Private Lichtplanung: Auswahl der Komponenten – Leuchten, Lichtquellen, Lichtsteuerung

Durch LED-Systeme, Digitalisierung und Vernetzung haben sich die Möglichkeiten der Beleuchtung enorm erweitert. Beleuchtung ist heute effizient und komfortabel. Licht dient nicht mehr nur dazu, Sehaufgaben zu erfüllen; smarte Systeme steuern es nutzerorientiert und stellen den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Nachfolgend gibt licht.de einige Hinweise für die Auswahl der Beleuchtungskomponenten.


Vor der Auswahl von Lichtquellen und Leuchten steht die Entscheidung, ob eine bestehende Wohnung mit smarter Beleuchtung nachgerüstet oder ein kompletter Neubau von Beginn an als smartes Gebäude angelegt werden soll. Welches Level für das eigene zu Hause am besten passt, muss jeder Bauherr individuell beantworten.

Smart Lighting – komfortabel steuerbar und wohltuend

Auch beim Smart Home haben die Bewohner alle Freiheiten bei Bedienung und Steuerung. Sie entscheiden, ob sie per Schalter, Mobiltelefon oder per Sprachsteuerung agieren wollen. (Foto: licht.de/Signify)
Auch beim Smart Home haben die Bewohner alle Freiheiten bei Bedienung und Steuerung. Sie entscheiden, ob sie per Schalter, Mobiltelefon oder per Sprachsteuerung agieren wollen. (Foto: licht.de/Signify)
Das Gateway ist mit dem Internet-Router verbunden und ermöglicht eine smarte Steuerung der Beleuchtung. (Foto: licht.de/Signify)
Auch beim Smart Home haben die Bewohner alle Freiheiten bei Bedienung und Steuerung. Sie entscheiden, ob sie per Schalter, Mobiltelefon oder per Sprachsteuerung agieren wollen. (Foto: licht.de/Signify)

Smart Lighting ermöglicht Beleuchtungskonzepte mit besonderen Lichterlebnissen, die sich ganz an die persönlichen Vorlieben und den jeweiligen Bedarf anpassen lassen. Ob Party oder gemütliches Zusammensitzen zu zweit, das Licht folgt den Wünschen der Nutzer – per Fingertipp auf Smartphone, Tablet oder dem Touchdisplay an der Wand.

„Hey Google, schalte das Licht im Haus auf Partymodus“ oder „Alexa, schalte das Licht im Garten auf Entspannen“ – so oder ähnlich klingt es, wenn Lichtszenen per Sprachsteuerung abgerufen werden. Unabhängig von einer Sprachsteuerung kann sich mit smarter Beleuchtung aber z. B. bei der Heimkehr das Licht im gesamten Wohnbereich automatisch auf Feierabendbeleuchtung schalten. Beim Verlassen der Wohnung erkennt das System, dass niemand mehr zu Hause ist – und alle Lichter gehen aus. Wenn gewünscht, kann auch eine Anwesenheit im Haus simuliert werden, um ungebetene Gäste abzuschrecken.

Wohltuend sind Lichtkonzepte zum Human Centric Lighting (HCL). Sie setzen stets eine Lichtsteuerung voraus. Mit HCL-Lösungen beginnt der Tag positiv, wenn der Schlafende morgens mit sanft zunehmender Helligkeit geweckt wird. Abends hingegen bereitet das Lichtspektrum des Sonnenuntergangs die Hausbewohner langsam auf die Nacht vor. Im Idealfall arbeitet die Beleuchtungssteuerung im gesamten Haus nach dem auf Harmonisierung und Wohlbefinden angelegten HCL-Konzept.

Heute gibt es unzählige Möglichkeiten für eine smarte Beleuchtung, angefangen bei einer einfachen Steuerung der Leuchten per Fernbedienung bis hin zu einem komplett vernetzten Haus, in dem die Beleuchtung – in der höchsten Ausbaustufe in zentrale BUS-Systeme eingebunden – ganze Lichtszenarien abspielen kann und darüber hinaus auch Heizung, Jalousien und die Musikanlage steuert.

Lösungen nach Wunsch – vom simplen Einstieg bis zum komplexen System

Zu Beginn der Planung ist zu klären, ob ein einzelner Raum, eine Wohnung oder ein ganzes Haus inklusive Garten smart beleuchtet werden soll. In dieser Ausbaustufe ist ein Steuersystem notwendig, das entweder per Funk oder mit Steuerleitungen arbeitet. Funklösungen können auch im Nachhinein noch eingerichtet werden. Dabei sollte man jedoch beachten, dass zusätzlich zu verlegende Leitungen nur im Fall eines Neubaus oder einer aufwendigeren Sanierung sinnvoll sind. Nachfolgend stellt licht.de die vier gängigsten Möglichkeiten vor – vom einfachen Steuern einzelner Leuchten bis zum komplexen Smart-Home-System.

1. Simple Einstiegslösung: Leuchten per Funk schalten und dimmen

Ganz einfach lassen sich Leuchten per Infrarot oder Funk steuern. Mit einer einfachen Fernbedienung können beispielsweise Lichtfarbe und Helligkeit eingestellt werden. Der Unterschied zwischen beiden Systemen: Infrarot funktioniert nur mit Sichtkontakt, wie von der Fernbedienung des Fernsehers bekannt. Ein Funkauslöser braucht keinen Sichtkontakt und kann beispielsweise auch durch Wände senden. Die Kommunikation zwischen Bedienelement und Empfänger geht dabei nur in eine Richtung, d. h. der Benutzer bekommt keine Rückmeldung über den aktuellen Status der Leuchte, also ob sie beispielsweise an-/ausgeschaltet oder gedimmt ist.

2. Smart Lighting via Bluetooth

Per Bluetooth gesteuerte Leuchten erlauben eine bidirektionale Kommunikation zwischen den Geräten, also eine Statusabfrage und Steuerung. Das Smartphone oder Tablet zeigt den aktuellen Leuchtenzustand in einer App an und bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit der Lichtsteuerung. Dazu gehören z. B. das An-, Ausschalten, Dimmen, Einstellen von Lichtfarben und Farbverläufen. Weiterhin lassen sich je nach Hersteller Zeitschaltfunktionen programmieren oder Bewegungsmelder mit einbinden. Fast alle Anbieter haben ergänzend auch batteriebetriebene Sender oder Wandsender im Programm. Neben dem Bett angebracht, kann beispielsweise auch von hier das Licht geschaltet oder gedimmt werden.

3. Smart-Home-Steuerung über WLAN und Gateway

Wer sein ganzes Haus smart beleuchten will und etwas mehr Komfort erwartet, findet in den gängigen Funkstandards Zigbee oder Enocean eine gute Lösung. Hierfür wird eine Basisstation benötigt, die mit dem Internet-Router im Haus verbunden ist. So gelangen z. B. Steuerbefehle vom Smartphone über die WLAN-Verbindung zu den Leuchten oder zu weiteren Smart-Home-fähigen Endgeräten, wie z. B. Jalousien oder Heizungsanlage. Bei dieser Lösung lassen sich auch komplexe Beleuchtungsprogramme und Szenen anlegen und abrufen, wie die „Kinobeleuchtung“ zum Fernsehen oder „aktivierendes Licht“ in Küche oder Arbeitszimmer.

4. Smart Home über Kabel und BUS-Lösungen

Smart Home über Datenkabel ist vor allem für Neubauten und Komplettsanierungen interessant. Dafür werden KNX- oder EIB-Kabelnetze im Haus installiert, die die Kommunikation mit Geräten wie Alarmanlage, Jalousien, Rauchmeldern, Heizung, Waschmaschine und Leuchten etc. ermöglichen. In dieser höchsten Ausbaustufe sind komplexe Programmierungen möglich, und jedes gewünschte Produkt mit BUS-Steuerungselektronik lässt sich integrieren. Dabei hat jeder BUS-Teilnehmer seine eigene „Intelligenz“ und das System bleibt beim Ausfall einzelner Komponenten betriebsfähig.

Über Touchdisplays an der Wand sowie über Laptop oder Smartphone können alle Funktionen im Haus abgerufen, geplant, gesteuert und aktiviert werden. Das System ist beliebig erweiterbar. Nachteil der BUS-Installation ist ein deutlich höherer Aufwand für Kabelinstallation und Inbetriebnahme.

Bei allen Steuerungen, die Wireless-Technologie mit einbeziehen, können Sprachsteuerungen, wie Alexa, Google Assistant oder andere Steuerungssysteme, eingebunden werden. Alle Funktionen lassen sich auch von unterwegs steuern. 

Auswahl von Leuchten

Kronleuchter, polierter Alu-Spot oder Papierkugel im 70er-Jahre-Flair: Leuchten gibt es in großer Auswahl und für jeden Geschmack. Vor dem Kauf steht die Analyse: Denn erst wenn feststeht, wo welches Licht zu welchem Zweck gebraucht wird, folgt die Entscheidung für Leuchten und Leuchtmittel.

Das Design einer Leuchte ist nicht das entscheidende Auswahlkriterium. Wichtiger noch ist die Funktion der Leuchte im Raum. Experten aus dem Fachhandel oder der beauftragte Lichtplaner helfen dabei, die richtige Leuchte zu finden.

Nachfolgend gibt licht.de einige Tipps, worauf beim Kauf einer Leuchte zu achten ist:

Sanftes, dimmbares Licht sorgt für eine gute Atmosphäre beim gemeinsamen Zusammentreffen am Esstisch. (Foto: licht.de/Signify)

Tischbeleuchtung

Über dem Esstisch in Küche, Ess- oder Wohnzimmer werden gerne Pendelleuchten eingesetzt. Der Abstand zwischen Tischplatte und Unterkante der Pendelleuchte sollte etwa 60 Zentimeter betragen: So ist Augenkontakt möglich und niemand wird geblendet. Besonders praktisch sind Pendelleuchten mit Berührungsdimmer und Leuchtensysteme, die je nach Tischgröße variabel bestückt werden können.

Stufenlos drehbar: Der Kopf der LED-Leuchte spendet nach Bedarf direktes Licht zum Lesen oder indirektes Licht, das an Wände und Decke streut.

Licht zum Lesen

Leseleuchten sollten immer gut verstellbar sein, damit ihr Licht präzise gelenkt werden kann. Für separat stehende Lesesessel eignen sich Stehleuchten die sowohl gerichtetes Licht zum Lesen spenden als auch dimmbares Licht nach oben leiten. So ist auch die Umgebung erhellt.

Schienensysteme mit flexibel einstellbaren Strahlern eignen sich hervorragend zur Ausleuchtung dunkler Schränke und tiefer Regale. (Foto: licht.de/Paulmann)

Flexibles Licht

Ist z. B. nur ein einziger Lichtanschluss in der Deckenmitte vorhanden, müssen Sie auf Lichtkomfort nicht verzichten: In diesem Fall sind Schienensysteme eine gute Wahl. Unabhängig vom Stromauslass bringen sie Licht überall dorthin, wo es gebraucht wird und in jede gewünschte Ecke. So lässt sich etwa die Distanz zum Esstisch überbrücken. Frei positionierbare Spots setzen Bilder elegant in Szene, betonen Objekte im Raum oder architektonische Details.

Kardanische Einbaustrahler (über 2 Metallringe ineinander drehbar gelagert) haben den Weg aus ihrem angestammten Einsatzgebiet, der Shopbeleuchtung, in den privaten Wohnraum geschafft. Eine abgehängte Decke vorausgesetzt, bieten sie sehr gut verstell- und fokussierbares Licht für die Akzent- und Raumbeleuchtung.

Dezent beleuchten

Einbauleuchten und -strahler in der Decke mit gerichteter Lichtstrahlung besser in Wandnähe installieren: So erhellen sie die Wand. Gerichtetes Licht auf dem Fußboden ist wenig sinnvoll.

Licht aus dem Boden

Ähnliches gilt für Bodeneinbauleuchten: Nahe an der Wand platziert, sorgen sie für interessante Effekte. Für Bodeneinbauleuchten in der Raummitte – z. B.  in Badezimmer oder Flur – sind LEDs mit weißem oder farbigen Licht ideal. Sie sollten mit Mattglas abgedeckt sein.

Wandeinbauleuchten und Steplights mit LED- oder Halogenlicht geben Sicherheit. Stromauslässe müssen aber schon in einer frühen Bauphase eingeplant werden.

Treppenbeleuchtung & Co.

Steplights geben Sicherheit auf dem Weg nach unten. LEDs sind auch eine gute Wahl für Wandeinbauleuchten.

Gutes Licht am Spiegel hilft einerseits dabei, morgens richtig wach zu werden und andererseits die richtigen Entscheidungen für die Schönheits- und Körperpflege zu treffen.

Licht fürs Bad

Leuchten, die im Badezimmer verwendet werden, müssen entsprechenden Schutzarten genügen. Das gilt auch für Leuchten unter und in unmittelbarer Nähe von Wasser. Für die Installation im Bad gelten strenge Vorgaben; deshalb besser an den Fachmann wenden.

Auf die Lichtquelle kommt’s an

Kühles Licht im Schlafzimmer, funzelige Beleuchtung in der Diele? Das ist ungemütlich – auch wenn die Leuchten noch so schön sind. Einleuchtend also, dass es gerade im Wohnbereich auf die Wahl des richtigen Leuchtmittels ankommt. Denn die Lichtquelle bestimmt die Lichtstimmung im Raum: behaglich oder sachlich, entspannt oder konzentriert.

Übrigens: Auch wenn häufig noch von „Birnen“ die Rede ist, richtig heißt es Lichtquelle. Sie ist das Leuchtmittel und spendet das Licht. Die Leuchte verteilt es.

Mit dem Siegeszug der LED ist auch die private Beleuchtung heute sehr effizient. Der Einstieg in die LED-Technologie geht ganz einfach durch den Austausch einer veralteten Lampe gegen eine LED-Retrofitlampe. Das spart Energie und modernisiert vorhandene Leuchten kostengünstig. Effizienter noch sind komplette LED-Systeme und -Leuchten.

Siehe dazu auch: Grundlagen/LED und Energieeffizienz

Tipp

Die kleinen LEDs eignen sich ideal zum Einbau in Wände, Böden, Möbel oder Vouten. Mit farbigem Licht setzen sie auffallende Akzente. Moderne Technik gestattet Farbveränderungen – auch im kontinuierlichen Lichtverlauf –  per Fernbedienung.

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