Kinderzimmer

Kindgerechtes Licht

Die Welt der Kinder ist kunterbunt. Jeder Tag hält neue Abenteuer bereit: Im Kinderzimmer wird getobt, gespielt, gebastelt und gelernt. Bei Jugendlichen kommen Fernseher und Computer dazu. Diese Vielfalt erfordert ein gut durchdachtes Beleuchtungskonzept, das auf die sich ändernden Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist.

Am Wickeltisch stehen Eltern meist mit dem Rücken zum Deckenlicht. Ihr Schatten fällt auf die Wickelfläche. Deshalb muss die Allgemeinbeleuchtung im Kinderzimmer mit einer Platzbeleuchtung ergänzt werden. Für den Wickeltisch kommen Wandleuchten mit beweglichem Arm infrage. Weil Babys noch sehr lichtempfindlich sind, sollte direktes Licht vermieden werden. Empfehlenswert sind Wandleuchten mit Lichtaustritt nach oben.

Figuren-Leuchten sind kein Spielzeug

Im Krabbelalter wird's ernst: Nichts ist sicher vor dem Entdeckungsdrang der Jüngsten. Deshalb sind zusätzliche Leuchten in Reichweite von Kinderhänden zunächst kein Thema. Das gilt insbesondere für Figuren-Leuchten: Obwohl mit Lampen geringer Leistung bestückt, arbeiten sie mit Netzspannung 230 Volt.

Für den Spieltisch sind Pendelleuchten oder robuste Schreibtischleuchten die richtige Wahl. Vorsicht bei filigranen Motiv-Strahlern, die von Seil- und Stangensystemen abgependelt sind: Auch sie reizen Kinder dazu, sie anzufassen.

Achtung Spielzeug! Über herumliegende Gegenstände im Kinderzimmer lässt sich schnell stolpern. Eine Allgemeinbeleuchtung verschafft den nötigen Überblick, um sich sicher im Zimmer zu bewegen. Diese Beleuchtungsaufgabe kann eine Deckenleuchte (Anbau- oder Einbauleuchte) übernehmen. Für größere Kinderzimmer sind Seil-, Stangen- oder Stromschienensystem mit mehreren Leuchten und Strahlern besser geeignet. Sie werden mit Lampen bestückt, die einen großen Ausstrahlungswinkel (wide flood) haben. Denn nur breit strahlendes Licht sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung. Die Beleuchtungsstärke liegt bei 300 bis 500 Lux. Komfortabel und angenehm ist dimmbares Licht.

Hausaufgaben sind anstrengend. Dieser "Schreibtisch-Job" ist leichter zu bewältigen, wenn ausreichend Licht fürs Lesen und Schreiben zur Verfügung steht. Richtig ist eine in viele Richtungen verstellbare Schreibtischleuchte. Ihr Licht sollte die gesamte Tischfläche gleichmäßig hell ausleuchten. Kommt das Licht bei Rechtshändern von links und bei Linkshändern von rechts, wirft die Schreibhand keine störenden Schatten.

Reflexe auf dem Computerbildschirm vermeiden

Noch anspruchsvoller ist die Sehaufgabe, wenn der Computer ins Spiel kommt: Besonders störend wirken Reflexe auf Bildschirm oder Tastatur. Werden die Anordnung des Bildschirms und die Ausrichtung der Leuchten sorgfältig aufeinander abgestimmt, lassen sich diese Reflexe vermeiden. Eine dunkle Raumumgebung überfordert die Augen beim Blickwechsel zwischen hellem Bildschirm und dunklem Umfeld. Deshalb sollte immer für ein ausreichendes Beleuchtungsniveau im Raum gesorgt sein.

Wer erkennt, dass seine Kinder Computerfreaks sind, kann frühzeitig auf Leuchten setzen, die in Büros Bildschirmarbeitsplätze beleuchten. Darunter gibt es zahlreiche Modelle, deren Design den Vergleich mit klassischen Wohnraumleuchten nicht zu fürchten braucht. LEDs, Kompaktleuchtstofflampen oder Leuchtstofflampen in diesen Leuchten sollten die Lichtfarbe Warmweiß haben.

Indirektes Licht

Wird indirektes Licht bevorzugt, sind Pendelleuchten wie am professionellen Bildschirmarbeitsplatz die richtige Wahl. Als Alternative dazu können für den heimischen Computerplatz auch Deckenfluter eingesetzt werden. Die individuell angenehme Einstellung der Beleuchtung ist am einfachsten, wenn sich alle Leuchten getrennt voneinander schalten lassen und das Licht gedimmt werden kann.

Kuschel- und Leselicht am Bett: Eine Leuchte am Bett ist auch für Kinder komfortabel. Freundliches Licht verscheucht nach einem bösen Traum die Dunkelheit, spendet Kuschel- oder Leselicht. Gut geeignet sind fest installierte Wandleuchten oder Tischleuchten für den Nachttisch mit dreh- und schwenkbaren Reflektoren und beweglichem Arm. So kann das Licht individuell eingestellt werden, es darf aber nicht blenden. Angenehm ist diffuses weiches Licht.

Klemmleuchten nur für ältere Kinder

Bei Hochbetten sind Klemmleuchten eine Alternative, wenn keine Wandleuchte installiert werden kann – allerdings nur, wenn die Kinder schon älter sind und nicht mehr im Bett toben. Zumindest ist ein zusätzlicher Lichtschalter am Bett zum einfachen Einschalten der Deckenleuchte empfehlenswert.

Sanft leuchtende Nachtlichter

Viele Kinder empfinden es als angenehm, wenn nach plötzlichem Erwachen sanft leuchtendes Licht die vertraute Umgebung zu erkennen gibt. Dafür eignen sich Orientierungs- und Markierungsleuchten für die Steckdose. Der Stromverbrauch dieser „Nachtlichter" ist äußerst gering: Beispielsweise kosten 0,3 Watt Leistung im nächtlichen Dauerbetrieb weniger als 10 Cent im Monat.

  • Bei der Beleuchtung des Spielbereichs mit Strahlern Blendung und starke Schatten vermeiden.
  • Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schutzschalter) installieren lassen, besonders in Steckdosen. Steckdosen mit integrierter Sicherung sind für Kinderzimmer besonders zu empfehlen.
  • Bei kleineren Kindern auf unzerbrechliches Leuchtenmaterial achten (kein Glas).
  • Seil-/Stangensysteme regelmäßig auf feste Verbindungen hin kontrollieren (Brandgefahr!). Am besten Sicherheitstransformatoren verwenden.
  • Bei Halogenlampen ausreichende (vorgeschriebene) Abstände zu brennbaren Materialien beachten (Brandgefahr!).
  • Auch Kinder lieben Lichtkomfort. Deshalb immer Lichtfarbe warmweiß bei Leuchtstofflampen und sehr gute Farbwiedergabeeigenschaften (Farbwiedergabe-Index Ra ≥ 90) wählen.
  • Vorsicht bei Kindern im Krabbelalter: Keine Leuchten in Reichweite von Kinderhänden. Das gilt insbesondere für Figuren-Leuchten: Obwohl mit Lampen geringer Leistung bestückt, arbeiten sie mit Netzspannung 230 Volt! Die Kleinen müssen lernen, dass Halogenlampen beispielsweise bei der Lichterzeugung heiß werden.