Sensoren – Basis für ein funktionierendes Lichtmanagement

Lichtmanagementprojekte sind immer individuell und oft komplex. Für jede Ausbaustufe gibt es passende Sensoren – von der reinen Bewegungs- über Präsenzerfassung bis zu tageslichtabhängiger Regelung in Innenräumen oder der Lichtsteuerung nach Verkehrsaufkommen und Witterung auf Straßen. Sie messen kontinuierlich die relevanten Parameter und ermöglichen eine automatische Anpassung der Beleuchtung nach den vorgegebenen Sollwerten.

 

Sensoren für Tageslichtnutzung

„Intelligentes“ Lichtmanagement nutzt das natürliche Licht, bietet hohen Komfort und das höchste Sparpotenzial. Lichtsensoren messen die Menge des einfallenden Tageslichts im Gebäude auf einer Referenzmessfläche. Unterschreitet die Beleuchtungsstärke einen vorab eingestellten Sollwert, wird künstliches Licht bedarfsgerecht zugeschaltet oder stufenlos nachgesteuert beziehungsweise nachgeregelt. Tageslicht variiert nach Tages- und Jahreszeit, nach Wetter und geografischer Lage. Aufgrund dieser Schwankungen und je nach Raumtiefe kann in Innenräumen deshalb auch tagsüber häufig nicht auf künstliches Licht verzichtet werden, beispielsweise um gesetzliche und normative Vorgaben (ASR A3.4, DIN EN 12464-1) zu erfüllen.

Sensoren für Bewegungs- und Präsenzerfassung

Bewegungssensoren nehmen Geh- und Fahrbewegungen in ihrem Erfassungsbereich wahr und reagieren darauf. Ein typisches Beispiel ist der Bewegungsmelder am Haus: Er detektiert Personen bei Dunkelheit und schaltet das Licht automatisch ein. Nach einer zuvor definierten Zeit ohne Bewegung wird es wieder ausgeschaltet. Integrierte Dämmerungsschalter stellen sicher, dass Bewegungsmelder nur in den Dunkelstunden arbeiten.

Präsenzsensoren sind empfindlicher als Bewegungssensoren. Sie reagieren auch auf kleinste Bewegungen, etwa bei der Schreibtischarbeit. Ihre Aufgabe besteht darin, beispielsweise in einem Büro oder Flur das Licht zuverlässig auszuschalten oder zu dimmen, wenn niemand im Raum ist. Bei Anwesenheit und Aktivität wird die Beleuchtung wieder in der gewünschten Helligkeit eingeschaltet oder hochgefahren. Jeder Präsenzsensor ist auch ein Bewegungssensor, aber nicht jeder Bewegungssensor ist ein Präsenzsensor.

Sensoren für Anwesenheits- und Bewegungserfassung werden häufig mit einem Lichtsensor kombiniert, um eine tageslichtabhängige Beleuchtungsregelung zu ermöglichen.

Tageslichtmessung: Basis für Lichtsteuerung und -regelung

Für die bedarfsgerechte Steuerung der künstlichen Beleuchtung stehen zwei Technologien zur Auswahl:

  • Bei der Lichtsteuerung wird das Tageslicht an geeigneter Stelle gemessen und die künstliche Beleuchtung aufgrund der Menge an Tageslicht gedimmt sowie an- oder ausgeschaltet.
  • Bei der Lichtregelung wird die gewünschte Beleuchtungsstärke vorab festgelegt. So wird auch in der Raumtiefe und je nach Tages- oder Jahreszeit ein konstantes Beleuchtungsniveau sichergestellt (= Konstantlichtregelung). Das System misst die aktuelle Lichtsumme im Raum (= die Summe aus Tageslicht und Kunstlicht) – und regelt das Kunstlicht automatisch auf das vorab eingestellte Beleuchtungsniveau.

In Kombination mit Bewegungs- und Präsenzsensoren werden die Leuchten in beiden Fällen nur bei Bewegung eingeschaltet und wenn wenig Licht vorhanden ist.

Drei Arten von Tageslichtsensoren

Innenliegende Look-Down-Sensoren

Innenliegende Look-Out-Sensoren

Außenliegende Tageslichtmessköpfe

Montage am Arbeitsplatz. Erfasst das Licht direkt unter dem Sensor:

+ Misst das Licht dort, wo es gebraucht wird, und regelt es kontinuierlich nach, um es konstant zu halten.

+ Wartungsfaktorausgleich an den einzelnen Leuchten

- Gefahr von gegenseitigem Einfluss

- Starke Abhängigkeit von der Reflexionsfläche

Montage am Arbeitsplatz. Erfasst das einfallende Licht an einem Punkt:

+ Ein Sensor kann mehrere gleichartige Räume steuern.

- Erfasst keine Verschattungen im Raum

Montage eines Messkopfes zentral auf dem Dach. Erfasst die tageslichttechnische Situation außen:

+ Über Zusatzkomponenten kann die Lichtqualität (Sonnenstand, diffus/gerichtet etc.) erfasst werden.

+ Kostengünstig für große Gebäude

- Keine Information über Gebäudeinneres

Sensoren für Anwesenheitserfassung

Mit zwei Sensortechnologien können alle Standardanforderungen für Bewegungs- und Präsenzerfassung erfüllt werden:

  1. Passiv-Infrarot-Sensoren (PIR) geben ein kurzes Signal weiter, sobald sie eine Temperaturänderung erfassen. Dafür wird mithilfe einer Linse ein definierter Bereich in aktive und passive Zonen unterteilt. Bewegt sich ein Körper, zum Beispiel eine Person, durch mehrere Zonen, wird seine Wärme in Form von Infrarotstrahlung registriert. PIR-Sensoren geben selbst keine Strahlung ab (= passiv) und können im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden. Typische Anwendungsbereiche sind Büros, Klassenräume, Flure oder Außenanlagen rund um ein Gebäude.
  2. Hochfrequenz-Sensoren (HF) tasten ihren Erfassungsbereich ab (= aktiv). Wie bei Fledermäusen werden Signale ausgesendet und als reflektierte Echosignale wieder empfangen. Eine Echoveränderung bedeutet eine Bewegungsregistrierung. HF-Sensoren sind beispielsweise immer dann geeignet, wenn Objekte oder Personen keine Infrarotstrahlung aussenden (kalte Fahrzeuge oder auch im Winter warm angezogene Menschen) oder der Sensor in einer geschlossenen Leuchte verbaut werden soll. Typische Anwendungsbereiche sind etwa Eingänge, Tiefgaragen, Lager und Verkehrswege.

Leuchten können auch die Infrastruktur für andere Sensoren bilden (Luftgüte, Temperatur). Der DALI-BUS kann bei DALI-2 gesammelte Informationen weitergeben (vergleiche Teile 251 bis 253 des DALI-Standards, EPBD 2024 Artikel 13d und Indoor Environmental Quality, IEQ).

 

Präsenz- und Bewegungsmeldertechnologien

Melder

Verwendet in

Anwendungsbereiche

Vorteile

Nachteile

PIR

Separat installierten oder in Leuchten integrierten Präsenz- und Bewegungs-meldern

Meist in Verbindung mit Tageslichtsensoren eingesetzt

Schwerpunkte: Büroflächen, Flure, Klassenzimmer, Aufenthaltsräume, Eingangsbereiche

  • Einfache Installation des Melders
  • Leichte Inbetrieb-nahme des Melders
  • Kostengünstig und daher flächen-deckend einsetzbar
  • PIR = Passiv Infrarot: Es werden keine aktiven Signale vom Melder ausgesendet, die die Umwelt negativ beeinflussen könnten.
  • Erfassungsbereich leicht eingrenzbar
  • Störungsanfällig bei bewegter Luft (z. B. durch Lüfter)
  • Es werden nur sich bewegende Körper mit Wärmestrahlung erfasst. D. h. keine Erfassung durch Wände oder bei sich nicht bewegendem Körper ohne Temperatur.
  • Beim Einbau in eine Leuchte muss die Linse des PIR immer herausschauen und kann nicht hinter einer Abdeckung „unsichtbar" integriert werden.

Hochfrequenz/Radar

Separat installierten oder in Leuchten integrierten Präsenz- und Bewegungs-meldern

Teilweise in Verbindung mit Tageslichtsensoren eingesetzt

Schwerpunkte: Tiefgaragen, Industrieanwendungen
(v. a. mit Wärme- quellen, großen Lüftungsanlagen)

  • Einfache Installation des Melders
  • Leichte Inbetrieb-nahme des Melders
  • Kostengünstig und daher flächen-deckend einsetzbar
  • Beim Einbau in eine Leuchte kann der Melder hinter einer Abdeckung „unsichtbar" integriert werden.
  • Ausrichtung schlecht definierbar, daher störungsanfällig (z. B. Erfassung durch Wände)
  • Es werden permanent aktive Hochfrequenz-Signale vom Melder ausgesendet

Optik/Kamera (OCR-Chip)

Spezielle Melder, die meist einzeln in ausgewählten Räumen platziert werden.

Schwerpunkt: Erfassung von Raumbegrenzungs-flächen, Zählen von Personen in Innenräumen
(z. B. Meetingraum, Veranstaltungsraum)

  • Optimale Erfassung durch digitale Auswertung optischer Signale
  • Nahezu fehlerfreie Detektion
  • Einfache Installation des Melders
  • Benötigt oft keine zusätzlichen Tageslichtsensoren, da Lichtmessung durch optische Erfassung möglich ist.
  • Hoher Inbetrieb-nahmeaufwand durch die Verwendung und Parametrierung spezieller Software
  • Im Vergleich zu Meldern mit alternativer Sensortechnik relativ kostenintensiv, daher kaum flächendeckend verwendbar

Akustik

In Gebäuden fast ausschließlich in Kombination mit PIR-Sensoren, seltener mit Hochfrequenz-Sensoren verwendet

Separat installierten oder in Leuchten integrierten Präsenz- und Bewegungs- meldern

Schwerpunkt: Verwinkelte Räume, in denen Personen sich nicht oder wenig bewegen (z. B. WC)

  • Großer Erfassungsbereich
  • Einfache Installation des Melders
  • Leichte Inbetrieb-nahme des Melders
  • Störungsanfällig gegen Fremdgeräusche
  • Abgrenzung des Erfassungsbereichs nicht möglich

Temperatur, VOC, Luftfeuchtigkeit, CO2 etc.

In Gebäuden fast ausschließlich in Kombination mit PIR-Sensoren und Hochfrequenz-Sensoren verwendet

Nur in Gebäuden sinnvoll, die ein BUS-System (KNX, DALI-2) verwenden und die von den Sensoren erhobenen Daten über eine Software auswerten können.

Schwerpunkt: Räume, in denen neben der erfassten Präsenz von Personen, die das Licht schalten, regeln oder steuern, noch weitere Raumparameter erfasst werden sollen, z. B. Raumtemperatur, Luftgüte, Luftfeuchtigkeit.

  • Einfache Installation des Melders
  • Die hauptsächlich für das Licht-management notwendige Infrastruktur wird gleichzeitig für die Erfassung weiterer Raumparameter genutzt.
  • Inbetriebnahme relativ aufwendig
  • Melder benötigen für die korrekte Funktion eine gewisse Luftzirkulation, können daher nur mit viel Aufwand direkt in Leuchten eingebaut werden.

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