Fraunhofer IEM macht Fahrzeugkomponenten kreislauffähig
Moderne Autoscheinwerfer sind komplex, optimal montierbar, jedoch kaum reparierbar. Am Ende landen sie im Abfall. Das wollen Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM) jetzt ändern: Mit dem Forschungsprojekt Kollekt möchten sie herausfinden, wie zukünftige Scheinwerfer reparierbar und teilweise wiederverwertbar gemacht werden können und welche Produktions- und Logistikabläufe hierfür notwendig sind.
Kreislauf von Anfang an mitgedacht
Gesetzliche Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft verlangen zunehmend nach reparierbaren Produkten. Das spielt eine wichtige Rolle beim Industriedesign: Ein Produkt soll schon in der Entwicklung auf seine Wiederverwertbarkeit hin ausgelegt werden. Vier Strategien bilden dabei das Fundament: Reparatur, Re-Use, Wiederaufbereitung und Recycling.
Roboter zerlegen, KI sortiert
Neben dem Produktdesign entsteht am IEM auch eine flexible Demontagezelle. Roboter und KI-gestützte Datenverarbeitung zerlegen Baugruppen automatisiert. Ein digitaler Produktzwilling sorgt dafür, dass dies präzise und möglichst sortenrein geschieht. Danach trennt eine optimierte Sortierung Störstoffe ab und separiert die Kunststofffraktionen. Die Materialien werden anschließend charakterisiert, aufbereitet und mechanisch sowie teilweise chemisch recycelt.
Am Projekt beteiligt sind auch das Fraunhofer Umsicht, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, die Universität Paderborn und die Hochschule Hamm-Lippstadt. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben drei Jahre lang im Rahmen der Förderrichtlinie „CircularGlowUp“.