Lichtmanagement für Menschen, Lebewesen und Umwelt
Die Beleuchtungstechnik ist ein wichtiger Bestandteil der technischen Ausstattung von Gebäuden. Mit professioneller Planung bietet sie Betreibern und Nutzern einen hohen Mehrwert.
Nur „an“ und „aus“ war gestern. Lichtmanagementsysteme bringen das richtige Licht an den richtigen Ort – zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Intensität. Ob hohe Beleuchtungsstärken für anspruchsvolle Sehaufgaben, eine präsenzabhängig gesteuerte Beleuchtung in Durchgangsbereichen oder wählbare Lichtszenen für „Diskussion“ und „Präsentation“ in Besprechungsräumen: Die Beleuchtung wird heute immer mehr speziellen Anforderungen und persönlichen Bedürfnissen angepasst und das möglicherweise „vollautomatisch”, das heißt selbstlernend und intelligent durch Künstliche Intelligenz (KI).
Gute Argumente für ein Lichtmanagementsystem
Lichtmanagement ist der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit in der Beleuchtung und bald ein Muss für bestimmte Gebäudekategorien. Nur mit automatisierter Steuerung können Betreiber und Nutzer alle Vorteile ausschöpfen, die moderne Lichtquellen, Leuchten und Betriebsgeräte bieten. Zudem hat Licht als Wohlfühlfaktor heute einen hohen Stellenwert.
- Über Tageslichtsensoren wird die künstliche Beleuchtung automatisch auf das natürliche Licht abgestimmt. So lässt sich gegenüber Altanlagen aus den 80er-Jahren mehr als 80 Prozent Energie einsparen – bei viel besserer Lichtqualität. Wird die Beleuchtung professionell neu geplant, sind sogar Einsparungen von bis zu 85 Prozent möglich.
- Präsenz- und Bewegungsmelder aktivieren die Beleuchtung immer dann – und nur dann, wenn ein Raum genutzt wird oder eine Raumzone. Per Zeitschaltung wird das Licht bei Abwesenheit automatisch auf ein Minimum heruntergedimmt oder es erlischt bei nur wenigen Schaltzyklen am Tag ganz – ein wirksames Mittel gegen unnötigen Stromverbrauch.
- Mit speicherbaren Lichtszenen kann die Beleuchtung rasch an wechselnde Anforderungen angepasst werden – eine praktische Lösung etwa für Büros, Gastronomie oder flexible Arbeitsplätze.
- Licht wird dynamisch: Helligkeit und Lichtfarben können beliebig variiert werden. So lassen sich nicht nur in der Shop-Beleuchtung interessante Effekte realisieren, sondern auch eine Beleuchtung nach dem Human-Centric-Lighting-Konzept (HCL) umsetzen. HCL-Lösungen berücksichtigen auch nichtvisuelle Wirkungen von Licht und unterstützen den Menschen rund um die Uhr: Leistung und Wohlbefinden am Tag, Ruhe und Regeneration in der Nacht.
Die Aufgaben eines modernen Lichtmanagementsystems (Lighting Management System, kurz LMS) sind vielfältig und sehr unterschiedlich. Sie reichen von der lokalen Lichtregelung am Arbeitsplatz oder im gesamten Raum bis zu einer gebäudeübergreifenden Vernetzung der Systeme. In großen Gebäuden können diese Aufgaben beispielsweise von einem kompletten Gebäudemanagementsystem (Building Management System, kurz BMS) übernommen werden. Die Vernetzung der Einzelsysteme muss dabei nicht mehr leitungsgebunden erfolgen. Auch unterschiedliche Funklösungen stehen zur Verfügung.
Kein Nice-to-have, sondern ein Muss für viele Gebäude
Ein Grund für die Installation oder Nachrüstung kann die aktuelle Gesetzgebung sein: Die Energy Performance of Building Directive (EPBD) sieht vor, dass für bestimmte Gebäudekategorien die Beleuchtung ab dem Jahr 2028 in einem Building Automation Control System (BACS) realisiert werden muss, also einem Lichtmanagementsystem.