(Foto: licht.de/Signify)

Lichtplanung: So funktioniert’s

Essen, lesen, fernsehen, arbeiten oder entspannen – das Beispiel Wohnzimmer zeigt, dass die Beleuchtung vielen Wünschen gerecht werden muss. Einleuchtend also, dass eine einzelne Leuchte den vielen unterschiedlichen Ansprüchen an die Beleuchtung nicht gerecht werden kann. Auch für die private Lichtplanung gilt: Jeder Raum sollte mit einem eigenen, seiner Funktion entsprechenden Lichtkonzept ausgestattet sein.

Lichtplanung beginnt immer mit der Frage: Wie viel Licht wird zu welchem Zweck an welchem Platz gebraucht? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, werden je nach Beleuchtungsaufgabe geeignete Leuchtmittel und Leuchten ausgewählt. In den einzelnen Raumzonen wird das Licht zur Grund- oder Akzentbeleuchtung eingesetzt, es dient der Orientierung und betont schöne Details der Architektur. Beleuchtung gliedert den Raum und lenkt den Blick des Betrachters.

Grundvoraussetzung für gute Sehleistung ist stets eine gute Beleuchtungsqualität mit möglichst wenig Blendung. Gutes Licht hängt also nicht allein vom Design der gewählten Leuchte ab, sondern ebenso von ihrer Platzierung im Raum, von der geeigneten Lichtquelle und der gewünschten Lichtmenge.

Beleuchtung hat drei Funktionen

Eine gut komponierte Beleuchtung berücksichtigt unterschiedliche Raumzonen und erfüllt drei Aufgaben:

  • Die Grundbeleuchtung, auch Allgemeinbeleuchtung oder – in Innenräumen – Raumlicht genannt, dient der Orientierung;
  • das Zonenlicht (auch Platzbeleuchtung) erhellt einzelne Bereiche;
  • das Stimmungslicht setzt Highlights und Akzente.

Grundbeleuchtung für die Orientierung

Die Grundbeleuchtung sorgt für ausreichend gute Sehbedingungen, um sich orientieren zu können. Sie ist die Basisbeleuchtung. Im Außenbereich weist sie den Weg zum Haus, im Haus erhellt sie Treppen und Flure und gibt ein gleichmäßiges, eher diffuses Licht für den ganzen Raum. Dabei geben die Leuchten ihr Licht indirekt oder diffus abstrahlend ab, entweder wird das Licht nach oben zur Decke abgegeben oder gleichmäßig nach allen Seiten verteilt. Die Raumbeleuchtung gleicht starke Helligkeitsunterschiede aus und gewährleistet die visuelle Anpassung an verschiedene Lichtzonen. Ist das Raumlicht dimmbar, kann es nach Bedarf geregelt werden – vom behaglichen Lichtschein bis zum hellen „Putzlicht“. 

Ein gedimmtes Raumlicht dient auch dazu, starke Helligkeitsunterschiede auszugleichen, die häufig als unangenehm empfunden werden. Das schützt die Augen vor Ermüdung, z. B. beim Fernsehen oder beim Lesen, und sorgt für eine behagliche Atmosphäre.

Zonenlicht für einzelne Bereiche

Zonenlicht (auch Platzbeleuchtung genannt) bringt Licht dorthin, wo es für spezielle Sehaufgaben gebraucht wird. Es hat eine auf Tätigkeiten konzentrierte Funktion, z. B. Licht für den Esstisch, in der Küche oder für die Leseecke. Gleichzeitig setzt es spannende Lichtakzente, die für die Harmonie im Raum ebenso wichtig sind wie das gleichmäßige, diffus aufhellende Raumlicht.

Das akzentuierende Zonenlicht wird üblicherweise durch Lichtspots erzeugt, die ihr Licht nach unten oder an die Wand richten. Je flexibler die Ausrichtung der Leuchte, desto besser kann das Licht dorthin gelenkt werden, wo es benötigt wird. Wird der Esstisch beispielsweise ausschließlich über das Raumlicht beleuchtet, schafft dies eine eher sterile und unpersönliche Atmosphäre. Eine zonierte Beleuchtung am Esstisch mit gerichtetem, akzentuierendem Licht – z. B. auch durch eine Pendelleuchte – unterstreicht die Bedeutung dieses Bereichs und sorgt für gute Beleuchtung z. B. beim Essen, Spielen oder Arbeiten.

Das eigene Zuhause muss immer eine Wohlfühloase für die Bewohner sein. Das richtige Licht spielt dabei eine entscheidende Rolle. (Foto: licht.de/Paulmann)
Licht gliedert den Raum in einzelne Bereiche: Ergonomisches Licht durch Wandleuchten rechts und links vom Waschtisch, Downlights im Duschbereich und sanftes Raumlicht durch unterleuchtete Möbel. (Foto: licht.de/Paulmann)
Die Stehleuchte am Sessel setzt einen attraktiven Lichtakzent im Wohnzimmer. Zugleich spendet sie ausreichend Licht zum Lesen.
Für Hausaufgaben oder kleinere Büroarbeiten am Esstisch ist der empfohlene 60-Zentimeter-Abstand zu hoch. Für Flexibilität sorgen dann stufenlos verstellbare Pendelleuchten. (Foto: licht.de/Signify)

Stimmungslicht für mehr Atmosphäre

Wie der Name schon vermuten lässt: Stimmungslicht ist das Zaubermittel für eine wohnliche Atmosphäre. Es sorgt für Wohlgefühl und zieht die Blicke an, wird aber nicht für funktionale Beleuchtungsaufgaben benötigt. Hier spielt das künstliche Licht am Abend seine Vorteile aus: Es inszeniert den Raum, taucht ganze Wände in sanfte Farben, rückt Bilder ins rechte Licht. Stimmungslicht glimmt auch als Einbaustrahler aus dem Boden oder leuchtet sanft aus Tischleuchten auf der Kommode oder warmtonig aus Vouten an der Decke.

Planungsprozess in vier Schritten: 1) Lichtberatung: Jedes Projekt startet mit einem ausführlichen Gespräch, in dem Vorstellungen, Wünsche und Budgetpläne erörtert werden. Basierend darauf zeigt der Planer auf, was gestalterisch und lichttechnisch möglich ist und informiert über die Kosten für seine Beratungsleistung. 2) Lichtkonzept/Produktauswahl: Auf Basis der Lichtberatung wird ein auf den Kunden zugeschnittenes Lichtkonzept entwickelt und passende Leuchten ausgewählt. Erste Skizzen mit Lichtentwürfen und Produktvorschlägen werden mit dem Auftraggeber abgestimmt. 3) Lichtplanung: Ist das Konzept abgenommen, geht es an die detaillierte Lichtplanung mit Beleuchtungsplänen, in denen alle Leuchtenpositionen und Produkte im Plan an ihrem Bestimmungsort eingezeichnet sind. 4) Ausführung: Am Schluss steht die fachgerechte Installation der Leuchten durch einen Elektriker. (Grafik: licht.de)

Vorausschauende Elektroplanung

Grundsätzlich sollte möglichst früh mit der Beleuchtungsplanung und der Leuchtenauswahl begonnen werden, damit auch das benötigte Budget eingeplant werden kann. Es hängt von den unterschiedlichen Anforderungen an Nutzung, Qualität und Leuchtendesign ab. Fachhandel und Lichtplaner helfen bei der Konzeption.

Bei einem Neubau empfiehlt es sich, dass Licht- und Elektroplanung gewerkeübergreifend arbeiten. Dabei gilt: Lieber eine Wand- und Deckenauslasse mehr einplanen. Ändert sich später die Nutzung des Wohnraums, kann das Licht auch dann noch flexibel an die neuen Voraussetzungen angepasst werden.

Variabilität und Montagemöglichkeiten

In Wohnräumen werden häufig verputzte Betondecken verbaut. Anstelle einfacher Kabelauslässe bieten eingegossene Deckendosen den Vorteil eines größeren Klemmraumes, in dem Transformatoren, Steuergeräte oder Einbauleuchten untergebracht werden können.

Oft ist der Stromanschluss leider nicht da, wo er gebraucht wird. In diesem Fall helfen Systemleuchten, die dank präzise gespannter Zuleitungen diesen Umstand als Gestaltungsmerkmal nutzen.

Seit vielen Jahren bewährt sind auch Schienen- und Seilsysteme, die jede beliebige Stelle im Raum individuell beleuchten können. Abgehängte Decken oder vorgebaute Wände vereinfachen eine nachträgliche Anpassung der Stromauslässe. Sie bieten sich zudem für Einbauleuchten oder raumgestaltende Vouten an.

Beleuchtungsplan

Im Beleuchtungsplan werden alle Ideen aus der Planungsphase aufgegriffen, im Plan festgehalten und die Montagepunkte festgehalten. Er sollte maßstabsgetreu angefertigt werden, die gewünschten Lichtwirkungen im Raum festlegen und die Möblierung und alle Funktionsbereiche berücksichtigen. Der Beleuchtungsplan enthält alle eingeplanten Leuchten und zudem oft auch allgemeine Anforderungen an die Installation im Hinblick auf Schalter, Dimmer, Steckdosen oder Lichtsteuerungen.

Montage und Fertigstellung

Die Installation und Montage von Leuchten und Lichtsteuerungen sollte immer von einem erfahrenen Elektroinstallateur ausgeführt werden. Viele Details müssen bei der Vorinstallation und auch bei der Endmontage von Leuchten beachtet werde, damit am Ende alles so wird, die Lichtplaner und Auftraggeber es sich gewünscht haben.

Eine Lichtplanungsskizze legt die Beleuchtung der einzelnen Funktionsbereiche in der Wohnung fest. Eine große Hilfe, wenn es darum geht, schon frühzeitig Entscheidungen für Licht und Leuchten im Zusammenspiel mit der Möblierung zu treffen. (Grafik: licht.de)

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