Reflexblendung vermeiden

Reflexblendung beeinträchtigt vor allem das Kontrastsehen und führt zu ähnlichen Störungen wie Direktblendung.

Störungsfreies Sehen setzt voraus, dass Kontraste – also Leuchtdichteunterschiede – vorhanden sind. So ist z. B. ein Text am Computer nur dann gut lesbar, wenn zwischen den Buchstaben und dem Bildschirmhintergrund ein deutlicher Kontrast besteht.

Spiegelt sich jedoch das Licht von Leuchten oder Fensterflächen auf glänzenden Oberflächen, führt dies zu einer Kontrastminderung, da Spiegelung und Sehzeichen ähnliche Leuchtdichten aufweisen. Mit zunehmenden Leuchtdichten entsteht Reflexblendung. Die Folge: Die Augen leisten Schwerstarbeit und ermüden rasch; die Konzentration lässt nach, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle können auftreten.

Reflexblendungen auf dem Bildschirm, ausgelöst durch freistrahlende Leuchten, Sonnenschein oder Spiegelungen, beeinträchtigen die Sehleistung und müssen vermieden werden.
Reflexblendungen auf dem Bildschirm, ausgelöst durch freistrahlende Leuchten, Sonnenschein oder Spiegelungen, beeinträchtigen die Sehleistung und müssen vermieden werden.
Reflexblendungen stören auch die Lesbarkeit von Büchern und Dokumenten. Leuchten mit direkt/indirekten Lichtanteilen und ihre richtige Anordnung im Raum, guter Blendschutz und die richtige Positionierung von Arbeitsplätzen vermeiden Spiegelungen.

Reflexblendung reduzieren

Reflexblendung lässt sich durch entsprechende Maßnahmen vermeiden oder wirkungsvoll reduzieren:

  • Richtige Auswahl von Lichtquellen und Leuchten.
  • Richtige Anordnung von Arbeitsplätzen und Leuchten, sodass Licht hauptsächlich von der Seite auf den Schreibtisch fällt.
  • Einrichtung von Innenräumen mit vorzugsweise matten hellen Oberflächen und Verwendung matter Papiere und Prospekthüllen.

Kontrastwiedergabefaktor CRF

Zur Beurteilung der Reflexblendung auf horizontalen glänzenden Flächen (Lese- und Schreibvorlagen) wird der Kontrastwiedergabefaktor CRF (contrast rendering factor) verwendet, der mit entsprechender Software berechnet und mit Leuchtdichtekameras gemessen werden kann. Bei üblichen Büroarbeiten ist ein Mindestwert von CRF = 0,7 ausreichend; bei Arbeiten mit hochglänzenden Materialien ist ein höherer Wert erforderlich.

Blendung an Bildschirmarbeitsplätzen

Die Werte für Leuchtdichten, die sich in Bildschirmen spiegeln und dort Reflexionen verursachen können, hängen von den verwendeten Bildschirmen ab. Moderne Bildschirme mit hohen Hintergrundleuchtdichten und guter Entblendung erlauben deutlich höhere Leuchtdichtegrenzwerte.

Die Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen muss nach DIN EN 12464-1 so geplant werden, dass sie allen Sehaufgaben am Arbeitsplatz gerecht wird. Für die normale Bürotätigkeit (dunkle Zeichen auf hellem Hintergrund – Positive Polarität) werden zwei Grenzwerte in Abhängigkeit von der Hintergrundleuchtdichte angegeben:

Für Bildschirme mit einer Hintergrundleuchtdichte L kleiner gleich 200 cd/m2 – typisch für Büros mit normaler Tageslichtversorgung und herkömmlichen Flachbildschirmen – sind nach DIN EN 12464-1 Leuchten-Leuchtdichten bis 1.500 cd/m2 zulässig.
Für Bildschirme mit einer Hintergrundleuchtdichte L größer als 200 cd/m2 – typisch für Büros mit guter bis sehr guter Tageslichtversorgung und entsprechend angepassten Flachbildschirmen – sind Leuchten-Leuchtdichten bis 3.000 cd/m2 zulässig.
  • Für Bildschirme mit einer Hintergrundleuchtdichte L ≤ 200cd/m2 muss die Leuchten-Leuchtdichte auf Werte bis 1.500 cd/m2 begrenzt werden, während für Bildschirme mit Hintergrundleuchtdichten L > 200 cd/m2 – also moderne, z.B. LCD-Bildschirme – relativ hohe Leuchtdichten bis 3.000 cd/m2 zulässig sind. Allerdings sollten Planer Art und Anordnung der Leuchten so auswählen, dass keine störenden Reflexionen entstehen.

  • Für neue Flachbildschirme geben die Hersteller in der Regel maximal einstellbare Hintergrundleuchtdichten L > 200 cd/m2 an, jedoch werden die Bildschirme in der Praxis überwiegend mit L ≤ 200 cd/m2 betrieben. Außerdem ist in der Planungsphase die später eingestellte Hintergrundleuchtdichte nicht bekannt. In diesen Fällen sollten Leuchten mit einer Leuchten-Leuchtdichte bis 1.500 cd/m2 eingesetzt werden.

  • Für anspruchsvolle Bildschirm-Sehaufgaben (z. B. CAD) werden niedrigere Grenzwerte festgelegt.

Die angegebenen Leuchtdichten gelten stets oberhalb eines Ausstrahlungswinkels γ von 65°, gemessen gegen die nach unten gerichtete Vertikale.

Die angegebenen Werte gelten für gut entblendete, d.h. diffus reflektierende Flachbildschirm-Monitore, wie sie an den meisten Büroarbeitsplätzen zu finden sind. Hochglänzende Bildschirme sollten an ständig besetzten Arbeitsplätzen nicht eingesetzt werden. Sie sind grundsätzlich kritisch, da sich darin schon ein weißes Hemd spiegelt. Sie sollten im Büro nicht verwendet werden. Weiterhin gilt: Büroräume mit Bildschirmarbeitsplätzen müssen über einen verstellbaren Blendschutz am Fenster verfügen.

Für Notebooks, Laptops, Tablet-PCs u.ä. gelten die Anforderungen der DIN EN 12464-1 nicht. Da sie in Neigung und Anordnung beliebig aufstellbar sind, können störende Reflexionen durch eine entsprechende Ausrichtung des Bildschirms vermieden werden.

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