09.09.2026

Lichtmasten werden zum Rückgrat der Smart City

Forschungsprojekt der TU Berlin für offene Standards und mehr Flexibilität

Lichtmasten entwickeln sich in Städten und Gemeinden zunehmend zu multifunktionalen Infrastrukturträgern. Neben ihrer klassischen Aufgabe – dem Betrieb einer Leuchte – bieten sie als flächendeckend vorhandene, dauerhaft mit Energie versorgte Standorte ideale Startbedingungen für digitale Dienste wie eine Parkraumerfassung oder andre Smart-City-Anwendungen. Voraussetzung dafür sind offene Kommunikationsstandards, die herstellerunabhängige Vernetzung ermöglichen.

Mit diesem Anspruch hat die Technische Universität Berlin das Verbundprojekt IgeL_x gestartet. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Praxis entsteht ein offener, nicht-kommerzieller Kommunikationsstandard für die Außen- und Straßenbeleuchtung. Ziel ist es, Leuchten, Steuergeräte und weitere Komponenten unterschiedlicher Hersteller interoperabel zu machen. Kommunen könnten ihre Beleuchtungsanlagen damit schrittweise modernisieren, ohne sich langfristig an einzelne Anbieter oder geschlossene Systeme zu binden.

Mehr Flexibilität für Kommunen
Nach Angaben der TU Berlin scheitern moderne Beleuchtungskonzepte bislang häufig an fehlender Kompatibilität zwischen bestehenden und neuen Systemen. Gerade größere Kommunen betreiben Anlagen verschiedener Generationen und Hersteller. Ein offener Standard soll den Datenaustausch vereinfachen und zugleich Anforderungen an IT?Sicherheit, Datenhoheit und langfristige Betriebsfähigkeit berücksichtigen.

Perspektiven über die Beleuchtung hinaus
Da Lichtmasten bereits flächendeckend vorhanden und ans Stromnetz angebunden sind, eignen sie sich als Träger zusätzlicher Smart-City-Anwendungen. Denkbar sind Sensoren zur Parkraumerfassung, Umweltmessungen oder weitere datenbasierte kommunale Dienste. Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, hierfür eine robuste, gemeinwohlorientierte Infrastruktur zu schaffen, die unabhängig von einzelnen Herstellern weiterentwickelt werden kann.

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