Planungshinweise für Lichtmanagementsysteme

Bei Planung eines Lichtmanagementsystems sind alle Beteiligten – Auftraggeber, Lichtdesigner, Elektroinstallateur und Leuchtenhersteller sowie Nutzer – möglichst frühzeitig einzubinden, damit alle Komponenten optimal ausgelegt werden können und das System den größtmöglichen Nutzen bietet.


Die Aufgaben eines modernen Lichtmanagements (LMS) sind vielfältig und sehr unterschiedlich. In großen Gebäuden können diese Aufgaben z. B. von einem kompletten Gebäudemanagement übernommen werden. Der Trend geht jedoch zu immer mehr Intelligenz in der Leuchte. Von der lokalen Lichtregelung am Arbeitsplatz oder dem gesamten Raum bis zu einer gebäudeübergreifenden Vernetzung der Systeme, die auch unabhängig von einem Gebäudemanagement möglich ist. Die Vernetzung der Einzelsysteme muss dabei nicht mehr leitungsgebunden erfolgen. Auch unterschiedliche Funklösungen stehen heute zur Verfügung.

Faktoren und Einflüsse vor Ort

Vor Beginn der konkreten Planung eines LMS müssen die Faktoren vor Ort erfasst werden, die das System oder die Regelung beeinflussen können. Dazu zählen:

  • Leistungsanforderungen an das System (Größe des Systems und Funktionsumfang),
  • gesetzliche Vorgaben, welche die Planung einschränken oder vorbestimmen können,
  • Prüfung, ob das LMS an vorhandene BUS-Systeme angeschlossen werden kann. Dabei muss die Funktionsfähigkeit aller Schnittstellen sichergestellt werden.

Sind alle Zuständigkeiten bei der Planung geklärt, kann der Licht-, Elektro- oder TGA-Planer mit der Planung beginnen. Zu berücksichtigen sind:

  • Sicherungen,
  • Bedienelemente,
  • Sensoren und
  • Leitungen.

Dabei sollte generell auf die Flexibilität des eingesetzten Systems und seiner Programmierung geachtet werden.

Anforderungen an das System

Neben den Gebäudefaktoren und anderen Vorgaben zur Auslegung des Systems sind außerdem kunden- und anwendungsspezifischen Anforderungen zu berücksichtigen. Sie müssen so umfassend und genau wie möglich abgeklärt werden. Zu beachten sind z. B. folgende Fragen:

  • Welche Beleuchtungsstärken werden benötigt?
  • Wie wirkt sich wirkt sich die Anwesenheit am Arbeitsplatz oder Belegung der Raumes aus?
  • Wird eine tageslichtabhängige Steuerung oder Regelung eingesetzt?
  • Ist eine Fernwartung gewünscht, z. B. im Sinne eines Online-Monitoring?
  • Soll es eine Zeitsteuerung und Stand-by-Funktionen geben?
  • Bietet sich eine circadiane Steuerung an?
  • Wie wird der Nutzer über die Bedienung der Beleuchtung informiert?

Mögliche Bedienelemente und Signalquellen sind:

  • Schalter, Taster, Touchpanel
  • Fernbedienung über IR oder Funk
  • PC, Tablet/Smartphone (APP) über WLAN oder Bluetooth
  • Zeitgeber: Uhr, Echtzeit-Uhr, (astronomischer) Kalender
  • Koppler (digitalisiert analoge Elemente wie Taster)
  • Sensoren bzw. Sensorkoppler (Lichtsensoren, Bewegungsmelder) über IR, Radar oder Kamera
  • Schaltaktoren, Gateway, IP-Interface

Klärung der Ausführung und Einbindung:

  • Lichtsteuerung oder Lichtregelung
  • Stand-alone- bzw. individuelle Lösung oder Integration in BUS-System (z. B. KNX, BACnet)
  • Interaktion mit anderen Gewerken (z. B. Heizung, Lüftung, Rollläden, Sicherheits-/Schließsysteme, Unterhaltungselektronik)

Bei der Detailplanung sind Schnittstellen, Sensoren sowie Lichtquellen und Betriebsgeräte zu beachten.

Planungs- und Realisierungsphasen

Der Prozess der Planung, Installation und des Betriebs eines Lichtmanagementsystems wird in der DIN SPEC 67503:2019-04 beschrieben (Licht und Beleuchtung – Planungsprozess für Beleuchtungssysteme; deutsche Fassung CEN/TS 17165:2018; Ausgabedatum 2019-04).

Strukturelle Hilfestellung bei einer ganzheitlichen Lichtplanung gibt der Lighting-System-Design-Prozess: Projektauftrag – Planung – Errichtung – Betrieb.

Bei diesem Planungsprozess für Beleuchtungssysteme handelt es sich um einen iterativen Vorgang. Dabei gehen grundlegende Planungserwägungen für gute und energieeffiziente Lichtqualität in die Installation, Inbetriebnahme und den Betrieb einer Beleuchtungsanlage ein, die möglichst umfassend die Anforderungen der Nutzer erfüllt.

Zu integrieren ist ebenfalls eine Sicherheits-/Notfallbeleuchtung auf der Grundlage einer Risikoanalyse bzw. gemäß der Gesetzgebung, die während des Konsultationsprozesses ermittelt wird. Der vollständige Planungsprozess für das Beleuchtungssystem bzw. die Beleuchtungsanlage unterstützt die Umsetzung von Regulierungsmaßnahmen sowie die Entwicklung von Prüfanforderungen. Dadurch wird sichergestellt, dass gute Lichtqualität im Betrieb für die Nutzer erreicht wird und dabei z. B. gesetzliche Energieeffizienzanforderungen erfüllt werden.

Generell sind danach folgende Prozessschritte für die Lichtplanung festzuhalten:

1. Projektauftrag und Designphase

Ein genereller Überblick über die Aufgabenstellung ist die Basis eines schlüssigen Lichtkonzeptes. Nur wenn alle Details der Geschichte bekannt sind, kann die beste Lösung einer Beleuchtungsaufgabe oder Inszenierung generiert werden. Analog zur Aufgabenstellung müssen die technischen Details exakt und vollständig erfasst werden.

2. Planung
Eine detaillierte Planung aller Komponenten – von Schaltplänen über benötigte Stückzahlen bis zur technischen Vorbereitung – ist essentiell für eine erfolgreiche Umsetzung. Damit lassen sich auch Kostenermittlungen und Optimierungen realisieren. So entsteht ein genauer Fahrplan für die Lichtdramaturgie und das Betriebskonzept sowie die Datenübertragung.

3. Installation und Inbetriebnahme

Um Fehlerquellen bei der Installation zu minimieren, rät licht.de zu einer lückenlosen
Vorbereitung für die Programmierung.

Bei dem wichtigen Schritt der Installation und Inbetriebnahme sollte besonderer Wert auf eine fachgerechte Dokumentation gelegt werden.

4. Optimierung
Sollte der Ist-Zustand vom Soll-Zustand abweichen, müssen an dieser Stelle Korrekturen und Nachprogrammierungen durchgeführt werden.

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