben.

Licht für den Aufwachraum

Ist die Operation gut verlaufen und ein Übergang in das Bettenzimmer mit Normalpflege vorgesehen, werden frisch Operierte im Aufwachraum überwacht. Für die Beleuchtung des Aufwachsraums genügen zwei Helligkeitsstufen: Behaglichkeitsbeleuchtung mit 100 Lux Beleuchtungsstärke und Notfallbeleuchtung mit 1.000 Lux. Für den aufwachenden Patienten ist eine blendarme Allgemeinbeleuchtung wichtig, am besten mit indirektem Licht.

Das Patientenbett sollte niemals so stehen, dass der Kranke direkten Einblick in eine Deckenleuchte hat. Dass ihn direktes Licht der hellen Notfallbeleuchtung vorübergehend blendet, ist hinzunehmen.

Licht für die Intensivstation

Schwer Erkrankte benötigen nach of langwierigen Operationen Dauerüberwachung und Intensivpflege. Dafür kommen sie auf die Intensivstation und später gegebenenfalls in das intermediäre Bettenzimmer. Für die Beleuchtung der Intensivstation sind drei Helligkeitsstufen notwendig: Behaglichkeitsbeleuchtung mit 100 Lux Beleuchtungsstärke, 300 Lux für einfache Untersuchungen und Behandlungen, 1.000 Lux für den Notfall. Anders als in Bettenzimmern, in denen die Beleuchtungsanlage auch Bestandteil der medizinischen Versorgungseinheiten sein kann, sind die Leuchten auf der Intensivstation in der Regel getrennt von der aufwändigen Medizintechnik installiert.

Außerdem ist auf Intensivstationen als viertes eine Übersichtsbeleuchtung vorgeschrieben, die in der Regel in die medizinische Versorgungseinheit integriert ist. Ihr Licht soll nachts die Überwachung der Patienten und der medizinischen Geräte ermöglichen, DIN 12464-1 sieht 20 Lux Beleuchtungsstärke vor.

Licht für intermediäre Bettenzimmer

In intermediären Bettenzimmern liegen Patienten, die mehr Überwachung als normal, aber keine Dauerüberwachung wie auf der Intensivstation benötigen. Diese Bettenzimmer werden genauso beleuchtet wie Bettenzimmer für Normalpflege: 100 Lux Beleuchtungsstärke für die Behaglichkeitsbeleuchtung, 300 Lux für einfache Untersuchungen und Behandlungen sowie 1.000 Lux für die Notfallbehandlung.

Kranke finden sanftes Indirektlicht als besonders angenehm. Deshalb sollte im intermediären Bettenzimmer besonderer Wert auf behagliche Lichtstimmung gelegt werden. Empfehlenswert sind Wandleuchten.

Normen

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