Wohnzimmer

Vielseitiges, gemütliches Licht

Das Wohnzimmer ist der Mittelpunkt der Wohnung. Entsprechend vielfältig wird es genutzt: lesen, schreiben, spielen, fernsehen, Musik hören, ausruhen, unterhalten, Gäste empfangen, feiern. Eine Leuchte reicht für diese unterschiedlichen Nutzungen kaum aus. Für das Wohnzimmer mit durchschnittlich 20 Quadratmeter Grundfläche sind mindestens drei, besser noch fünf Leuchten die richtige Lösung. Sie übernehmen die Allgemeinbeleuchtung und Platzbeleuchtung. Richtig gemütlich wird es mit zusätzlicher Akzentbeleuchtung.

Als Lichtquellen sind LEDs, Kompaktleuchtstofflampen, mit und ohne integriertes Vorschaltgerät (Lichtfarbe: Warmweiß) geeignet. Beliebt ist auch das brillante warmweiße Licht von Niedervolt-Halogenlampen.

Licht zum Lesen ist Teil der Platzbeleuchtung. Allerdings sollte ihr mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Denn je kleiner die Details – in diesem Fall sind es Buchstaben –, desto besser muss die Beleuchtung sein. Auch das Alter der Menschen muss dabei berücksichtigt werden. Ein 60-jähriger benötigt die doppelte Beleuchtungsstärke, um die gleiche Sehschärfe wie ein 20-jähriger zu erzielen.

Gegen vorzeitiges Ermüden

Für ein langes Lesevergnügen ist eine ausgewogene, wohldosierte Beleuchtung notwendig. Sie sollte weder eintönig hell, noch zu dunkel sein. Nur so lässt sich vorzeitigem Ermüden vorbeugen.

Horizontale und vertikale Beleuchtungsstärken schaffen ein angemessenes Beleuchtungsniveau. Je höher dieses ist, desto besser die Sehleistung. Störende Blendung gilt es dabei zu vermeiden.

Starke Kontraste vermeiden

Ebenso lässt ein zu starker Kontrast zwischen Leselicht und Raumlicht (Umgebungslicht) die Augen ermüden. Es ist deshalb wichtig, auf ausreichend Grundhelligkeit zu achten.

Als Leselicht empfehlen sich dreh- und schwenkbare Leuchten, die sich für individuelle Belange dimmen lassen. Bei Wand-, Tisch- oder Stehleuchten, die für diese Beleuchtungsaufgabe eingesetzt werden, sollte diese Flexibilität gegeben sein. Ein verstellbarer Reflektor ist außerdem von Vorteil.
Die eingesetzten Lichtquellen sollten einen breiten Ausstrahlungswinkel besitzen, zum Beispiel 40 Grad bei LED-Reflektoren oder 38 – 60 Grad bei Halogenlampen mit Reflektor.

Wie viel Licht zu welchem Zweck wird an welchem Platz gebraucht? Das ist die zentrale Frage des Beleuchtungskonzepts im Wohnzimmer. Tätigkeit und Sehaufgabe bestimmen Leuchtenart und Beleuchtungsstärke.

Steh-, Tisch- und Hockerleuchten übernehmen die Platzbeleuchtung an Sofa und Sessel, an Fernseher und HiFi-Gerät, auf Sideboard und Sekretär. Alternativ eignen sich zur Platzbeleuchtung Pendelleuchten über dem Couchtisch. Eine weitere Pendelleuchte ist für den Esstisch vorzusehen, der entweder im Wohnzimmer oder im Esszimmer steht.

Achtung Reflexe: Licht zum Fernsehen

Zum Fernsehen sollten alle Leuchten so ausgerichtet sein, dass keine störenden Reflexe auf dem Bildschirm entstehen. Reflexe erzeugende Leuchten nah vor dem Bildschirm werden gedimmt oder bleiben ausgeschaltet. Für die Aufhellung der Wandpartien rund um den Fernseher eignen sich zum Beispiel hinter dem Gerät angebrachte Wandleuchten. Doch nicht nur sie alleine, sondern zusätzliche Leuchten im Raum einschalten! Denn große Helligkeitsunterschiede zwischen Bildschirm und Raumumgebung strengen die Augen übermäßig an.

Licht schafft Atmosphäre. Erst wenn es nicht immer gleich hell ist, also nicht immer alle Leuchten gleichzeitig eingeschaltet sind, und das Licht gedimmt werden kann, entfaltet sich ein wohnliches Ambiente. Auflockernd wirkt die Beleuchtung von Bildern, Skulpturen, Regalen oder Vitrinen.

Kunstwerke wie in der Galerie beleuchtet

Einfach ausrichten lassen sich Strahler an Seil- und Stangensystemen oder Stromschienen; anders als fest installierte Strahler sind sie flexibel, Bilder können umgehängt, Skulpturen umgestellt und nach dem Ortswechsel wieder beleuchtet werden. Speziell für die Anstrahlung von Bildern gibt es Bilderleuchten. Auch beleuchtete Vitrinen und Regale setzen ansprechende Akzente. Einzelne Fächer werden entweder mit Strahlern von der Decke oder mit Möbeleinbau- und Möbelanbauleuchten beleuchtet. Wichtig: Da sie auf Holz montiert werden, müssen die eingebauten Leuchten neben VDE-, ENEC- oder GS-Zeichen das Brandschutzsymbol M" tragen. Bei Strahlern und Klemmleuchten ist auf die Einhaltung des angegebenen Mindestabstandes zur angestrahlten Fläche zu achten.

Licht schmückt leere Wände

Möbelfreie Wände oder größere Wandbereiche sind - mit oder ohne Wandschmuck - ein Blickfang, wenn sie in das Licht mehrerer, entlang der Wand in Reihe installierter Downlights getaucht werden. Zur Akzentbeleuchtung zählt auch die Pflanzenbeleuchtung in fensterfernen Bereichen.

Besonders harmonisch ist das Zusammenspiel von direktem und indirektem Licht. Die Augen empfinden indirektes Licht, das von Wänden oder Decke in den Raum reflektiert, als angenehm. Für diese Aufgabe eignen sich gut Deckenfluter (auch: Uplights) - in der Ausführung als Stehleuchte genügt meist einer, bei Wandleuchten sollten es mehrere sein.

Indirektes Licht von Deckenflutern

Heute werden zahlreiche Leuchten angeboten, die den größten Teil ihres Lichts indirekt nach oben strahlen und den kleineren Anteil direkt nach unten abgeben. Eine praktische Lösung sind auch Stehleuchten mit Doppelfunktion: Ein Deckenfluter spendet vorwiegend indirektes Licht zur Aufhellung des Raumes, eine zweite, unterhalb des Fluters etwa in Höhe eines Sitzenden angebrachte Leuchte gibt direktes Licht zum Lesen.

Wichtig: Ausschließlich indirekte Beleuchtung führt zu Schattenarmut und erzeugt einen diffusen Raumeindruck. Für anstrengende Sehaufgaben wie Lesen, Schreiben oder Handarbeiten ist direktes Licht immer die bessere Wahl.

  • Die einzelnen Leuchten sollten getrennt zu schalten sein.
  • Tisch- oder Stehleuchten mit dreh- oder schwenkbaren Reflektoren sowie beweglichem Arm schaffen flexibles Licht.
  • Zusätzliche Wandauslässe oder flexible Stromschienen- bzw. Seil- und Stangensysteme einplanen.
  • Bevor die Beleuchtungsrichtung festgelegt wird, gilt es die häufigsten Blickrichtungen festzustellen. Bei ungünstigem Lichteinfall können sich störende Reflexe zeigen.
  • Dimmer sorgen für gemütliches Licht.
  • Lichtfarbe warmweiß ist richtig im Wohnzimmer.
  • Helligkeitskontraste wirken beim Fernsehen ermüdend; mit Hintergrundaufhellung ausgleichen.
  • Licht zum Lesen braucht ausreichende Beleuchtungsstärke und eine gute Hintergrundbeleuchtung. Direkt- und Reflexblendung sollte vermieden werden. Leuchten für Leselicht sollten flexibel dreh- oder schwenkbar sein. Lichtquellen mit breitem Ausstrahlungswinkel wählen (zum Beispiel 40 Grad bei LED-Reflektoren oder 38 – 60 Grad bei Halogenlampen mit Reflektor).

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