Untersuchungsraum

Licht für jede Fachrichtung

Das Licht im Untersuchungs- und Behandlungsraum ist funktional. Auch für spezielle Fachrichtungen richtet sich die Beleuchtung nach den Anforderungen, die DIN EN 12464-1 für allgemeine Untersuchungs- und Behandlungsräume fordert. Die Beleuchtungsstärke kann zwischen 300 und 500 Lux liegen.

Die Untersuchungsbeleuchtung wird auf Art und Methodik der Fachrichtung – wie Augen, HNO, Gynäkologie oder Dermatologie – abgestimmt. Wichtig: Untersuchungsleuchten sollten nicht direkt über der Behandlungsliege angebracht sein, damit liegende Patienten nicht geblendet werden. Bei Bildgebenden Verfahren, wie zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen, darf das Licht der Leuchten keine störenden Reflexe auf dem Monitor erzeugen.

Mindestanforderung an die Beleuchtung

Die Mindestanforderungen an die Beleuchtung von allgemeinen und speziellen Untersuchungs- und Behandlungsräumen definiert DIN EN 12464-1. Die Art des Raumes, Sehaufgabe oder Tätigkeit bestimmen Beleuchtungsstärken (Lux), die Grenzwerte der Direktblendung und die notwendigen Farbwiedergabeeigenschaften der Lichtquellen (Ra-Index).

Mindestanforderung nach DIN EN 12464-1

Ref. Nr.Art des Raumes,
Sehaufgabe oder Tätigkeit
m in LuxUGRLRa
7.4 
7.4.1
7.4.2
7.9.4 
Untersuchungsräume
Allgemeinbeleuchtung
Untersuchung und Behandlung
Verbandsräume 

   500  
1.000
   500 
 
19
19
19 
 
90
90
90 
7.5

7.5.1
7.5.2
7.5.3
*
   
Augenärztliche Untersuchungsräume
Allgemeinbeleuchtung
Untersuchung des äußeren Auges
Lese- und Farbsehtest mit Sehtafeln
Skiaskopie, Refraktometrie,
Ophthalmoskopie, Ophthalmometrie
Perimetrie, Adaptometrie 


   300
1.000
   500
     30
 
   ≤10 
 

19
-
16
19
 
19 
 

80
90
90
90
 
90 
7.6 
7.6.1
7.6.2 
Ohrenärztliche Untersuchungsräume
Allgemeinbeleuchtung
Untersuchung des Ohres 

   300
1.000 
 
19
 
80
90 
7.7 
7.7.1
7.7.2
 
Räume der Bild gebenden Diagnostik
Allgemeinbeleuchtung
Bild gebende Diagnostik mit Bildverstärkern
und Fernsehsystemen
Direkte Betrachtung an Sichtgeräten

   300
    50
 
    30 
 
19
19
 
 
80
80
 
80 
7.9 
7.9.1
*
*
7.9.2
7.9.3
*
7.9.4 
Behandlungsräume (allgemein)
Dialyse Ein- und Ausleitung
Dialyse Allgemeinbeleuchtung
Dialyse Lesebeleuchtung
Dermatologie
Endoskopieräume
Endoskopische Untersuchungen
Verbandsräume 
 
   500
   100
   300
   500
   300
    50
   500 
 
19
19
19
19
19
19
19 
 
80
80
80
90
80
80
80 
7.12
7.12.1
7.12.2
7.12.3
7.12.4 
Zahnärztliche Behandlungsräume
Allgemeinbeleuchtung
Im Patientenbereich
In der Mundhöhle
Weißabgleich der Zähne
 
   500
1.000
5.000
5.000 
 
19
-
-
 
90
90
90
90 

Ref. Nr.

Ausgewiesen ist die Referenznummer der zur Beleuchtungsanwendung gehörenden Tabelle in DIN EN 12464-1. Mit * gekennzeichnete Werte entstammen DIN 5035-3.

 

Art des Raumes, Sehaufgabe oder Tätigkeit

DIN EN 12464-1 gliedert die einzelnen Innenräume nach den dort zu erbringenden Sehaufgaben oder Tätigkeiten.

 

m in Lux

Dieses Kurzzeichen steht für den Wartungswert der mittleren Beleuchtungsstärke in Lux. Unter diesen Mindestwert darf die Beleuchtungsstärke niemals sinken.

 

UGRL

Unter diesem Kurzzeichen werden Grenzwerte zur Begrenzung der Direktblendung nach dem Unified Glare Rating (UGR)-Verfahren ausgewiesen.

 

Ra

Dieses Kurzzeichen ist der Farbwiedergabe-Index. Er beschreibt die Farbwiedergabe-Eigenschaft der Lampen.

Allgemeine Untersuchungsräume

Die Beleuchtungsstärke in allgemeinen Untersuchungs- und Behandlungsräumen liegt nach DIN EN 12464-1 bei mindestens 500 Lux. Empfehlenswert ist das direkt/indirekt strahlende Licht von Deckenleuchten (Anbau- oder Einbauleuchten) mit LEDs; indirekte Lichtanteile lassen den Raum freundlicher und behaglicher erscheinen.

Zum Untersuchen Beleuchtungsniveau erhöhen

Zur Untersuchung und Behandlung muss das Beleuchtungsniveau erhöht werden: Zusätzliches Licht an Behandlungsliege oder -stuhl erzielt die erforderlichen 1.000 Lux Beleuchtungsstärke. Fest installierte oder ortsveränderliche Untersuchungsleuchten übernehmen diese Aufgabe – sie spenden ausschließlich direktes Licht. Für die Diagnose sind Leuchtmittel mit sehr guter Farbwiedergabe (Ra-Index ≥ 90) wichtig. Die richtige Lichtfarbe ist Neutralweiß mit einer Farbtemperatur zwischen 3.800 und 5.300 Kelvin.

Komfortabel: Lichtmanagement

Zum Betrachten von Röntgenbildern muss das Beleuchtungsniveau dagegen auf 30 Lux abgesenkt werden. Dazu wird die Beleuchtung zum Teil abgeschaltet oder das Licht gedimmt. Großen Komfort bietet dabei ein Lichtmanagementsystem: Programmierte Lichtszenen werden einfach am Untersuchungsplatz oder per Fernbedienung abgerufen.

Bildgebende Diagnostik wie Ultraschall oder die direkte Eingabe der Daten in die elektronische Patientenakte erfordern bildschirmgerechte Beleuchtung: störende, durch Licht erzeugte Reflexe sind zu vermeiden. Außerdem ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Helligkeit an Bildschirm, Tastatur und der Umgebung wichtig. Es erleichtert die Sehaufgabe des Arztes beim häufigen Blickwechsel zwischen Patient und Monitor.

Spezielle Untersuchungsräume

Für die Fachrichtungen Augen, HNO, Gynäkologie, Haut, für die zahnärztliche Behandlung, Endoskopie und für Bildgebende Verfahren sind spezielle Untersuchungs- und Behandlungsräume mit entsprechender Beleuchtung notwendig.

Generell entsprechen die Anforderungen an die Beleuchtung denen von allgemeinen Untersuchungsräumen. Die Beleuchtungsstärke der Allgemeinbeleuchtung liegt nach DIN 12464-1 zwischen 300 und 500 Lux.

Dimmbares Licht

Je nach Fachrichtung orientiert sich die Beleuchtung an der Methode der speziellen Untersuchung und Behandlung. Dabei variiert das Beleuchtungsniveau im Raum: Es muss häufig gesenkt werden, um das für die jeweilige Sehaufgabe erforderliche Adaptationsniveau zu schaffen. Dimmbares Licht ist notwendig. Besonders komfortabel ist der Abruf entsprechender Lichtszenen eines Lichtmanagementprogramms. Wichtig: Der Arzt muss die Beleuchtung am Untersuchungsplatz schalten, steuern und/oder regeln können.

Beim Augenarzt

Mindestens 1.000 Lux muss die Beleuchtungsstärke für Untersuchungen am äußeren Auge betragen. Für Leseproben sind es vertikal 500 Lux. Zur Refraktionsbestimmung braucht der Augenarzt eine steuerbare Allgemeinbeleuchtung zwischen 10 und 300 Lux. Einige spezielle Untersuchungen erfordern unter 10 Lux Beleuchtungsstärke.

Beim HNO-Arzt

Vorgabe für die Allgemeinbeleuchtung sind 300 Lux. Für Untersuchungen von Nase, Ohr und Rachen sind 1.000 Lux erforderlich.

Beim Frauenarzt

Die Beleuchtungsstärke der Allgemeinbeleuchtung sollte 500 Lux betragen, für Untersuchungen sind 1.000 Lux notwendig.

Beim Hautarzt

Die Beleuchtungsstärke der Allgemeinbeleuchtung muss 500 Lux betragen, für detaillierte Untersuchungen der Haut sind 1.000 Lux notwendig. Um Veränderungen der Haut und der Hautfarbe gut beurteilen zu können, ist außer Neutralweiß die Lichtfarbe Tageslichtweiß gut geeignet, der Farbwiedergabeindex der Lichtquellen muss Ra ≥ 90 betragen.

Endoskopie

Für die Vorbereitung endoskopischer Untersuchungen ist eine höhere Beleuchtungsstärke notwendig als für den eigentlichen medizinischen Eingriff. Die Endoskopie selbst erfordert wegen der meist geringeren Leuchtdichte im optischen System des Endoskops eine Absenkung der Beleuchtungsstärke im Raum auf 50 Lux und weniger. Dies gilt für direkte wie für Bildschirm gestützte Endoskopie.

Zahnärztliche Behandlung

Vorgabe für die Allgemeinbeleuchtung in zahnärztlichen Untersuchungs- und Behandlungsräumen sind 500 Lux. Im Patientenbereich sind 1.000 Lux Beleuchtungsstärke erforderlich, für die Beleuchtung der Mundhöhle des Patienten mindestens 5.000 Lux. Entsprechende Behandlungsleuchten gehören daher nach DIN EN ISO 9680 zur Standardausrüstung jeder Zahnarztpraxis. Damit die liegenden Patienten nicht geblendet werden, sollten asymmetrisch strahlende Deckenleuchten außerhalb eines Feldes 2,5 Meter mal 2,5 Meter um den Stuhl herum angebracht werden.

Die richtige Lichtfarbe der Lichtquellen ist Neutralweiß oder Tageslichtweiß, für den Weißabgleich der Zähne unbedingt Tageslichtweiß mit einer Farbtemperatur über 6.000 Kelvin (bei 5.000 Lux) verwenden. Der Farbwiedergabeindex der Leuchtmittel muss Ra ≥ 90 betragen.

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