Allgemeine Sporthallen

Handball oder Volleyball? Karate oder Fechten? Eine Sporthalle wird vielseitig genutzt. Vor der Planung der Beleuchtungsanlage steht daher immer die Frage, welche Sportarten in der Halle ausgeübt werden – und ob das Gebäude auch als Mehrzweckhalle genutzt wird. Eine flexible, steuerbare Beleuchtung stellt stets das richtige Licht bereit.

Um den vielfältigen Bedürfnissen von Sporthallen-Nutzern gerecht zu werden, sind vor allem zwei Dinge wichtig:

  • Die Flexibilität der Beleuchtung: Eine komfortable Lichtsteuerung sorgt dafür, dass sowohl für Sportveranstaltungen und Wettkämpfe, bei denen hohe Geschwindigkeiten und präzise Wahrnehmung gefordert sind, als auch für langsame Sportarten und Entspannungsübungen oder bei unterschiedlichen Nutzung als Mehrzweckhalle stets das richtige Licht bereit steht.  

Beleuchtungsstärken

Laut DIN EN 12193 reicht für die meisten Ballsportarten eine horizontale Mindestbeleuchtungsstärke von 200 Lux aus. Höhere Beleuchtungsstärken sind bei schnellen Ballsportarten mit kleinen Bällen – z. B. Tischtennis oder Badminton – notwendig: Hier sind 300 Lux und mehr für die vertikale Beleuchtungsstärke gefordert. Bei Wettkämpfen und Hochleistungstraining steigen die empfohlenen Lux-Werte noch einmal deutlich auf 500 bis 750 Lux an. 

Planung und Leuchtenauswahl

Bei der Lichtplanung für eine Sporthalle muss zunächst festgelegt werden, für welche Sportarten die Halle ausgelegt sein muss. Die Sportart mit der anspruchsvollsten Sehaufgabe ist das Maß für die Lichtplanung.

Bei der Auswahl der Leuchten sind folgende Kriterien gefragt: Montageart, optimale Entblendung und Ballwurfsicherheit. Üblich ist eine regelmäßige Anordnung der Leuchten. Je nach Art der Decke kommen flächige Einbau- oder Anbauleuchten infrage. Pendelleuchten bieten vor allem in höheren Hallen eine gute Lösung. Hochwertige Raster in den Leuchten oder gut entblendete LED-Leuchten verbessern die Sehleistung beim Sport und sorgen für weitgehende Blendfreiheit aus allen Blickwinkeln. Um Farben richtig zu erkennen, empfiehlt licht.de zudem eine gute Farbwiedergabe von mindestens Ra ≥ 80 und eine neutralweiße Lichtfarbe.

Lichtmanagement: effizient und flexibel

Sporthallen werden häufig auch als Mehrzweckhallen – für Theateraufführungen oder Ausstellungen – genutzt. Der Schlüssel für eine vielfältige Raumnutzung ist ein intelligentes Lichtmanagement. Es passt das Beleuchtungsniveau an die jeweils gewünschte Lichtsituation an und hilft etwa in Kombination mit Präsenzsensoren, Energie einzusparen.

In Mehrzweckhallen muss die Möglichkeit bestehen, das Licht in einzelnen Hallenteilen separat zu schalten und zu dimmen. Ist Tageslicht vorhanden, sorgen Lichtmanagementsysteme dafür, dass Kunstlicht je nach Bedarf bis zur Erreichung der gewünschten Beleuchtungsstärke das Tageslicht ergänzt. Zum Schutz vor Sonnenwärme oder Blendung muss das Tageslicht gegebenenfalls zeitweise abgeschattet werden.

Ein intuitiv bedienbares Display oder eine einfach verständliche Fernbedienung erlauben es, Leuchten für Schulaufführungen oder Ausstellungen gruppenweise zu schalten und zu dimmen.

Licht für Mannschaftssportarten

Mannschaftssportarten, wie Handball, Volley- oder Basketball oder Hallenfußball, erfordern größere Spielflächen als andere Disziplinen. Wichtig für den guten Überblick über das gesamte Spielfeld ist eine gleichmäßige Ausleuchtung der Sporthalle mit mindestens 200 Lux Beleuchtungsstärke (Beleuchtungsklasse III = Freizeitsport).

Zum Schutz vor Blendung beim Blick auf hohe Bälle sollten Leuchten für ein Volleyballfeld nicht in jenem Teil der Decke montiert sein, der sich direkt über dem Spielfeld befindet. Auch über Basketballkörben sollten in einem Radius von vier Metern keine Leuchten installiert werden. Leuchten für Sporthallen müssen nach DIN VDE 0710-13 ballwurfsicher sein. Das bedeutet: Auftreffende Bälle dürfen die Leuchte nicht derart beschädigen, dass Leuchtenteile herabfallen.

Kampfsport und Gewichtheben

Bei Kampfsportarten sind gute Sehbedingungen entscheidend. Schon minimale Bewegungen können einen Angriff ankündigen; nur schnelle Reaktionen verhindert die Niederlage. Deshalb sind für Sportarten wie Karate, Judo und Ringen annähernd die gleichen horizontalen Beleuchtungsstärken vorgeschrieben wie für die gängigen Ballsportarten.

Auch beim Gewichtheben kommt es auf Körperkraft und Konzentration an. Hier gelten deshalb dieselben Anforderungen an die Beleuchtung wie für den Kampfsport.

A.2 Handball / Basketball / Volleyball1 / Faustball / Fußball / Kampfsport / Gewichtheben

Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av
I7500,7
II5000,7
III2000,5

1 Diese Leuchten sollten sich nicht direkt über dem Spielfeld befinden.

Kleine Bälle: Hockey und Tischtennis

Hockey gehört zu den Sportarten, bei denen ein kleiner Ball sehr schnell gespielt wird. Noch kleiner ist der Ball beim Tischtennis. Auch ändern diese Bälle schnell ihre Richtung. Daher sieht DIN EN 12193 bei diesen Disziplinen bereits für den Schul- und Freizeitsport (Beleuchtungsklasse III) eine horizontale Beleuchtungsstärke von 300 lx bei guter Gleichmäßigkeit vor. In den beiden anderen Beleuchtungsklassen sind die Werte mit denen beim Spiel mit großen Bällen identisch.

Für Schul- und Freizeitsport sowie das Training genügt die Hallenbeleuchtung. Beim Wettkampf-Tischtennis sind außerdem vier Scheinwerfer pro Platte notwendig. Sie sollten seitlich angeordnet werden, damit ihr Licht die Spieler nicht blendet und auf den Platten keine störenden Reflexe erzeugt. Stets zu beachten ist, dass der häufig von Spielern genutzte Bereich im Umkreis der Platte bis zu fünf Meter gut ausgeleuchtet wird.

Damit Bälle auch in der Höhe mit den Augen verfolgt werden können, sind dort entsprechend hohe vertikale Beleuchtungsstärken notwendig.

Badminton

Beim Badminton ist der Ball ebenfalls klein und sehr schnell. Damit die Spieler beim Blick auf hoch geschlagene Federbälle nicht geblendet werden, sollten auch in diesem Fall keine Leuchten direkt über dem Spielfeld platziert sein.

Wie beim Tischtennis sollten auch für Badminton in der Höhe ausreichend vertikale Beleuchtungsstärken vorgesehen werden: Sie verhindern Tarnzonen, die den Augen die Verfolgung der Flugbahn des Balles erschweren würden. So können die Spieler den Ball auch am höchstmöglichen Punkt seiner Flugbahn gut erkennen und vor dem Schlag sicher fixieren.

A.1 Hockey / Tischtennis / Badminton
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av
I7500,7
II5000,7
III3000,7

Fechten

Blitzschnelle Aktionen kennzeichnen das Fechten. Weil hier die „feine Klinge“ geführt wird, stellt DIN EN 12193 erhöhte Anforderungen an die vertikale Beleuchtungsstärke. Denn die Hauptsehaufgabe ist auf den Körper des Gegners gerichtet.

Auch die horizontale Beleuchtungsstärke liegt für Schul- und Freizeitsport mit 300 Lux (lx) auf dem höheren Beleuchtungsniveau in allgemeinen Sporthallen; die anderen beiden Beleuchtungsklassen haben dieselben Werte wie beim Fußball.

A.1 Fechten
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärkevertikale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av Eh,av lxEh,min/Eh,a
I7500,75000,7
II5000,73000,7
III3000,72000,7

Boxen

Beim Boxen erfordern Schnelligkeit und Wucht der Bewegungen im Ring hohe horizontale Beleuchtungsstärken von 500 bis 2.000 lx. Auch muss die Farbwiedergabe der Lichtquellen nach DIN EN 12193 unbedingt Ra ≥ 80 sein, um Sportlern, Schiedsrichtern und Zuschauern Sehkomfort zu bieten. Die gute Farbwiedergabe ist zugleich Voraussetzung für Film- und Fernsehaufnahmen.

Typisch für die Atmosphäre eines Boxkampfes ist der hell beleuchtete Ring in der Hallenmitte. Hier kommen tiefstrahlende, direkt über dem Ring montierte Leuchten zum Einsatz. Während der Boxkämpfe bleibt die Beleuchtung des Zuschauerraumes meist auf ein Sicherheitsniveau reduziert.

A.10 Boxen
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke Ringvertikale Beleuchtungsstärke Ringhorizontale Beleuchtungsstärke Trainingsbereich
 Eh,av lxEh,min/Eh,av Ev,av Eh,av lx
I2.0000,8Ev sollte mindestens 50 % von Eh betragen300
II1.0000,8300
III5000,5300

Die richtige Beleuchtung für weitere Sportarten im Indoor-Bereich finden Sie auf der Webseite „Spezielle Sporthallen“.

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