Moderne Arbeitswelten

Heute arbeiten wir dort, wo es uns gefällt oder gerade erforderlich ist – ob im Büro, Homeoffice, Zug oder Hotel. Auch die Unternehmenskultur wandelt sich. Einzelbüros weichen verschiedenen Arbeitsplatztypen für alle Mitarbeiter: Breakout-Areas zum Austausch unter Kollegen, Team-Spaces für Kreativität und Kommunikation, Touch-Down-Plätze zwischen zwei Meetings, Fokusräume zum konzentrierten Arbeiten sowie Video- und Telefonkabinen für diskrete Gespräche sind nur einige Beispiele.

Corona beschleunigt Verschmelzung von Lebens- und Arbeitsräumen


Seit 2020 hat die Pandemie den Wandel in der Arbeitswelt beschleunigt. Immer öfter wird das Zuhause zum Büro, nach Dienstschluss verwandelt es sich wieder in ein privates Refugium. Neu ist das Modell Homeoffice nicht. Aber Corona wirkt darauf wie ein Turbobeschleuniger.

Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeitete Anfang 2021 regelmäßig in den eigenen vier Wänden, ermittelte die Hans-Böckler-Stiftung. Treffen finden seit Beginn der Pandemie als Videokonferenzen statt. Der Arbeitsplatz ist mal der Küchentisch, mal die Couch. Denn: Nicht jeder hat zu Hause ein funktionsfähiges Büro. Und die Beleuchtung? Hier lohnt es auf jeden Fall, etwas genauer hinzusehen.

Direkt auf den Schreibtisch gerichtetes Licht wird mit indirekter Beleuchtung im Raum kombiniert und schafft eine angenehme Atmosphäre. (Foto: licht.de/Signify)
Große Fenster erleichtern die Arbeit im Homeoffice. So kann der Arbeitende den Blick in die Ferne schweifen lassen und die Augen entlasten. (Foto: licht.de/Zumtobel, Flak Andrea)
Oft wird der Küchentisch zum Arbeitsplatz: Eine Pendelleuchte schafft helles Arbeitslicht und Einbaustrahler hellen die Wände auf. (Foto: licht.de/Signify)

Digitaler, agiler, flexibler

Mobile Arbeit kennt keinen festen Ort; sie kann unterwegs, im Zug erledigt oder im Homeoffice werden. (© Deutsche Bahn AG / Oliver Lang)

Die Pandemie hat die Digitalisierung vorangetrieben. Homeoffice und mobile Arbeit sind nicht mehr geduldete Ausnahmen, sondern etablierte alternative Arbeitsformen. So manch einen mobil Beschäftigten zieht es sogar in die Ferne, und er geht seinen Aufgaben dort nach, wo andere ihren Urlaub verbringen. Das Notebook und digitale Kommunikationstools sind allgegenwärtige Arbeitsmittel – im heimischen Büro, gerne auch auf der Parkbank, im Café, Zug oder Hotel. Auf die Beleuchtung hat der Arbeitende dabei nicht immer Einfluss. Betreiber sollten deswegen die Bedürfnisse von Mobilarbeitern in ihre Platz- oder Raumgestaltung einbeziehen. Business Hotels etwa bieten bereits temporäre Arbeitsplätze an.

Mobile Arbeit gehört zu den Arbeitsformen der Zukunft. Ein gesetzlich verankertes Recht auf Homeoffice gibt es in Deutschland nicht; während der Pandemie galten vorübergehende Verordnungen. Dennoch ist Präsenz oft nicht mehr Pflicht, denn viele Unternehmen haben den Mehrwert flexibler Arbeitsmodelle erkannt und fördern sie.

Arbeitswelt anders denken

Wir werden in Zukunft noch beweglicher, verstärkt hybrid arbeiten. Auch die Präsenzbüros wandeln sich – mit Fokus auf angenehme Besprechungsräume, viele Begegnungszonen und flexible Möglichkeiten der Raumnutzung. Dabei sind Chillout-Zonen und „Spielplätze“ keine Seltenheit. Den neuen Gewohnheiten müssen auch die Lichtkonzepte angepasst werden. Das stellt uns vor die spannende Frage: Wie kann es gelingen, mit der Beleuchtung das Jobumfeld als einen Lebensraum zu gestalten, in dem wir uns wohlfühlen und deshalb gerne und produktiv arbeiten?

Tischkicker und Billard sind längst nicht mehr nur bei Start-ups beliebt. Der spielerische Ausgleich in den Pausen stärkt den Teamgeist. (Foto: licht.de/Siteco)
Große Büroflächen werden gerne auch mal mit dem Roller durchquert und wer etwas zu transportieren hat, nimmt das Lastenrad. (Foto: licht.de/Trilux)
Die Lichtfarbe der verwendeten Leuchtmittel bestimmt den Raumeindruck: von wohnlich-warmweißem bis zu funktionalem, tageslichtweißen Licht. (Foto: licht.de/Trilux)
Wer anders sitzt, kommt auch auf neue Gedanken. Farbenfrohe Hocker und eine unorganisierte Sitzordnung unterstützen das kreative Brainstorming. (Foto: licht.de/Siteco)

Balance durch Integration

Ein berufliches Umfeld, das zum eigenen Lebensrhythmus passt, wünschen sich viele Menschen. Ziel ist mehr als nur eine Work-Life-Balance. Der Anspruch heißt Work-Life-Integration: Dafür sollen nicht nur zwei scheinbar gegensätzliche Welten im Gleichgewicht gehalten werden. Vielmehr gehören Leben und Arbeiten zusammen, gehen ineinander über und verbinden sich. Daher wird es zukünftig darum gehen, dieses Wechselspiel für sich zu gewichten und auszutarieren – mobile Arbeitsformen unterstützen dabei.

In Co-Working-Spaces arbeiten Freiberufler, digitale Nomaden und Startups in größeren, meist offenen Räumen nebeneinander, teilen die Infrastruktur und oft auch Know-how. (Foto: licht.de/Trilux)
Alles richtig gemacht: Der Tisch steht seitlich zum Fenster. (Foto: licht.de/Signify)
Pendelleuchten sind dekorativ und leuchten die Arbeitsfläche von oben aus. (Foto: licht.de/Signify)

Schöne neue Arbeitswelt? Auch eine Frage der Ausstattung

Ein wesentlicher Faktor des New-Work-Arbeitsplatzes ist seine Ausstattung. Wo immer er auch sein mag – er muss so gestaltet sein, dass er der Produktivität dient und zur Umgebung passt: in den eigen vier Wänden etwa zum persönlichen Wohnkonzept. Das ist mit einem ergonomischen Schreibtischstuhl, einem zweiten Bildschirm und schnellem Internet getan. Bei der Einrichtung eines komfortablen Heimarbeitsplatzes zählen insbesondere gute Lichtverhältnisse zu den wesentlichen Wohlfühlfaktoren. Auch im Hotel erwarten die Gäste eine ergonomisch einwandfreie Lösung. Selbst der Cafétisch und der Sitzplatz im Flugzeug sollten diese Minimalanforderungen erfüllen.

Homeoffice, Mobile Arbeit und Telearbeit werden oft synonym gebraucht und nicht klar voneinander abgegrenzt. Dabei gibt es wesentliche Unterschiede.

Am Tag sind wir hohe Beleuchtungsstärken gewohnt – auch am Homeoffice-Arbeitsplatz darf es gerne hell sein. © Getty Image

Mobiles Arbeiten: Unabhängig von Ort und Zeit

Streng genommen ist das Homeoffice eine besondere Form der Mobilen Arbeit. Bei der Mobilarbeit hat ein Angestellter die Freiheit zu arbeiten, wann und wo er es für angebracht hält. Es ist die geläufigste Form des Homeoffice. In diesem Fall unterliegt die Ergonomie der Eigenverantwortung. Ein guter Grund, sich näher mit seiner Ausstattung und Beleuchtung zu beschäftigen und dabei an gängigen Normen zu orientieren.

Hybrides Arbeiten kombiniert mobile und bürobasierte Tätigkeiten. In der Praxis kann das sehr unterschiedlich aussehen – etwa drei Tage im Büro, zwei zu Hause oder in flexiblen Co-Working-Spaces zur Miete, dann wieder im Hotelzimmer. Im Idealfall ist es das Beste aus beiden Welten: Struktur auf der einen Seite, Unabhängigkeit auf der anderen.

Optimal ist ein eigenes Arbeitszimmer. Hat der Beschäftigte vertraglich Telearbeit vereinbart, ist der Arbeitgeber für die Einrichtung und Ausstattung zuständig. (Foto: licht.de/Trilux)

Telearbeit: Stay at Homeoffice

Für die sogenannte Telearbeit gibt es gesetzliche Vorgaben. Definiert sind sie in der Arbeitsstättenverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales als vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten. Der Mitarbeiter erbringt seine Leistung dabei vorwiegend durch Mittel der Telekommunikation – daher der Begriff Telearbeit. Idealerweise ist der Arbeitsplatz so gestaltet wie ein Bildschirmarbeitsplatz im Unternehmen. Mobiliar und Büromaterial sowie die Kommunikationsmittel muss der Arbeitgeber bereitstellen und ebenso die IT-Infrastruktur einrichten. Telearbeit muss im Arbeitsvertrag geregelt werden.

Beleuchtung unterliegt Normen

Die Arbeitsstättennorm DIN EN 12464-1 regelt, wie der Arbeitsplatz zu beleuchten ist. Zu den Kriterien für gute Beleuchtung gehören unter anderem eine Beleuchtungsstärke mit mindestens 500 Lux, Gleichmäßigkeit, gute Blendungsbegrenzung und Farbwiedergabe. Die Norm wird derzeit überarbeitet und soll künftig mehr Freiheiten im Bereich der Sehaufgabe sowie der Beleuchtung von Decken und Wänden gewähren und rät zu höheren Beleuchtungsstärken (Stand August 2021). Zu beachten sind auch die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.4. Wie der Arbeitsplatz „ins rechte Licht" gerückt wird, erfahren Sie unter Ergonomie und Beleuchtung im Homeoffice.

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