Sanierungsoptionen für eine neue Beleuchtung

Technik von gestern verträgt sich nicht mit den aktuellen Anforderungen an Lichtqualität und Energieeffizienz. Für eine erfolgreiche Sanierung gibt es unterschiedliche Optionen.


Die Investition in eine neue, effiziente Beleuchtung reduziert die jährlichen Betriebskosten erheblich und mindert die laufenden Wartungskosten. Häufig lässt sich schon mit einfachen Sanierungsmaßnahmen eine Verbesserung erzielen.

Beste Sanierung: „neu“ gegen alt“

In der Regel ist der Austausch „neu“ gegen „alt“ die beste Art der Sanierung. Sofern Bauherren und Investoren aus Kostengründen zunächst nur einzelne Komponenten austauschen möchten, ist Vorsicht geboten: Umrüstsätze – andere Betriebsgeräte oder neue Lichtquellen, die für die Leuchten ursprünglich nicht vorgesehen waren – halten selten, was sie versprechen. Schon der Wechsel von Reflektoren kann kritisch sein, sofern diese nicht explizit durch den Hersteller der bestehenden Anlage angeboten werden. Denn bei einem Tausch verändert sich oftmals die Lichtverteilung; die angegebenen Werte für die Beleuchtungsstärke oder die Blendungsbegrenzung stimmen dann nicht mehr. Besonders ist dies auch beim Austausch von Leuchtstofflampen zu LED-Retrofit-Röhren zu beachten; Hinweise geben ZVEI und VDE in ihrer Schrift „LED-Lampen als Alternative zu zweiseitig gesockelten Leuchtstofflampen“.

Mit jeder Sanierungsstufe steigt die mögliche Energieeinsparung. Das höchste Sparpotenzial bietet eine gut geplante Neuanlage mit effizienten Komponenten.

Vorsicht bei Nachrüstung

Mitunter entspricht die Beleuchtung nach einer Umrüstung nicht mehr den Normvorgaben. Hinzu kommt, dass solche Einbauten sicherheitstechnisch oft bedenklich sind.

Deshalb gilt: Eine Nachrüstung in Eigenverantwortung ist immer eine bauliche Veränderung des Originals – mit der Folge, dass die Leuchte z. B. ihre VDE-Zeichengenehmigung verlieren kann. In diesem Fall ist der Betreiber der Anlage dann für deren Sicherheit verantwortlich. Einzige Ausnahme: Der fachgerechte Einbau von Austauschmaterial, das der Leuchtenhersteller zugelassen hat.

Vier Sanierungsstufen

Generell sind vier Sanierungsstufen möglich – und mit jeder Stufe wachsen der Komfort und die mögliche Energieeinsparung. Möglich sind:

  • Wechsel der Lampen, z. B. auf effiziente LED-Systeme. Hier müssen die Anforderungen der aktuellen Ökodesign-Verordnung beachten werde.
  • 1:1-Leuchtenaustausch
  • Planung einer Anlage
  • Einsatz von Lichtmanagementsystemen

Lösung 1: Lampenwechsel

Die einfachste Form der Sanierung besteht darin, vorhandene Leuchten mit neuen, effizienteren Leuchtmitteln auszustatten. Ein Lampenwechsel sollte zwingend immer dann erfolgen, wenn

  • die Lampen flackern oder
  • schlecht starten,
  • die Beleuchtungsqualität zu wünschen übrig lässt oder
  • ein Brandrisiko besteht, weil zum Beispiel alte Vorschaltgeräte im Betrieb zu heiß werden.

Zu beachten sind weiterhin europäische und deutsche Effizienzvorgaben. Die neue Ökodesign-Verordnung 2019/2020/EU der Europäischen Kommission, gültig ab 1. September 2021, setzt noch höhere Maßstäbe an den Energieverbrauch von Lichtquellen. So sind z. B. auch Kompaktleuchtstofflampen mit eingebautem Vorschaltgerät, sogenannte Energiesparlampen, und T8 Linear ab 1. September 2023 betroffen. Ein Wechsel zu effizienten LED-Systemen ist daher zu empfehlen.
 
Sinnvoll ist zudem ein regelmäßiger Gruppenwechsel der Leuchtmittel, bevor diese das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Ein Gruppenwechsel empfiehlt sich vor allem in Räumen mit erhöhtem Wartungsaufwand, z. B. in hohen Hallen und Treppenhäusern oder an Arbeitsplätzen, die im Mehrschicht-Betrieb genutzt werden.

Tipps für den Lampenaustausch

  • Die ausgewählten Lampen müssen den Vorgaben auf dem Leuchtenschild entsprechen.
  • Sie müssen mindestens den Lichtstrom des Neuwertes der Altlampen aufweisen. Bei höheren Lichtströmen muss die Blendungsbegrenzung sichergestellt sein.
  • Ihre Lichtfarbe soll zum Anwendungsbereich passen.
  • Die für die Anwendung erforderliche Farbwiedergabe-Stufe muss sichergestellt sein.

Sofern nur einzelne Lampen ausgetauscht werden, sollte darauf geachtet werden, dass die Lichtfarbe den übrigen Lampen entspricht. 

Tücken beim Lampenersatz

Leuchtstofflampen werden meist durch zweiseitig gesockelte LED-Lampen mit Sockeln G13 ersetzt. Sie sind entweder als Retrofits erhältlich oder als Konversions-Lampen. Bei der Retrofit-Variante wird die Leuchtstofflampe durch eine LED-Lampe ersetzt. Der Hersteller gibt an, ob auch der vorhandene Starter gewechselt werden muss oder nicht. Er trägt auch die Verantwortung für die Sicherheit der Leuchte.

Bei der Konversions-Variante werden indes nicht nur Leuchtstofflampe und Starter ausgetauscht, hier sind auch technische Eingriffe in der Leuchte notwendig, z. B. werden Betriebsgeräte und/oder die Innenverdrahtung ersetzt. Diese Umrüstung darf nur durch Fachpersonal durchgeführt werden, das dann auch die sicherheitstechnische Verantwortung trägt. An jeder umgebauten Leuchte müssen Prüfungen erfolgen, welche die Sicherheit nachweisen. Die Leuchte muss ebenfalls mit einem neuen Typenschild versehen werden.   

LED-Retrofits eröffnen neue lichttechnische Möglichkeiten; sie weichen in ihren Merkmalen aber von Leuchtstofflampen ab. Das kann auch dazu führen, dass die Eigenschaften von Beleuchtungsanlagen verändert werden. Deshalb sollte der Betreiber überprüfen und sicherstellen, dass die genormten lichttechnischen Gütemerkmale – Beleuchtungsstärke, Energieeffizienz, Lichtfarbe und Farbwiedergabe – eingehalten werden.

Lösung 2: Ein 1:1-Leuchtentausch

Der reine Austausch vorhandener Leuchten ist sinnvoll, wenn bei nur begrenzten Budgets ohne großen baulichen Aufwand Energie gespart werden soll. Solche Maßnahmen können umgesetzt werden, ohne dass Änderungen an der Decke – zum Beispiel neue Einbauöffnungen – erforderlich sind.

Tipps für den Leuchtenaustausch:

  • Die neuen Leuchten sollten die gleichen Lichtverteilungen wie die Altleuchten aufweisen.
  • Die Beleuchtungsstärke muss mindestens die Normvorgaben erfüllen und der Nettolichtstrom sollte demjenigen der Altleuchten entsprechen. (Bei Leuchten für Leuchtstofflampen ist der Nettolichtstrom der Gesamtlichtstrom der eingesetzten Lampen, multipliziert mit dem Wirkungsgrad. Bei LED-Leuchten ist dies der vom Hersteller angegebene Wert für den nutzbaren Lichtstrom.)
  • Neue Einbauleuchten müssen in ihren Abmessungen den Vorgänger-Leuchten entsprechen.
  • Die Leuchten müssen elektrotechnisch kompatibel sein oder auf einen entsprechenden Stand gebracht werden.

Der Austausch alter Leuchten und Lampen auf neue LED-Leuchten kann bereits gut 50 Prozent Energie einsparen. Dies resultiert aus der höheren Lichtausbeute und durch optimierte Reflektoren und Optiken.

Achten Sie darauf, bei einer Umrüstung ausschließlich auf Komponenten zu setzen, die der Hersteller für den Betrieb in der entsprechenden Anlage freigibt, damit die Betriebszulassung erhalten bleibt. Im Zweifelsfalls ist es ratsam, beim Hersteller nachzufragen.

Lösung 3: Professionelle Planung

Die beste Energieeinsparung ergibt sich, wenn eine neue Anlage professionell mit speziellen Berechnungsprogrammen für die Beleuchtung geplant wird. Nur dann lassen sich die lichttechnischen Möglichkeiten neuer Leuchten energetisch bestmöglich ausnutzen.

In Fluren können sich aus Computerplanungen beispielsweise größere Längsabstände ergeben, so dass gegenüber der Altanlage weniger Leuchten benötigt werden. Dieses Verfahren sollte immer dann gewählt werden, wenn die Raumdecke saniert wird.

Lösung 4: Neue Anlage mit Lichtmanagementsystem

Wenn es darum geht, Stromkosten einzusparen und zugleich mehr Komfort in der Beleuchtung zu gewinnen, spielt Lichtmanagement eine Schlüsselrolle. Zu beachten ist, dass die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) Lichtmanagementsysteme in manchen Bereichen, z. B. in Fluren, zur Referenztechnologie erklärt hat. Sind beide Ausbaustufen – Präsenzkontrolle und Tageslichtregelung – integriert, können gegenüber einer Altanlage bis zu 80 Prozent Energie und damit Stromkosten gespart werden, bei nachhaltig besserer Lichtqualität.

Über entsprechende Funksysteme können anwesenheitsabhängige Schaltungen auch in bestehenden Beleuchtungsanlagen realisiert werden. Beim Einsatz von Präsenzmeldern ist stets ihr Erfassungsbereich zu beachten; im Zweifelsfall müssen Erweiterungssensoren eingesetzt werden.

Tageslichtregelung und Dimmer

Ist eine Tageslichtregelung vorgesehen, sind dimmbare Vorschaltgeräte Pflicht. Diese haben meistens eine DALI-Schnittstelle. Dimmbare Masterleuchten mit einem integrierten Lichtmanagementsystem und ebenfalls dimmbare Tochterleuchten werden über zusätzlich zu verlegende zweiadrige Steuerleitungen miteinander verbunden. Sinnvoll sind Offset-Funktionen der eingesetzten Systeme. Sie steuern fensternahe Leuchten und solche in der Raumtiefe unterschiedlich an.  

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