Spezielle Sportplätze

Einige Sportarten können nur auf ausschließlich für sie vorgesehenen Spielfeldern ausgeübt werden. Diese speziellen Sportplätze stellen besondere Sehanforderungen. Das Licht einer Standard-Beleuchtungsanlage für allgemeine Sportplätze ist hier meist nicht ausreichend; zudem müssen Leuchten häufig anders angeordnet werden.

Tennis

Als sehr schnelles Spiel stellt Tennis hohe Anforderungen an die Sehleistung der Spieler. Die horizontalen Beleuchtungsstärken dürfen einige Meter über die Seitenlinien hinaus nur wenig abfallen, weil die Spieler häufig auch in diesen Bereichen agieren.

Ganz besonders wichtig ist es, auf einen guten Kontrast zwischen Tennisball (hell) und Spielfeld-Hintergrund (dunkel) zu achten. Allerdings sollte der Hintergrund – der Ballfang an den Stirnseiten des Spielfeldes – nicht zu dunkel sein, damit die Spieler den Kontrast nicht als zu stark empfinden.

Ebenso wichtig: Im Flug über das Feld muss der Ball immer gleichmäßig beleuchtet sein. Nur so können die Spieler Flugbahn und -geschwindigkeit richtig einschätzen. Daher sind breitstrahlende LED-Scheinwerfer empfehlenswert. Sie sollten ausreichend hoch montiert sein, um Blendungen der Spieler zu begrenzen.

Beleuchtete Tennisplätze haben hohen Freizeitwert: Im Sommer können die Spieler die kühlen Abendstunden nutzen, im Frühling oder im Herbst auch dann noch spielen, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Besonderen Komfort bieten Beleuchtungsanlagen mit einer Lichtsteuerung, deren Licht nach Bedarf in unterschiedlichen Stufen, nach Tageslichteinfall und Präsenz geschaltet wird.

A.16 Tennis

Klasse  horizontale BeleuchtungsstärkeGR
 Eh,av lxEh,min/Eh,av  
I5000,750
II3000,750
III2000,655

Golf: Driving Range

Golfspieler lernen zunächst den Abschlag im Übungsbereich (Driving Range) und trainieren ihre Fähigkeiten regelmäßig. Künstliche Beleuchtung dehnt die Übungsmöglichkeiten in die Dunkelstunden aus und hilft die Übersicht zu behalten, wenn viele Spieler üben. Nach DIN EN 12193 soll die horizontale Beleuchtungsstärke am Abschlagpunkt mindestens 100 lx, die vertikale Beleuchtungsstärke mindestens 50 lx betragen.

Damit Spieler die Flugbahn eines Balles verfolgen können, werden LED-Scheinwerfer so ausgerichtet, dass einen Meter über dem Boden ausreichende vertikale Beleuchtungsstärken – zum Beispiel 10 lx – bis zu einer Entfernung von 150 Meter vom Abschlagpunkt realisiert werden.

Die Neun-Loch- oder 18-Loch-Anlagen für das Golfspiel werden – anders als die Driving Range – selten komplett beleuchtet; die Beleuchtung ist auf das Green und seine Umgebung konzentriert. Niedrige Poller- oder Wegeleuchten mit möglichst blendfreiem, nach unten gerichtetem Licht geben Sicherheit auf dem Weg zum nächsten Loch.

A.26 Golf: Driving Range

Klasse  horizontale Beleuchtungsstärkevertikale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av  Eh,av lx
I---
II---
III1000,850

Pferdesport

Außenanlagen für den Pferdesport werden in Abhängigkeit von ihrer Größe mit Scheinwerfern und Strahlern auf einem oder mehreren hohen Masten beleuchtet. Je höher die LED-Leuchten montiert sind, desto geringer ist die Gefahr von Blendung. Für Rennbahnen eignen sich auch stark abgeschirmte Mastleuchten mit geringeren Lichtpunkthöhen. Sie werden parallel zur Rennstrecke positioniert und minimieren unerwünschte Lichtimmissionen.

In beiden Fällen sind ausreichende vertikale Beleuchtungsstärken auf Reiter und Pferd wichtig. Nur so können Wertungsrichter, Trainer und Zuschauer die Akteure gut erkennen. Ebenso wichtig ist eine gute Gleichmäßigkeit der Beleuchtung. Die Schnelligkeit von Pferderennen erfordert hohe vertikale Beleuchtungsstärken von bis zu 750 lx in der Zielgeraden. Für andere Reitanlagen (Dressur, Springen) sind 500 lx der Wert für Beleuchtungsklasse I.

A.24 Pferderennen / Trabrennen / Galopprennen
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke vertikale Beleuchtungsstärke Zielgeradevertikale Beleuchtungsstärke Gegengerade und KurvenGR
 Eh,av lxEh,min/Eh,av Eh,av lxEh,min/Eh,av längs querEh,av lxEh,min/Eh,av längsquer 
I2000,67500,60,45000,60,450
II1000,43000,60,42000,60,450
III500,21000,3    55

A.13 Reiten / Springreiten / Dressur

Klasse  horizontale BeleuchtungsstärkeGR
 Eh,av lxEh,min/Eh,av  
I5000,750
II2000,555
III1000,555

Boccia

Nur Boccia-Spielern, die ausreichend Licht zur Verfügung haben, gelingt es auch in dunklen Abendstunden, ihre Spielkugeln möglichst nah an die Setz- bzw. Zielkugel zu werfen. Bei einer Beleuchtungsstärke von bis zu 200 lx (Beleuchtungsklasse I) ist die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung ebenfalls außerordentlich wichtig für diese Sehaufgabe.

A.20 Boccia* *übertragbar auf Bahnengolf
Klasse  horizontale BeleuchtungsstärkeGR
 Eh,av lxEh,min/Eh,av  
I2000,750
II1000,750
III500,555

Bahnengolf und Minigolf

Unter dem Oberbegriff Bahnengolf werden fünf Bahnensysteme – Minigolf, Miniaturgolf, Cobigolf, Sterngolf und früher Kleingolf – zusammengefasst, die von Freizeit-Spielern alle generell als „Minigolf“ bezeichnet werden. Die Systeme unterscheiden sich in der Größe und Beschaffenheit der sechs bis zwölf Meter langen Bahnen. Das Spiel mit dem kleinen Minigolf-Ball ist neben entspannender Freizeitbeschäftigung auch ein nervenaufreibender Wettkampfsport, der häufig in den Abendstunden ausgeübt wird.

Beim Versuch, die 18 Einzelbahnen mit möglichst wenigen Schlägen zu spielen, sind außer Können und Glück gute Sehverhältnisse wichtig. Sinnvolle Beleuchtungslösungen sind Mastleuchten mit geringen Lichtpunkthöhen und gut abgeschirmte Pollerleuchten, die ihr Licht ohne Blendung der Spieler auf die Bahn lenken. Zusätzliche, insbesondere in weitläufigen Anlagen eingesetzte Wegeleuchten erhellen die Bereiche zwischen den Bahnen.

DIN EN 12193 normiert Bahnengolf nicht. Da Ballgröße und Spielaufgabe Boccia ähneln, können die Vorgaben für dieses Kugelspiel herangezogen werden.

Inline-Skating

Inline-Skating hat das Rollschuhfahren fast verdrängt. Neben Halfpipes gibt es Skating-Bahnen. In Deutschland werden hauptsächlich die Bahnen beleuchtet, auf denen auch Wettkämpfe stattfinden. Für die meist im Oval angelegte Strecke eignen sich LED-Strahler und Leuchten auf – abhängig von der Größe der Anlage – einem oder mehreren Masten. DIN EN 12193 macht keine Vorgaben zur Beleuchtung solcher Anlagen. Bei Halfpipes muss zusätzlich darauf geachtet werden, störende Schatten auf der Fahrbahn zu vermeiden.

Die Anforderungen an die Beleuchtung sind ähnlich denen beim Eisschnelllauf im Freien. Besonders wichtig sind eine gute Gleichmäßigkeit des Lichts und geringstmögliche Blendung.

A.13 Inline-Skating* *analog Eisschnelllauf
Klasse  horizontale BeleuchtungsstärkeGR
 Eh,av lxEh,min/Eh,av  
I5000,750
II2000,555
III1000,555

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