HCL-Lichtplanung: Büro

Moderne Bürokonzepte sind zunehmend von vernetzten digitalen Technologien und der globalen 24/7-Arbeitswelt geprägt. Flexible Arbeitszeiten im Büro, von früh morgens bis zum späten Abend, und sehr unterschiedliche Tätigkeiten sind die Folge. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Ausstattungsniveau moderner ergonomisch optimiert und mittlerweile gezielt auf Akzeptanz und Wohlbefinden ausgerichtet wird. Hier hat ein HCL-Lichtkonzept einen positiven Effekt auf die Mitarbeiter.


Das Beispiel ist für ein Zwei-Personen-Büro ausgearbeitet, das von 7 bis 20 Uhr belegt ist. Es ist zugleich auch auf größere Büros – Mehrpersonen- oder Großraumbüro – übertragbar. In diesen Fällen sind Wände weniger dominant, Decken und Raumobjekte werden dagegen wichtiger.

Anforderungen an den Arbeitsplatz

Moderne Raumkonzepte interpretieren die Büroformen neu: Das Büro wird heute als Lebensraum verstanden, der Bereiche für Arbeit, Kommunikation und Regeneration bietet. Beleuchtung muss sowohl die Voraussetzung für gutes Sehen und Zufriedenheit am Arbeitsplatz sicherstellen und zugleich als Gestaltungsmittel im Zusammenhang mit Raum, Möblierung, Akustik und Kommunikationstechnik funktionieren. Zudem erfordern neue flexible Raumkonzepte flexible Lösungen mit und . Diese müssen bedarfsgerecht reguliert werden können. Folgende Anforderungen sind zu erfüllen:

  • Sehaufgaben, Konzentration, Kommunikation, Arbeiten am Computer
  • Flexible Anordnung der Arbeitsplätze
  • Licht als Teil des Systems Büroarbeitsplatz
  • Ergonomie und Gesundheit
  • Anpassung der Beleuchtung an Tages- und Jahreszeiten
  • Anpassung des Lichts an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer

Lichtwirkung

Visuell

     

  • Anforderungen an die Beleuchtungsstärken nach
  •  

    a: In den Bereichen der
    b: Auf Wänden und Decken
    c: Zylindrische im Raum

Emotional

     

  • Inszenierung des Arbeitsumfeldes mit Tages- und Kunstlicht
  •  

  • Ansprechende Auswahl und Anordnung der
  •  

Biologisch

     

  • Spektrale Anteile zu definierten Zeiten am Auge des Nutzers, um den optimal zu unterstützen.
  •  

  • Biologisch wirksame Beleuchtungsstärken über den Tag, um Aktivität und Leistungsfähigkeit optimal zu unterstützen.
  •  

Licht-Design-Konzept

  • Raumausleuchtung, räumliche Helligkeitsverteilung von [cd/m²] und [lx]
  • Ausleuchtung der Arbeitsbereiche: Erkennen der Sehaufgaben, störungsfreies Sehen, Förderung von Sehleistung und Sehkomfort (DIN EN 12464-1)
  • Zylindrische Beleuchtungsstärken für bessere Kommunikation und Raumwahrnehmung
  • Aufhellung von Wand und Deckenflächen, um Höhleneffekte zu vermeiden
  • Lichtakzente für emotionale Lichtstimmungen
  • Optimale von Material und Oberflächen
  • Ausreichende vertikale Beleuchtungsstärken am Auge
  • Vordefinierte dynamische, am Tageslichtverlauf orientierte Abläufe
  • Voreingestellte Szenen
  • Manuelle Einstellmöglichkeit für Mitarbeiter (höhere Beleuchtungsstärken bei anspruchsvollen Sehaufgaben und bei älteren Mitarbeitern)  
  • Anpassungsmöglichkeit der Direktkomponente bei höhenverstellbaren Schreibtischen
  • Integration des Tageslichts und Nutzung verschiedener Jalousiestellungen

Begriffserläuterung zu den folgenden Anwendungsbeispielen

Ēh: Wartungswert der mittleren horizontalen Beleuchtungsstärke, im Bereich der Sehaufgabe
Ēv: Wartungswert der mittleren vertikalen Beleuchtungsstärke, auf den Wänden und der Tafel
ĒZ: Wartungswert der mittleren zylindrischen Beleuchtungsstärke
ĒAuge: Wartungswert der Beleuchtungsstärke am Auge, in der Regel vertikal

Leuchten und Steuerung

Auswahlkriterien für Leuchten:

  • Pendelleuchten, direkt/indirekt strahlend, für die zugeordnete Arbeitsplatzbeleuchtung
  • breit strahlende Flächenleuchte mit indirekter Deckenbeleuchtung zur Unterstützung der zylindrischen Beleuchtung im Raum
  • Ausreichender Direktanteil für die Nutzebene
  • Direktanteile reflexblendungsfrei positionieren
  • Vertikale Beleuchtung auf Wänden durch , heller Raumeindruck
  • Wandfluter und – mit Farbtemperaturänderung = tunable white (warmweiß – tageslichtweiß)
  • Vertikale am Auge

Hier sind Varianten möglich: Eigenschaften innerhalb einer Leuchte oder verteilt auf mehrere Leuchten.

Eigenschaften der Steuerung

Steuerungskreise:

  • Pro Arbeitsplatz zwei Pendelleuchten
  • Direkt- und Indirektanteil getrennt steuerbar, jeweils tunable white
  • Jalousie

Eingabe:

  • Tageslichtsensor
  • Anwesenheitssensor
  • Steuerprogramm
  • Bediengerät

Steuerungsautomatik:

  • Programmierung folgt der Tageslichtkurve über das Jahr. Im Winter wird die Tageshelligkeit zum Morgen und zum Abend gedehnt. Dies wirkt auf den Indirektanteil der Pendelleuchten und die Wandfluter.
  • Der Indirektanteil wird zusätzlich über einen dem einfallenden Tageslicht angepasst.
  • Der Direktanteil der Pendelleuchten wird bei Anwesenheit über einen Anwesenheitssensor eingeschaltet.

Lichtszenen

  • Alles „Ein“:  alle Leuchten auf 100 %
  • Konzentration: Hauptsächlich Direktanteil, indirekt um 50 % reduziert
  • Gespräch: ausgewogener Direkt-/Indirektanteil, gleichmäßige Wandhelligkeit
  • Entspannung: direkt und indirekt auf 20 %, hauptsächlich Wandfluter, unterschiedlich gedimmt
  • Energiesparen: nur der Indirektanteil folgt der Tageslichtautomatik, Direktanteil wird anwesenheits- und tageslichtabhängig (auf konstante Beleuchtungsstärke) gesteuert.
  • Das Sonnenschutzkonzept (Jalousien) soll mit dem HCL-Lichtkonzept abgestimmt werden.

Bedienung des Lichts

Das Bediengerät erlaubt die Auswahl von Lichtszenen; es überschreibt die Automatik. Hinweis: Das System muss es ermöglichen, bei Unterbrechung der Automatik wieder in den automatischen Lauf an der lichttechnisch korrekten Stelle einzusteigen.

Ein Bediengerät ist am Eingang angebracht. Über das Smartphone sind zusätzliche Stimmungen wählbar.

Bediengerät Eingang:

  • Tageslichtautomatik
  • Konzentration
  • Entspannung
  • Jalousie
  • Alles „Ein“

Bediengerät Smartphone (zusätzlich zu o. g. Szenen):

  • Gespräch
  • Energiesparen


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