Lichtmanagement für Straßen und Wege

In der kommunalen Beleuchtung hilft ein Lichtmanagementsystem, die gesetzlichen Vorgaben zur Energieeinsparung zu erfüllen, ohne auf Lichtkomfort verzichten zu müssen. Zukunftssichere Leuchten mit beispielsweise standardisierter Schnittstelle sind die beste Voraussetzung dafür. Verschiedene Systeme stehen zur Auswahl.

 

Autarke sensorgestützte Systeme ohne Cloud-Anbindung

Eine einfache Möglichkeit für den Einsatz von Lichtmanagement im öffentlichen Raum sind autarke Lösungen. Sensorgestützte Systeme erlauben die bedarfsgerechte Steuerung der Beleuchtung. Die Sensorik erkennt Verkehrsteilnehmer und steuert per Funk eine Leuchtengruppe gezielt an. In Zeiten ohne Detektion befindet sich die Beleuchtung in einem Schlummermodus, um Energie zu sparen und Lichtimmissionen zu reduzieren. Diese Art von Lichtmanagement empfiehlt sich für naturnahe Rad- und Fußwege, Wohngebiete und Parkplätze.

Einschränkungen dieser autarken Lösungen sind: Anpassungen der Licht- oder Sensoreinstellungen müssen vor Ort vorgenommen werden und diese Systeme geben keine Rückmeldung über ausgefallene Leuchten. Um das zu überwinden, können Systeme zusätzlich mit einer internetbasierten Lichtsteuerung verbunden werden.

Cloudbasierte Lichtmanagementsysteme

Moderne, cloudbasierte Lichtmanagementsysteme mit Fernanbindung dienen Kommunen und Betreibern als Arbeitswerkzeug, um interne Prozesse und das Asset Management zu erleichtern. Sie ermöglichen ihnen, flexibel und effektiv auf sich ändernde Rahmenbedingungen zu reagieren (zum Beispiel Politik, Energiekosten, Technologie), und sind heute aus den Arbeitsabläufen nicht mehr wegzudenken. Hersteller und Betreiber sind im Hinblick auf die Cyberresilienz-Verordnung (Cyber Resilience Act) bestrebt, größtmögliche Sicherheit zu ermöglichen.

Grundsätzlich wird technisch zwischen Systemen zur Gruppensteuerung (Strangsteuerung) und zur Einzellichtpunktsteuerung unterschieden. Beide Typen verfügen über eine bidirektionale Kommunikationsanbindung zum Datenaustausch, meist über Mobilfunk, und können softwareseitig im gleichen Lichtmanagementsystem kombiniert werden. Offene Schnittstellen für die Anbindung von Drittsystemen (API), beispielsweise zur Integration in eine Datenplattform, ermöglichen Kommunen den Wandel zur Smart City.

Gruppensteuerung im Schaltschrank

Bestehende Schaltschränke mit Fotozelle oder Rundsteuerempfänger lassen sich heute mit modernen Steuercontrollern mit bidirektionaler Kommunikationsanbindung nachrüsten. Im Schaltschrank installierte Steuergeräte gestatten das getrennte Schalten und Überwachen der angeschlossenen Leuchtenstränge. Im Lichtmanagementsystem hinterlegte Kalender verwalten die Schaltzeiten und können bei Bedarf angepasst werden. Als zusätzliche Funktionen möglich sind etwa die Einbindung von Stromzählern, eine zeitgesteuerte Nachtabsenkung sowie die Überwachung von Leckströmen oder dem Ausfall einzelner Leuchten.

Die Gruppensteuerung ist eine der einfachsten und kostengünstigsten Lösungen als Ersatz für Rundsteueranlagen. Ihr Nachteil ist die fehlende individuelle Steuerung und Überwachung der einzelnen Leuchte.

Einzellichtpunktsteuerung

Die Einzellichtpunktsteuerung ist das Mittel der Wahl bei Sanierungs- und Neubauprojekten. Jede Leuchte erhält einen Steuercontroller, der in der Regel über eine Zhaga-Schnittstelle angebunden ist und automatisch die Verbindung zur Lichtsteuerung herstellt. Durch integrierte GPS-Module im Steuercontroller werden die Positionsdaten der Leuchten übertragen und automatisch im Lichtmanagementsystem dargestellt.

Technisch gibt es zwei dominierende Varianten der Einzellichtpunktsteuerung:

  1. Direkte Mobilfunkverbindung pro Controller
  2. Controller, die ein lokales Funknetzwerk aufbauen, das über zentrale Segment-Controller mit der Cloud verbunden ist.

Systeme mit direkter Mobilfunkanbindung lassen sich „Plug and Play“ installieren. Sie bieten die größte planerische Freiheit. Eine typische erste Anwendung für eine Einzellichtpunktsteuerung mit direkter Mobilfunkanbindung ist die Überwachung von Leuchten an Fußgängerüberwegen, die über das Gemeinde- oder Stadtgebiet verteilt sind. Defekte Leuchten werden automatisch dem Lichtmanagementsystem gemeldet. Der Anlagenbetreiber kann zeitnah Defekte beheben und dies auch dokumentieren.

Lichtmanagementsysteme mit lokalem Funknetzwerk haben Vorteile bei großflächigen, zusammenhängenden Sanierungen. Mit ihnen lassen sich Kostenvorteile erzielen, ihre Planung und koordinierte Inbetriebnahme ist jedoch aufwendiger.

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