Ökodesign-Verordnung: Energie sparen ist Pflicht

Bis zum Jahr 2030 wollen die EU und ihre Mitgliedstaaten die Treibhausemissionen und damit auch den Primärenergieverbrauch deutlich senken. Die Beleuchtung soll mit 41,9 Terawattstunden (TWh) zu einem erheblichen Anteil an der gesamten Energieeinsparung von jährlich 260 TWh beitragen. Dies kann gelingen, indem die Anforderungen an die Energieeffizienz der Lichtquellen weiter angehoben werden.

 

Gesetzliche Grundlagen

Mit der Ökodesign-Richtlinie schafft die EU als Gesetzgeber einen Rahmen für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte (Richtlinie 2009/125/EU). Für den Bereich Beleuchtung wurden seit 2009 verschiedene Verordnungen erlassen:

  • 244/2009 zur Durchführung der Richtlinie 2005/32/EG des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Haushaltslampen mit ungebündeltem Licht
  • 245/2009 Durchführung der Richtlinie 2005/32/EG des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Leuchtstofflampen ohne eingebautes Vorschaltgerät, Hochdruckentladungslampen sowie Vorschaltgeräte und Leuchten zu ihrem Betrieb und zur Aufhebung der Richtlinie 2000/55/EG des Europäischen Parlaments
  • 1194/2012 zur Durchführung der Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf die Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Lampen mit gebündeltem Licht, LED-Lampen und dazugehörigen Geräten

Die rasante Weiterentwicklung der Lichttechnik machte eine Überarbeitung nötig. Inzwischen ersetzt die neue Verordnung 2019/2020/EU zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen und separate Betriebsgeräte die vorgenannten Verordnungen.

Lichtquellen können Lampen und Leuchten sein

Die neue Verordnung unterscheidet übrigens nicht mehr „Lampe“ und „Leuchte“. Sie bezieht sich auf „Lichtquellen“, „separate Betriebsgeräte“ und „umgebende Produkte“ (engl. containing products). Daher wird sie auch Single Lighting Regulation (SLR) genannt.

Der Grund dafür ist, dass LEDs und LED-Module in einer Vielzahl von Geräten und z. B. auch in Möbeln integriert werden. Mit der neuen Verordnung sind nahezu alle elektrischen Lichtquellen erfasst und nicht mehr nur die in Leuchten für die Allgemeinbeleuchtung verbauten. Bei manchen Leuchten können die Lichtquellen nicht zerstörungsfrei ausgebaut werden. In diesem Fall wird die Leuchte als Lichtquelle behandelt und unterliegt den Anforderungen der Richtlinie.

Betriebsgeräte

Ab dem 1. September 2021 gelten auch Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von separaten Betriebsgeräten, je nach betriebener Lichtquelle und Betriebsart. Nachzulesen sind sie in der ZVEI-Informationsschrift „Ökodesign, Energieverbrauchskennzeichnung, EPREL-Datenbank – Anforderungen an die Beleuchtung“.

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