Licht und Raumgefühl

„Raum ist der größte Luxus unserer Zeit“, sagt der britische Designer Sir Terence Conran. Umso mehr kommt es darauf an, die vorhandene Wohnfläche optimal zu nutzen. Licht und Farbe können wesentlich dazu beitragen, das Raumgefühl angenehm zu beeinflussen. Geschickt eingesetzt, sorgt das Duo für harmonische Proportionen im Raum.

Für optimale Ergebnisse sollten Sie darauf achten, dass die Lichtgestaltung der Architektur folgt – und so im Zusammenspiel mit der richtigen Farbe eine optimale Raumwirkung erzeugt. Wenn Sie die einfachen Grundregeln guter Beleuchtung beherzigen, können Sie nach Lust und Vorlieben experimentieren. So wird aus einer Wohnung Ihr persönliches Zuhause.

Kleine Räume

Für kleine Zimmer sind helle Farben für Decken und Wände die richtige Wahl: Sie lassen einen Raum größer erscheinen, als er tatsächlich ist. Sie mögen kühle Farbtöne? Sie beruhigen und weiten Räume, während warme Farben auf den Betrachter zukommen. Ein Tipp: Wählen Sie für den Boden ruhig eine dunkle Farbe; das erdet und gibt Standfestigkeit.

Deckenfluter oder Wandleuchten, die ihr Licht auf den oberen Bereich einer Wand strahlen, lassen das Zimmer optisch höher wirken. Dafür können Sie auch Vouten – deckennah verlaufende Simse – nutzen: eingebaute Leuchtstofflampen oder LEDs sorgen für eine gleichmäßige Lichtverteilung. Falls Sie nur einen Deckenauslass in der Raummitte haben, wählen Sie Seil- und Schienensysteme. Sie bringen Licht überall hin, wo es gebraucht wird und überwinden auch Ecken. Ein einziges Licht von oben lässt die Wände näher rücken – der Raum wirkt kleiner.

Helle Wand- und Deckenflächen – Cremeweiß, Hellblau, Zartgelb oder ein lichtes Grün – reflektieren Licht besser als dunkle Wände; Sie brauchen also weniger Watt für die gleiche Helligkeit.

Raumhöhe

Sie finden die Raumhöhe in Ihrem Schlafzimmer zu niedrig? Wählen Sie für die Decke einen helleren Farbton als für die Wände; das öffnet den Raum nach oben. Deckenfluter, die indirektes Licht spenden, betonen diese Wirkung noch. Übrigens: Probieren Sie doch einmal eine hellgelbe Tönung der Decke statt der üblichen weißen Farbe; hellgelb strahlt mehr und wirkt heller, während weiße Decken im Schatten häufig grau erscheinen.

Für Spannung im Raum sorgen mehrere Lichtquellen, zum Beispiel Steh- oder Tischleuchten, die gemütliches Stimmungslicht zaubern. Akzentbeleuchtung, zum Beispiel mit gebündeltem, brillanten Halogenlicht, lenkt den Blick des Betrachters auf Bilder oder Bücherwände. Halogenlampen verbrauchen allerdings mehr Energie als sparsame LEDs.

Hohe Räume

Altbau-Wohnungen verfügen oft über hohe Räume. Sind die einzelnen Zimmer klein, sollten Sie die Wände heller anlegen als die Decke: So öffnet sich der Raum zur Seite und gewinnt an Weite. Ein dunklerer Ton an der Decke sorgt dafür, dass der Raum an Höhe verliert. Das Licht der Grundbeleuchtung sollte bei sehr hohen Räumen nur auf die seitlichen Wände gerichtet sein; so wirkt die Decke niedriger und der Raum öffnet sich zur Seite.

Raumtiefe

Farbe zieht immer den Blick an und gliedert jeden Raum. Große, luftige Räume vertragen auch warme und kräftige Farben. Eine Rückwand in tiefem Burgunderrot oder samtig-elegantem Aubergine verkürzt einen langen Raum, denn kräftig-warme Farben schieben sich in die Richtung des Betrachters. Helle und kühle Farbe weiten dagegen den Raum; sie treten optisch zurück.

Lichtdecken, Vouten oder breit streuende Einzelleuchten spenden eine angenehm-diffuse, gleichmäßige Grundbeleuchtung. Achten Sie darauf, dass dieses Allgemeinlicht dimmbar ist – so lässt es sich nach Bedarf regeln. Hellere Lichtzonen mit gebündeltem Licht, zum Beispiel für die Akzentbeleuchtung, geben dem Raum Struktur und wirken lebendig.

Verschiedene, in unterschiedlichen Höhen angebrachte Lichtquellen verwandeln einen einzigen, großen Raum in eine Reihe miteinander verknüpfter und doch separater Bereiche. Das sorgt für Spannung.

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