Nachhaltiges Licht für Gebäude

Nachhaltige Lichtkonzepte gehen über Energieeffizienz hinaus. Sie sorgen zugleich für eine gute Beleuchtungsqualität und hohen Komfort für die Nutzer sowie für einen geringen Einsatz von Ressourcen.


In einigen Anwendungsbereichen ist der Anteil der Beleuchtung am Energieverbrauch besonders hoch. In Bürogebäuden beträgt er rund 50 Prozent, in Krankenhäusern 20 Prozent. Hier kann eine energieeffiziente Beleuchtung enorme Sparpotenziale erschließen.

Bestandteile einer nachhaltigen Beleuchtung

Eine professionelle, bedarfsgerechte und anwenderorientierte Lichtplanung sowie der Einsatz effizienter LED-Qualitätsleuchten sind die Basis für ein gelungenes Lichtkonzept. Entscheidend sind Effizienz und Qualität des gesamten Beleuchtungssystems:

     

  • Leuchten mit hohen Wirkungsgraden werden optimal eingesetzt, wenn sie richtig angeordnet werden (Abstand).
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  • Hochwertige Abdeckungen sorgen dafür, dass Licht mit nur geringen Verlusten auf die zu beleuchtenden Flächen gelenkt wird, und vermeiden Blendung.
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  • Wichtig ist auch das Zusammenspiel mit der Raumarchitektur: Helle Wände mit guten Reflexionseigenschaften verhindern, dass Lichtleistung verloren geht.
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Lichtmanagement ist der Schlüssel zu noch mehr Nachhaltigkeit in der Beleuchtung – und wird in öffentlichen Neubauten heute vorausgesetzt. Das GebäudeEnergieGesetz (GEG) und DIN V 18599 machen dazu klare Vorgaben. Auch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) honoriert Lichtsteuerungen in ihrem Punktesystem – idealerweise mit einer individuellen Nutzersteuerung.

Eine Steuerung spart Energie, bietet Komfort und eine hohe Lichtqualität. Sie hat an Arbeitsplätzen einen positiven Effekt auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Dies haben mehrere Studien bestätigt (z. B. Mills/Tomkins/Schlangen, Journal of Circadian Rhythms, 2007).

Noch mehr leistet eine Beleuchtung nach dem HCL-Konzept, die den menschlichen Biorhythmus und damit die Gesundheit gezielt unterstützt: Während hohe Beleuchtungsstärken und kaltweißes Licht am Morgen den Körper in Schwung bringen, wirkt warmes, gedämpftes Licht am Abend beruhigend und fördert einen gesunden Schlaf.

Beispiel: Firmensitz erhält DGNB-Zertifikat in Gold

Die 2010 eingeweihte Zentrale eines traditionsreichen Industriekonzerns aus Essen ist ein leuchtendes Beispiel für nachhaltige Lichtplanung. Der Neubau wurde strikt als nachhaltiges Gebäude geplant und errichtet.

400.000 zentral gesteuerte Lamellen ermöglichen eine optimale Tageslichtausbeute. Die Helligkeit in den Büros wird über sensorgesteuerte Stehleuchten automatisch an den natürlichen Lichteinfall angepasst. Präsenzmelder schalten die künstliche Beleuchtung nur ein, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. Das bringt hohen Nutzerkomfort bei minimalem Energieverbrauch. Über eine Schnittstelle sind die Leuchten an die Gebäudesystemtechnik angeschlossen. So kann die Beleuchtung mit anderen Gewerken wie Heizung, Lüftung und Kühlung zentral gesteuert werden.

Insgesamt liegt der Primärenergiebedarf des Gebäudes um 58 Prozent unter den gesetzlichen Vorgaben. Für die hohen Nachhaltigkeitsstandards wurde die Firmenzentrale mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet.

Best Practice: Haus der Wissensarbeit

Auch das 2012 eröffnete „Haus der Wissensarbeit“ des Fraunhofer-Instituts für Arbeitsforschung (IAO) überzeugt: Das Gebäude entfaltet abends seine Wirkung nach außen dank langgestreckter Fensterbänder, die von innen leuchten und zugleich am Tag eine großzügige Beleuchtung der Räume mit natürlichem Tageslicht ermöglichen. Moderne Leuchtentechnik, LEDs und Lichtmanagement kombinieren Energieeffizienz mit guten Arbeitsbedingungen in den Büros. Für die nachhaltige Bauweise hat das Gebäude das LEED-Label des U.S. Green Building Council sowie das DGNB-Zertifikat in Gold erhalten.

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